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  • "Schrotteler" schlagen Lärm für ihre Existenz

    Koblenz. Viele bleiben stehen, schauen den Lkw nach. Denn dass rund 70 Wagen mit Schellen und Spruchbändern durch Koblenz fahren, passiert nicht alle Tage. „Wir kämpfen für unsere Rechte“, sagt später Alexander Gerhartz, Initiator der Demo, bei der Abschlusskundgebung der "Schrotteler".

    Schrotteler ziehen durch Koblenz.
    Schrotteler ziehen durch Koblenz.
    Foto: Denise Remmele

    Bei der Demo selbst sitzt er in einem der ersten Wagen und bimmelt laut. „Toll, dass so viele gekommen sind“, freut er sich. „Wir lassen uns das nicht gefallen.“
    Die „Schrotteler“ fürchten um ihre Existenz. Brauchten sie früher nur einen Reisegewerbeschein, um über die Dörfer fahren und Schrott sammeln zu dürfen, so müssen sie nach dem neuen Kreislaufwirtschaftgesetz nun in jeder Kommune eine Sammlung beantragen. „Wir sollen dann vorher angeben, was und wie viel wir sammeln werden. Das weiß man aber doch gar nicht!“, sagt Gerhartz. Und: „Es kann drei Monate dauern, bis der Antrag bearbeitet ist. Wer kann denn drei Monate auf Einnahmen verzichten?“ „Niemand!“, schallt es ihm vielstimmig entgegen.
    „Die jungen Leute lernen ja jetzt auch was anderes“, sagt Gudrun Klose-Reinhardt. „Aber nicht nur mein Opa ist schon Schrott gefahren, sondern auch der Opa von meinem Opa. Das ist Tradition.“ Und auch heute sind noch viele junge Leute aus den Sinti-Familien, aus denen die „Schrotteler“ überwiegend kommen, auf den Beruf angewiesen, sagt Gerhartz. „Selbst wenn sie einen Schulabschluss haben, bekommen sie oft gar keine Arbeit, weil es noch immer Vorurteile gegen uns gibt.“
    Und nicht nur die Schrotthändler brauchen ihren Job, die Gesellschaft braucht auch die Schrotthändler, ist er sicher: „Wenn man rumfährt, sieht man wie sauber alles ist, weil wir immer den Schrott abfahren. Und wir helfen den älteren Leuten, ihren Kram zu schleppen, das würde eine Kommune doch nie tun.“

    Wie die Schrotteler ihrem Ärger Luft machen, zeigt das Video:


     

    Außerdem könne es ja absolut nicht im Interesse der Kommunen sein, dass sie für die arbeitslosen „Schrotteler“, die ja sonst ganz normal ihre Steuern zahlen, dann Sozialhilfe zahlen müssten, sagt Sascha Reinhardt. „Das Gesetz kann man auch rückgängig machen.“

     

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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