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    Neuwied/AndernachThyssenKrupp schiebt Entscheidung für Werke in Neuwied und Andernach auf

    Entgegen seiner Ankündigung hat der Vorstand von ThyssenKrupp am Montag, 26. Agust, nicht über die Zukunft des Rasselstein-Werks in Neuwied und die damit verbundenen Veränderungen für den Standort in Andernach entschieden.

    Rund 2000 Beschäftigte der Thyssen-Krupp-Tochterunternehmen versammelten sich nach Angaben der IG Metall am 26. Februar zu einem Protestmarsch.
    Rund 2000 Beschäftigte der Thyssen-Krupp-Tochterunternehmen versammelten sich nach Angaben der IG Metall am 26. Februar zu einem Protestmarsch.
    Foto: Sascha Ditscher

    Gewerkschaft und Betriebsräte gehen aber nicht davon aus, dass das an der grundsätzlichen Idee des Konzerns, die Produktion in Neuwied im Geschäftsjahr 2015/16 weitestgehend aufzugeben, etwas ändert.

    Vielmehr vermutet die Arbeitnehmerseite dahinter ein taktisches Manöver mit Blick auf die Bilanzen. Schließlich endet das Geschäftsjahr für ThyssenKrupp am 30. September, wie Wilfried Stenz, Betriebsratsvorsitzender im Werk Andernach, bei einer Presskonferenz gestern in Neuwied erläuterte, zu der die IG Metall eingeladen hatte. Da für Sozialplan und Interessenausgleich, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart haben, aber ein Millionenbetrag fällig wird, kann er sich vorstellen, dass das erst in der Bilanz für das kommende Geschäftsjahr auftauchen soll. Das würde auch den neuen Termin für eine Vorstandsentscheidung erklären, den die Unternehmensspitze genannt hat: den 1. Oktober.

    Das Verhandlungsergebnis, das unter anderem vorsieht, dass es bis 2015/16 keine betriebsbedingten Kündigungen gibt, werteten Vertreter von Arbeitnehmerseite, Gewerkschaft und Politik unterdessen als Erfolg. Auch wenn 417 Stellen in beiden Werken am Rhein wegfallen werden, was in erster Linie über Instrumente wie Abfindungen und vor allem Altersteilzeit geschehen soll. Ursprünglich habe der Konzern bereits bis September 2014 das Neuwieder Werk abwickeln wollen, betonte der Neuwieder Betriebsratschef Alexander Reuschenbach. Jetzt sei Zeit gewonnen und für die mehr als 300 Beschäftigten eine Planungssicherheit erreicht. "Es waren sechs Monate harte Arbeit", sagte er. Sein Andernacher Kollege Wilfried Stenz ergänzte: "Wir haben ein gutes Paket verhandelt, jetzt wollen wir es auch umgesetzt wissen." Dass der Vorstand seine Meinung in Bezug auf das Neuwieder Werk ändert, daran glaubt auf der Gegenseite niemand mehr.

    Auch Markus Eulenbach, Geschäftsführer der Neuwieder IG Metall, nicht. Die Arbeit der vergangenen Monate fasste er so zusammen: "Wir haben eine Per-spektive geschaffen, aber jetzt geht es auch darum, eine Alternative zu finden." Er hofft auf einen Nachfolgebetrieb auf dem Rasselsteingelände. So hätten die Arbeitnehmer im besten Fall sogar eine Wahlmöglichkeit.

    Für diesen Plan gibt es Unterstützung von der Landesregierung. Wie Arbeitsminister Alexander Schweitzer erläuterte, hat die Stadt mit der rheinland-pfälzischen Investitions- und Strukturbank (ISB) bereits ein Exposé verfasst, um das Werk Käufern schmackhaft zu machen. Dabei sieht der Minister ThyssenKrupp ebenfalls in der Pflicht zur Mithilfe, ist aber positiv gestimmt. Neuwieds Oberbürgermeister Nikolaus Roth formulierte die gemeinsame Überzeugung so: "Es wird eine andere Stahlverarbeitung in Neuwied geben."

    Der Landrat des Kreises Neuwied Rainer Kaul hatte zwar Lob für das Verhandlungsergebnis übrig. An einem Punkt wollte er aber keinen Zweifel aufkommen lassen: "Die 417 Arbeitsplätze sind weg." Doch aus Sicht von Betriebsratschef Stenz hätte es viel schlimmer kommen können angesichts der Situation des Konzerns und des Spardrucks. Weiteren Zugeständnissen erteilte er eine klare Absage und pocht wie seine Kollegen auf die unterzeichneten Abkommen. Weitere Einsparungen etwa im Vertrieb seien nicht mehr leistbar.

    Markus Gerhold

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