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  • Zentral untergebracht: Güls heißt 24 Asylbewerber willkommen

    Güls. 24 Asylbewerber, 20 Erwachsene und vier Kinder, haben seit einigen Wochen eine neue Bleibe in einem einst leer stehenden Haus in Güls Am Zehnthof 33 gefunden. Eine dezentrale Unterbringung, wie sie von fast allen, die sich mit dem Thema Asyl beschäftigen, gewünscht wird.

    Willkommensfeier mit Luftballons: Der Gülser Ortsvorsteher Hermann-Josef Schmidt (rechts) hofft auf die Integration der 24 Asylbewerber. Foto: Karges
    Willkommensfeier mit Luftballons: Der Gülser Ortsvorsteher Hermann-Josef Schmidt (rechts) hofft auf die Integration der 24 Asylbewerber.
    Foto: Karges

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Dieser Tage fand im Innenhof des Hauses, das Mario Reinhardt hergerichtet hat, eine Willkommensfeier statt, zu der Bekannte und Nachbarn eingeladen waren.

    Die Gründe, warum Menschen nach Deutschland fliehen, sind vielfältig. Für Alireza (33) war es die Religionsfreiheit. Vor Jahren war der Iraner und frühere Moslem zum Christentum übergetreten. Der Wechsel von einer Religion zur anderen oder zu gar keiner ist in Deutschland nur ein Verwaltungsakt. Im Iran ist dies anders, wie der 33-Jährige auf Englisch erzählt. Er habe, nachdem er das Christentum durch armenische Freunde kennenlernte und Christ wurde, massive Drohungen vonseiten der Ordnungsmacht erhalten.

    "Dass Christen, die als Christen geboren wurden, ihre Religion im Iran ausüben, wird toleriert, nicht aber, dass Muslime eine andere Religion annehmen." Um sein Christentum zu leben, entschloss sich Alireza zur Flucht, die ihn nach einer Odyssee nach Güls führte. Nicht allein, sondern mit seiner Frau und seinen beiden Kinder ist Vullnet (44) aus Albanien geflohen. Er fürchtete dort vor allem um die Sicherheit seiner Kinder. Die Politik in Albanien sei so mit kriminellen Strukturen durchsetzt, dass man um sein Leben fürchten müsse, wenn man der falschen politischen Gruppe angehört, erzählt er. In Deutschland hofft Vullnet, der fließend Englisch und Französisch spricht, in der Landwirtschaft Fuß zu fassen. Denn in diesem Bereich hat er ein Diplom gemacht.

    Hermann-Josef Schmidt, Ortsvorsteher von Güls, betonte bei der Willkommensfeier, die Hausbesitzer Mario Reinhardt ausrichtete, dass man die Asylbewerber gerne in Güls aufgenommen hat. Man hoffe, dass die Integration gelinge. Voraussetzung hierfür sind natürlich Deutschkenntnisse. In Güls gibt es gleich mehrere Deutschkurse, die in der Katholischen Begegnungsstätte stattfinden, sagt Jutta Lange vom "Runden Tisch Asyl - Bisholder & Güls". Das Engagement der Asylbewerber ist dabei durchweg hoch, berichtet die Dozentin der Universität Koblenz-Landau, Lina Pilypaityte, die selbst einige Kurse leitet. Allerdings dürfe man keine Wunderdinge erwarten, zumal die Leistungsfähigkeit der Flüchtlinge sehr unterschiedlich sei. Manche sprechen recht gut Englisch und sogar eine weitere Fremdsprache, andere haben selbst in ihrer Muttersprache Probleme mit dem Lesen und Schreiben.

    In Güls hat Mario Reinhardt mehrere leer stehende Immobilien für Asylbewerber hergerichtet - so auch die ehemalige Gaststätte "Zur Tränke". Vorwürfe der Geschäftemacherei und der Überbelegung, die es vor allem im Zusammenhang mit der "Tränke" gab und gibt, wies er zurück. Alle Immobilien habe man nicht nur baulich renoviert, sondern auch auf eigene Rechnung mit entsprechenden Elektrogeräten ausgestattet, betonte Reinhardt bei der Willkommensfeier.

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