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    Koblenz/BendorfBendorferin verurteilt: Tochter zündete Wohnung ihrer Mutter an

    Ein Familiendrama endete jetzt vor dem Koblenzer Amtsgericht mit einer Verurteilung: Die 31-jährige Angeklagte kassierte wegen schwerer Brandstiftung im minderschweren Fall eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Mutter eines vierjährigen Kindes am Morgen des Karfreitags 2011 in Bendorf zunächst mit einem Zimmermannshammer so lange auf die Wohnungstür ihrer Mutter eingeschlagen hat, bis diese zerbarst. Dann legte sie im Esszimmer mit einem Brandbeschleuniger Feuer...

    Dichter Qualm stieg an Karfreitag 2011 aus der Erdgeschosswohnung des Hauses in Bendorf.
    Dichter Qualm stieg an Karfreitag 2011 aus der Erdgeschosswohnung des Hauses in Bendorf.

    Koblenz/Bendorf - Ein Familiendrama endete jetzt vor dem Koblenzer Amtsgericht mit einer Verurteilung: Die 31-jährige Angeklagte kassierte wegen schwerer Brandstiftung im minderschweren Fall eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Mutter eines vierjährigen Kindes am Morgen des Karfreitags 2011 in Bendorf zunächst mit einem Zimmermannshammer so lange auf die Wohnungstür ihrer Mutter eingeschlagen hat, bis diese zerbarst. Dann legte sie im Esszimmer mit einem Brandbeschleuniger Feuer, kehrte anschließend in ihre Wohnung im Obergeschoss zurück, weckte ihr Kind und alarmierte die Feuerwehr - so das Urteil.

    Im Prozess schwieg die Angeklagte zu den Vorwürfen. Am Tattag hatte sie jedoch bei der Polizei Angaben gemacht: Sie habe die Wohnungstür ihrer Mutter im Erdgeschoss aufgebrochen, weil sie in ihrer eigenen Wohnung Brandgeruch wahrgenommen hätte und nachschauen wollte. Das kaufte ihr das Gericht jedoch nicht ab, denn: Sie hatte ein Motiv, und die Indizien sprachen gegen sie.

    Die 31-Jährige ist die Hauseigentümerin. Ihre Mutter hat jedoch in der Erdgeschosswohnung ein eingetragenes Wohnrecht. Ständig hatten die beiden Frauen Streit, der manchmal sogar in Handgreiflichkeiten endete. Sogar den Strom stellte die junge Frau ihrer Mutter ab. Dann wollte die Angeklagte das Haus verkaufen. Doch die Mutter weigerte sich auszuziehen. Was genau die junge Mutter dazu bewogen hat, am Karfreitag den Brand zu legen, ist unklar. Sie wusste jedenfalls, dass ihre Mutter an dem Tag nicht daheim war. Diesen Umstand hielt das Gericht der Angeklagten zugute. Dass sie der Tat überführt wurde, lag einerseits daran, dass in der Wohnung ein Feuerzeug mit ihrer DNA gefunden wurde. Zudem entdeckte man an ihrer Kleidung Benzinspuren. Für das Gericht ebenfalls ein Indiz: Nachbarn hatten in der Tatnacht Licht in der Wohnung gesehen. Weil die Angeklagte aber den Strom in der Wohnung abgestellt hatte, konnte nur sie die Stromzufuhr wiederhergestellt haben.

    Oberstaatsanwalt Ralf Tries sagte, dass das Verbrechen wohl eine Verzweiflungstat war. Schonungslos war er auch mit den Familienmitgliedern, die dem Prozess beiwohnten. Er sprach ihnen eine Mitverantwortung zu. Verteidigerin Anke Roth hingegen sah in ihrer Mandantin nicht die Täterin. Die Beweisführung habe den Vorwurf keinesfalls bestätigt. Sie forderte Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Von unserer Mitarbeiterin Ricarda Helm

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