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    RiedenFischerkönig in Rieden gekrönt

    Trotz zum Teil heftiger Regenschauer sorgte das traditionelle Fischerstechen des TV Rieden am Waldsee für eine Mordsgaudi. 17 Teilnehmer, unter ihnen sechs Frauen, waren auf Einladung des TV Rieden 1913 zum Kampf auf dem Wasser angetreten, um die Ehre und den Wanderpokal des Fischerkönigs zu erringen.

    Guido Doll, der Mann mit dem Schottenrock, wurde zum fünften Mal Fischerkönig: "Ich habe in den Vorjahren schon gegen viele Gegner gekämpft."
    Guido Doll, der Mann mit dem Schottenrock, wurde zum fünften Mal Fischerkönig: "Ich habe in den Vorjahren schon gegen viele Gegner gekämpft."
    Foto: Elvira Bell

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

    Bei einem Fischerstechen handelt es sich um eine Art Ritterturnier, bei dem die Kämpen allerdings nicht auf Pferden sitzen, sondern bei dem sie lanzenbewehrt in flachen Kähnen stehend aufeinander zugerudert werden. Sieger ist derjenige, der mit dem Kugelende seiner langen Holzlanze, seinen Kontrahenten von den Planken ins kalte Nass befördert.

    Das Sportereignis ist mit Sicherheit das originellste Turnier in unserer Region. Es muss ein außerordentliches Geschick an den Tag gelegt werden. Nach den Erfolgen von 2005, 2006, 2011 und 2012 ist es Guido Doll am Sonntag nach insgesamt vier spektakulären Durchgängen erneut gelungen, den Titel des Fischerkönigs einzustreichen. Trotz seines kämpferischen Einsatzes hatte Daniel Gellen das Nachsehen und wurde Zweiter. Auf Platz drei landete Manuel Börder vor Leonie Racke. Die Viertplatzierte hatte bei allen Kämpfen (per Losentscheid) ausschließlich Männer als Kontrahenten. "Besonders auffallend war, dass sie trotz ihrer geringen Reichweite - bedingt durch ihre Größe - so oft gewinnen konnte", erklärte Vorsitzender Sebastian Schomisch und ergänzte "Dadurch musste sie auch sehr viele Treffer einstecken, die sie jedoch besser als jeder andere durch gutes Balancieren und Körperkontrolle abfing. Besonders diese Leistung war selbst für erfahrene Stecher eindrucksvoll, denn Leonie war Neuling."

    Bereits vor Beginn des Turniers zeigte sich der 47-jährige Herausforderer, der bei dem Duell stets einen originellen Schottenrock trägt, sehr siegessicher. Den Schottenrock trage er nicht als "Glücksbringer", sondern weil er so schön luftig sei, verriet der Betonmischerfahrer aus Rieden unserer Zeitung. Er habe bereits in den Vorjahren schon gegen zahlreiche starke Gegner gekämpft. Ihn persönlich würde es sehr freuen, wenn der große Wanderpokal wieder seinen fast schon angestammten Platz auf dem Fernsehschrank in seinem Wohnzimmer einnehmen dürfte, meinte der Lokalmatador im Vorfeld. "Es ist schön, wenn man junge Leute, die man kennt oder sonst schon mal gesehen hat, auf diese Art und Weise ins Wasser befördern darf." Eine besondere Rolle spiele auf jeden Fall der Einfluss der Ruderer auf den Kampf.

    Zufrieden zeigte sich auch Sebastian Schomisch: "Die Stimmung war trotz Regens prima, und die Leute verweilten ob der guten und unterhaltenden Kämpfe bis zum Finale." Besonders die Teilnahme der Frauen habe für positive Rückmeldungen gesorgt.

    Die Idee, ein solches Fischerstechen auf dem Riedener Waldsee ins Leben zu rufen stammt im Übrigen von Lothar Hackenbruch. Das ehemalige Vorstandsmitglied des TV Rieden hatte seinerzeit auf der Nahe in der Nähe von Bad Kreuznach ein solches Fischerstechen gesehen und seinen Vereinskameraden hiervon berichtet.

    1988 fand das Fischerstechen zum ersten Mal auf dem Riedener Waldsee statt. Wegen der 2001 in Kraft getretenen EU-Richtlinien für Badegewässer stand das Fischerstechen vor dem Aus. Nach dem Einbau eines "Bypasses" ging aufgrund der guten Wasserqualität das Fischerstechen 2005 erneut mit großem Erfolg über die Bühne. Es war das siebte Fischerstechen, seitdem der Badesee EU-zertifiziert ist.

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