40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Koblenz
  • » Wie beim TÜV: Hauptuntersuchung an der Horchheimer Brücke
  • Aus unserem Archiv

    KoblenzWie beim TÜV: Hauptuntersuchung an der Horchheimer Brücke

    Schwindelfrei müssen sie sein: Die Frauen und Männer, die von Rollgerüsten aus die Horchheimer Brücke im wahrsten Sinn des Wortes unter die Lupe genommen haben, arbeiten etliche Meter über dem Fluss, gestützt nur auf ein Stahlgerüst. Vor allem die beiden längs zum Fluss liegenden Träger, auf denen die Fußwege liegen, sind Gegenstand der Untersuchung, ebenso wie der Weg, der an der südlichen Seite der eigentlichen Eisenbahnbrücke angebracht ist. Die Bahnbrücke selbst dagegen steht in der Obhut der Bahn und wird auch von ihr unterhalten.

    Alle sechs Jahre stehen die Hauptuntersuchungen der Stadt an, bei denen Beton abgeklopft, Stahlträger vermessen, Risse dokumentiert und Roststellen fotografiert werden, erklärt Thorsten Micheel vom Tiefbauamt der Stadt. Aus den Untersuchungsergebnissen wird der Prüfbericht gefertigt. "Das ist wie beim TÜV", sagt Ingenieur Amir Thiyagarajah.

    Insgesamt macht die Brücke einen ganz guten Eindruck, wagt Anne Graf vom Ingenieurbüro Kocks eine erste Prognose. Allerdings ist der Belag im mittleren Teil sichtlich geflickt, weil immer wieder Wasser und Salz in den Beton eingedrungen sind. Bei der aktuellen Überprüfung wird geklärt, ob auch unter dem Flussteil der Brücke eventuell Netze gespannt werden müssen, wie das schon unter dem Teil über dem Leinpfad der Fall ist. So können eventuelle Betonabplatzungen nicht auf Schiffe beziehungsweise Fußgänger und Passanten fallen.

    Perspektivisch muss es aber sowieso Neuerungen geben. Denn in jedem Fall wird der sogenannte oberstromige Radweg (also der in Richtung Boppard) auf 2,50 Meter Breite ausgebaut, so Peter Schwarz, Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau. "Dies nicht nur, weil es wichtig ist, sondern auch, weil für den Teilabschnitt Oberwerth-Flussufer bereits Landesmittel geflossen sind, die wir zurückzahlen müssten, wenn wir nicht weiterbauen."

    Wie und wann genau die Arbeiten an dem Fuß- und Radweg erfolgen, das ist noch in der Schwebe. Es gibt Überlegungen, den Fußweg auf der Seite in Richtung Pfaffendorfer Brücke, der schon seit Jahren gesperrt ist, als Provisorium auszubauen, um während der Bauzeit die Verbindung nahezu ungestört aufrechtzuerhalten. Entsprechende Mittel für nächstes Jahr sind angemeldet, so Peter Schwarz. Ob die Stadt diese Gelder allerdings bewilligen will und kann, ist unklar. Aus zwei Gründen, erklärt Schwarz: Erstens kostet auch ein Provisorium mehrere Hunderttausend Euro, und zweitens stellt ein solches Provisorium quasi eine freiwillige Leistung dar. Damit sei sie nicht zuwendungsfähig und würde, selbst wenn der Stadtrat dem zustimmen würde, höchstwahrscheinlich durch die Kommunalaufsichtsbehörde nicht genehmigt werden, prognostiziert Schwarz.

    Aber auch wenn das Provisorium nicht käme, könnte der in Richtung Süden gelegene Weg ohne ganz große Probleme sicherer und breiter ausgebaut werden, erklärt der Brückenexperte. Durch den Einsatz vorgefertigter Bauteile könnte die mit Vollsperrungen verbundene Bauzeit möglichst gering gehalten werden. Wenn alles klappt, soll der Bau 2014 erfolgen.

    Um die Notwendigkeit zu dokumentieren, sollen im kommenden Herbst die Fußgänger und Radfahrer auf der Brücke gezählt werden. Denn wie viele Menschen den Rhein hier wirklich überqueren, kann man bisher nur schätzen. Die Zahl der Züge dagegen kennt man: Es sind 180 bis 190 am Tag.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Koblenz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    epaper-startseite
    Wetter
    Montag

    13°C - 23°C
    Dienstag

    15°C - 25°C
    Mittwoch

    17°C - 29°C
    Donnerstag

    16°C - 27°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Bildergalerie: Fotos unserer Leser
    Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

    Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

    Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
    Koblenzer Stadt-Geschichten

    Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf

    Anzeige