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  • Prozess Vater (48) legt ein volles Geständnis ab und behauptet dann, dass er sich an nichts erinnern kann

    Familiendrama in Andernach: Töchter 392-mal missbraucht?

    Andernach. Er drängte seine Töchter jahrelang zum Geschlechtsverkehr – will sich aber nicht daran erinnern können: Ein Familienvater (48) aus Andernach steht vor dem Landgericht Koblenz, weil er seine beiden Töchter 392-mal missbraucht haben soll.

    Missbrauchsdrama in Andernach: Ein Familienvater (48) hat vor dem Landgericht Koblenz eingeräumt, seine beiden minderjährigen Töchter jahrelang missbraucht zu haben. Er soll sie eingeschüchtert haben: „Wenn ihr jemandem davon erzählt, fahr ich gegen einen Baum!“ Foto: dpa
    Missbrauchsdrama in Andernach: Ein Familienvater (48) hat vor dem Landgericht Koblenz eingeräumt, seine beiden minderjährigen Töchter jahrelang missbraucht zu haben. Er soll sie eingeschüchtert haben: „Wenn ihr jemandem davon erzählt, fahr ich gegen einen Baum!“
    Foto: dpa

    Im Kinderzimmer, im Ehebett, im Firmenbus. Fast jedes Wochenende. Er hat zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt – behauptete später aber unter Tränen, er könne sich an nichts Genaues erinnern: „Wo, wie oft, wann und warum. Ich weiß es nicht.“ Ob das tatsächlich sein kann, sollen im Prozess vier Gutachter klären. Der Mann hatte vor Jahren eine Gehirnoperation und kämpft seither mit Gedächtnisproblemen. Ihm droht eine lange Haftstrafe. 

    Es war ein Freitagmorgen, als das Missbrauchsdrama bekannt wurde – und die Andernacher Familie auseinanderbrach. Seit jenem 7. Oktober 2016 ist der Familienvater hinter Gittern. Seine Frau, die er seit 30 Jahren kennt, hat kein Wort mehr mit ihm gesprochen. Seine beiden Töchter ebenso.

    Gegen 7.30 Uhr kam die ältere Tochter (19) gemeinsam mit ihrem Freund in die Küche und sagte ihrer Mutter (45): „Mama, ich hab dich sehr lieb. Aber ich muss dir was sagen.“ Und: „Ich bin nicht schwanger. Es ist viel schlimmer.“ Dann erzählte sie von jahrelangen Missbrauchstaten ihres Vaters. Ihre Mutter fiel aus allen Wolken.

    Die Anklage wirft dem Familienvater vor, seine Töchter zwischen 2012 und 2016 regelmäßig missbraucht zu haben. Anfangs soll er sie begrapscht, später mit ihnen den Beischlaf vollzogen haben. Die Mädchen sollen beim ersten Übergriff 12 und 14 Jahre alt gewesen sein. Der Mann nutzte laut Anklage Sexspielzeug und bedrängte eines der Mädchen mit den Worten: „Du kannst mir auch mal was Gutes tun.“ Einmal soll er beide Mädchen gleichzeitig im Ehebett missbraucht haben.

    Als die Mutter von den Missbrauchstaten erfuhr, rief sie sofort ihren Mann an. Der kam gegen 9.30 Uhr nach Hause. Sie schrie – er bestritt alles. Sie: „Hör auf zu lügen!“ Er: „Wir haben nur gekuschelt!“ Dann gestand er, dass da mehr war. Zu einer Tochter sagte er: „Das hat dir doch auch gefallen!“ Die Mutter rief, er solle zur Polizei gehen. Er willigte ein und verabschiedete sich mit den Worten, er sei bald zurück. Bei der Polizei beschönigte er die Vorwürfe. Dann räumte er immer mehr schwere Taten ein.

    Im Prozess behauptete der Mann, er habe seinen Töchtern keine Gewalt angetan: „Ich habe keine zu irgendetwas gezwungen.“ Die Töchter bestätigten bei der Polizei, dass er sie nie schlug. Aber er habe ihnen gedroht: „Wenn ihr jemandem davon erzählt, muss ich lange ins Gefängnis!“ Oder: „Dann fahr ich gegen einen Baum!“

    Der Mann besuchte die Sonderschule, arbeitete als Handwerker und bekam von seiner Frau 150 Euro Taschengeld. Er hatte 2007 eine schwere Kopfoperation – seither veränderte er sich. Seine Frau schilderte im Prozess, dass er große Gedächtnisprobleme hatte, oft nervös und reizbar war: „Sein Mund war schneller als sein Gehirn.“

    Anwalt Axel Bertram legte im Namen des Familienvaters ein Geständnis ab: „Das kommt alles in etwa hin.“ Sein Mandant stimmte zu, verhedderte sich aber auf Nachfragen der Richterin in Widersprüche. Erst beteuerte er, im vierjährigen Tatzeitraum nur zweimal Kondome an einer Tankstelle gekauft zu haben. Dann erzählte er, es können drei- oder sechsmal gewesen sein. Erst sagte er, er missbrauchte nie beide Mädchen gleichzeitig. Dann, als die Richterin ihm klarmachte, dass seine Töchter das Gegenteil berichten, sagte er kleinlaut: „Dann wird das so sein.“ Er will laut seinem Anwalt unbedingt vermeiden, dass seine Töchter im Prozess aussagen müssen.

    Die Mutter berichtete vor Gericht, dass sie nie etwas von den Taten ihres Mannes bemerkte und an jenem Freitagmorgen 2016 in ein tiefes schwarzes Loch fiel. Sie könne es nicht glauben, dass ihr Mann an manchen Tagen erst ihre Töchter missbrauchte, dann mit der ganzen Familie frühstückte und den Zoo besuchte. Sie sagte tief getroffen: „Wir haben eine schöne Ehe geführt. Ich wollte mit ihm gemeinsam alt werden.“ Inzwischen reichte sie die Scheidung ein. Der Prozess geht am 3. April weiter.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Sex mit Töchtern: Vater (48) aus Andernach muss in Anstalt
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