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  • Koblenz: Sozialer Wohnungsbau ist schwieriges Thema

    Koblenz. Dass nach Jahren der Zurückhaltung von Bund und Ländern im sozialen Wohnungsbau etwas passieren muss, dürfte parteiübergreifender Konsens sein. Denn vielerorts sind die Mieten derart erhöht worden, dass auch die Mittelschicht immer öfter Probleme hat, die verlangten Preise zu bezahlen. Das Land Rheinland-Pfalz will deshalb gegensteuern. Dass dies trotz neuer Fördermöglichkeiten in der Praxis gar nicht so leicht ist, zeigt gerade das Koblenzer Beispiel.

    Ortstermin der Koblenzer SPD an der Baustelle „Weißer Höfe“. Dabei sprachen MdB Detlev Pilger (von links), Architekt Jens Ternes, die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen und der Koblenzer SPD-Vorsitzende David Langner über Bauausführung und Zeitplan.
    Ortstermin der Koblenzer SPD an der Baustelle „Weißer Höfe“. Dabei sprachen MdB Detlev Pilger (von links), Architekt Jens Ternes, die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen und der Koblenzer SPD-Vorsitzende David Langner über Bauausführung und Zeitplan.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    "Der Trend hat sich umgekehrt." Mit diesen Worten spielte der Koblenzer SPD-Vorsitzende und Sozialstaatssekretär David Langner beim Ortstermin mit Finanzministerin Doris Ahnen in der Koblenzer Altstadt auf ältere, nicht mehr passende Prognosen an. Noch vor wenigen Jahren waren Statistiker davon ausgegangen, dass Koblenz Einwohner verlieren wird. Der Buga-Effekt, die positive Entwicklung der örtlichen Hochschulen und der Wunsch, im Alter wieder in Innenstadtnähe zu wohnen, hat nicht nur zu einer Verknappung des örtlichen Wohnraums, sondern auch zu einem Mangel an erschwinglichen Alternativen geführt. Das liegt auch daran, dass die Neubauaktivitäten in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Städten gering sind. Zu den Ausnahmen sollen die "Weißer Höfe" gehören. Dort will das Versorgungswerk der rheinland-pfälzischen Rechtsanwaltskammern als Investor auch preiswerte Wohnungen vorhalten. Das Projekt ist frei finanziert, wird also nicht bezuschusst.

    Für künftige Investoren könnten sich Alternativen bieten, weil Bund und Länder die Förderkonditionen im sozialen Wohnungsbau deutlich verbessert haben. Denn Zuschüsse zielen jetzt auf die Tilgung, wer sich in Koblenz für ein Projekt im sozialen Wohnungsbau entscheidet, kann eine Förderung von bis zu 15 Prozent erhalten - wobei sich die Angebote auch an die Mittelschicht wenden können: Eine klassische Familie mit zwei Kindern kann einziehen, wenn das gesamte Jahres-Bruttoeinkommen nicht höher als 75 000 Euro ist. "Soziale Mischung im Quartier: Da sind wir alle klüger geworden", betonte Doris Ahnen beim Gespräch mit Repräsentanten örtlicher Wohnungsbaugesellschaften im Dreikönigenhaus und spielte dabei auf heutige Problemviertel an, die in den 60er-Jahren hochgezogen wurden. Doch keine Förderung ohne Verpflichtung: Wer vom neuen Programm, für das rund 1 Milliarde Euro über fünf Jahre eingeplant sind, profitieren will, muss sich nicht nur über zehn Jahre binden, sondern auch zusichern, dass die Miete pro Quadratmeter nicht höher als 5,95 Euro sein darf. Und bei dieser engen Grenze müssen sogar kommunale Gesellschaften mit spitzem Stift rechnen. Michael Siegel, Geschäftsführer der Koblenzer Wohnbau, wies darauf hin, dass es hohe Grundstückspreise und die Anforderungen an die Bauausführung schwer machen, zu den geforderten Konditionen vermieten zu können. Und Reiner Schmitz kritisierte, dass es gerade die öffentlichen Eigentümer sind, die ihre Grundstücke zu Höchstpreisen verkaufen wollen. Der Geschäftsführer von Modernes Wohnen wies darauf hin, dass seine Genossenschaft deshalb frei finanziert. Er schloss jedoch nicht aus, dass sich das ändern könnte. Anders MdB Detlev Pilger und Ratsmitglied Heribert Heinrich. Beide kritisierten, dass die Verhandlungen über den Erwerb von Konversionsflächen zu lange dauern. Kleiner Trost: Die bundeseigene Bima ist gehalten, die Flächen zu ermäßigten Preisen an Kommunen abzugeben.

    Einen Weg, günstigen Wohnraum zu schaffen, nannte Jens Ternes. Der Architekt regte den Umbau der vielen leer stehenden Büros in der Innenstadt an.

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