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    "Zutiefst verärgert": Bracht legt Aufsichtsratsmandat nieder

    Flughafen Hahn/Mainz - Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Josef Bracht, hat sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Frankfurt-Hahn-GmbH (FFHG) mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Seine Entscheidung hat Bracht gestern Infrastrukturminister Roger Lewentz als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters schriftlich mitgeteilt.

    Der Hahn-Aufsichtsrat hat einen neuen Chef und sein einziges Mitglied der Opposition verloren.  Foto: Werner Dupuis
    Der Hahn-Aufsichtsrat hat einen neuen Chef und sein einziges Mitglied der Opposition verloren.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

    Hans-Josef Bracht, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion, sagt: "Herrn Schweitzer ist nicht einfach mal kurz die Zunge durchgegangen."
    Hans-Josef Bracht, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion, sagt: "Herrn Schweitzer ist nicht einfach mal kurz die Zunge durchgegangen."

    In dem Schreiben heißt es: "In den Tagen nach der letzten Aufsichtsratssitzung des Flughafens Frankfurt-Hahn am 29. August 2013 wurden bis heute nahezu täglich Informationen in die Presse lanciert, die nicht den Beschlüssen im Aufsichtsrat entsprechen, ihnen entgegenlaufen und dem Flughafen in seiner Außendarstellung schweren Schaden zufügen. Heute lesen wir in den Zeitungen, dass der Aufsichtsratsvorsitzende und einer der beiden Geschäftsführer vor der Entlassung stünden. Sehr geehrter Herr Minister, als Aufsichtsratsmitglied bin ich sehr irritiert und zutiefst verärgert über diese Berichterstattung. Ich bin vor viereinhalb Jahren von der Landesregierung gebeten worden, diese Aufgabe zu übernehmen, wurde aber seit Jahren und speziell auch heute nicht über solch grundlegende Fragen, die die Zukunft des Hahns betreffen, von der Landesregierung informiert, geschweige denn beteiligt. Als Aufsichtsratsmitglied aber sehe ich mich in einer Verantwortung für das Unternehmen FFHG, der ich vor diesem Hintergrund nicht in ausreichendem Maße gerecht werden kann. Aufgrund viereinhalbjähriger Erfahrung sehe ich auch keine Perspektive, dass sich das in den kommenden Jahren bessern könnte."

    Bracht sei der Schritt schwer gefallen, teilt er im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Aber während seiner Zeit als Aufsichtsratsmitglied habe er sich nie ausreichend informiert gefühlt: "Ich hatte immer das Gefühl, andere Aufsichtsratsmitglieder wissen mehr." Die Indiskretionen nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung haben offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht. "Wir haben sechseinhalb Stunden intensiv getagt, uns mit kritischen Dingen beschäftigt, Vorschläge diskutiert und vernünftige Entscheidungen getroffen und dann steht jeden Tag danach eine neue Negativschlagzeile in der Presse", ist Bracht zutiefst enttäuscht. Zur aktuellen Auseinandersetzung zwischen den beiden Geschäftsführern Rethage und Pollety sagt Bracht: "So ein Streit ist tödlich für ein Unternehmen. Ich habe versucht, meinen Beitrag zu leisten, dass er beigelegt wird."

    Bracht sieht die Schuld eher bei Rethage als bei Pollety: "Ich kann nicht wie eine Dampfwalze durchgehen und alles platt machen. Ich brauche auch die Leute am Flughafen und muss sie einbinden."

    Seine Rolle als einziger Oppositionspolitiker im Aufsichtsrat einer Landesgesellschaft schätzt Bracht durchaus so ein, dass man ihn seitens der SPD-geführten Landesregierung seinerzeit auch in den Aufsichtsrat gerufen hat, damit er im Parlament weniger Angriffsmöglichkeiten hat. "Da waren mir als Aufsichtsratsmitglied häufig die Hände gebunden", sagt der Rheinböllener. Das soll sich nun wieder ändern. "Ich kann dem Flughafen, der Belegschaft und der Region als Parlamentarier dienlicher sein, und das werde ich auch tun", verspricht Bracht. Somit kann die Landesregierung damit rechnen, dass von der CDU-Opposition mehr Druck gemacht wird.

    Die erste Aktivität ließ nach Brachts Rücktritt nicht auf sich warten. Nachdem gestern auch Hans Endler als Aufsichtsratschef zurücktrat und durch den Staatssekretär im Finanzministerium, Salvatore Barbaro, ersetzt wurde, drängt die Union um Hans-Josef Bracht und Vorsitzende Julia Klöckner darauf, eine Sondersitzung der Ausschüsse für Inneres, Sport und Infrastruktur, für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung sowie des Haushalts- und Finanzausschusses einzuberufen. Begründung: "Am Hahn stellen sich viele offene Fragen. Das betrifft die aktuellen personellen Entscheidungen, die wirtschaftliche Lage, die notwendige Neuaufstellung des Unternehmens sowie möglichen zukünftigen Finanzbedarf aus Landesmitteln."

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