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  • HatzenportFehlende Förderung: Dem "Hatzenporter Hof" droht das Aus

    Die Nahversorgungssituation in Hatzenport sollte sich mit dem Projekt „Hatzenporter Hof“ grundlegend ändern (die RZ berichtete). Gleichzeitig wollte die Ortsgemeinde sich mit dem vorgesehenen Nutzungskonzept für die Zukunft attraktiver machen. Nun könnte das richtungsweisende Projekt für die rund 630 Einwohner zählende Gemeinde allerdings gestorben sein: Die Aufsichts- und Dienstdirektion (ADD) hat in einem Gespräch durchblicken lassen, dass ein entsprechender Förderantrag der Ortsgemeinde abgelehnt wird.

    Das Anwesen Pauly-Rath soll die neue Heimat des Projektes „Hatzenporter Hof“ werden. Neben einem Dorfladen sind hier Räume für Vereine und Dienstleistungen vorgesehen. Die Ortsgemeinde Hatzenport muss sich nun aber Gedanken um die Finanzierung für das kostspielige Konzept machen.  Foto: Sascha Ditscher
    Das Anwesen Pauly-Rath soll die neue Heimat des Projektes „Hatzenporter Hof“ werden. Neben einem Dorfladen sind hier Räume für Vereine und Dienstleistungen vorgesehen. Die Ortsgemeinde Hatzenport muss sich nun aber Gedanken um die Finanzierung für das kostspielige Konzept machen.
    Foto: Sascha Ditscher

    „Das ist ein frustrierendes Ergebnis“, macht Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen keinen Hehl daraus, dass er auf andere Signale aus Trier gehofft hätte – aus gutem Grund: Seit rund zwei Jahren gibt es einen eigens eingerichteten Arbeitskreis Hatzenporter Hof. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, den von der Bevölkerung im Rahmen der Dorfmoderation geäußerten Wunsch nach einer besseren Nahversorgung in die Tat umzusetzen. Mittelpunkt des Konzeptes sollte dabei die Industriehalle des Anwesens Pauly-Rath in der Maifeldstraße, eine ehemalige Weinkellerei und Süßmosterei, werden. Bereits heute wird die Halle unter anderem für Fastnachtsveranstaltungen oder den Wagenbau genutzt. Auch zukünftig sollten die Vereine hier ihre Heimat finden, denn neben einem von der Dorfgemeinschaft getragenen Dorfladen sollten in der ehemaligen Industriehalle auch multifunktionale Räume Platz finden. Friseure, Physiotherapeuten, Ärzte und weitere Dienstleitungen waren als Nutzer der Räume angedacht – bis jetzt.

    Sowohl die ADD als vorbereitende als auch das Innenministerium als genehmigende Behörde für eine mögliche Förderung begrüßen nach Gietzens Worten zwar den Umbau der ehemaligen Industriehalle, doch eine Förderung halten beide Institutionen aus verschiedenen Gründen nicht für möglich. Ein Problem besteht in Augen der Genehmigungsbehörden unter anderem darin, dass es bei einem Innenausbau der sanierten Stahlbauhalle und einer entsprechenden Beheizung zu technischen Problemen mit dem Altbestand kommen kann, beispielsweise durch Kondenswasser. Des Weiteren haben ADD und Innenministerium Bedenken wegen der Unterhaltungskosten für die Industriehalle. In ihren Augen ist die vom Arbeitskreis Hatzenporter Hof geplante Aufteilung der Räume zu großzügig ausgelegt und damit zu kostspielig. Bei der Sanierung und Umnutzung des Anwesens Pauly-Rath sieht die ADD außerdem die Gefahr, dass die Sanierung annähernd so teuer werden könnte wie ein Neubau. Bei 80 Prozent der Neubaukosten würde dies gegen geltende Verwaltungsrichtlinien verstoßen. Zuletzt sieht die Förderbehörde die Industriehalle aus den 1970er-Jahren nicht als dorferneuerungswürdige Bausubstanz, die normalerweise bei förderfähigen Projekten erhalten und saniert wird.

    Durch die ADD-Absage ist die Umsetzung des Hatzenporter Hofes nun fürs Erste in weite Ferne gerückt, denn eine alleinige Finanzierung durch die Ortsgemeinde ist für den verschuldeten Moselort nicht ohne Weiteres zu stemmen. Ersten Schätzungen zu Folge würde die Umsetzung des Projektes rund 700.000 Euro kosten. „Wir müssen uns jetzt fragen, ob wir die Kraft finden, das Projekt trotzdem auszuführen“, findet Gietzen, aus dessen Sicht es nun zwei denkbare Varianten gibt: Ein Abriss der bestehenden Industriehalle mit anschließender Realisierung eines Neubaus oder aber die Umsetzung an einem anderen Platz beziehungsweise in einer anderen Immobilie im Ort. Ein anderer Platz, wie beim Alternativkonzept Hatzenporter Mitte auf dem Peter-Platten-Platz vorgesehen ist, würde allerdings nur in abgespeckter Form gegenüber dem Hatzenporter Hof umgesetzt werden können. Auch eine andere Immobilie ist für die Gemeinde nicht ohne Weiteres machbar, wie Albrecht Gietzen zugibt: „Wir als Gemeinde haben kein entsprechendes Eigentum.“ Die alte Schule, die in Privatbesitz ist, wäre hierfür eine mögliche, aber ebenfalls kleinere Alternative, die der Gemeinderat noch einmal prüfen will.

    Die Vereine sollen zunächst ihre Stellungnahme zum weiteren Vorgehen abgeben, und auch der Gemeinderat wird sich erneut mit dem Hatzenporter Hof auseinandersetzen. „Wir müssen aber weiterhin für unser Konzept werben. Wir können die Struktur vor Ort nur verbessern, wenn wir ins Dorf investieren“, wirbt Gietzen für, die Fortführung der Industriehallenpläne.

    Von unserem Reporter Andreas Egenolf

    Kosten für den Hatzenporter Hof

    700 000

    Euro würde einer Kostenschätzung zufolge der Umbau und die Sanierung der Industriehalle des Anwesens Pauly-Rath beim Projekt „Hatzenporter Hof“ kosten. Eine Umsetzung ist derzeit allerdings fraglich. aeg

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