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    Wir produzieren den meisten Ökostrom

    Rhein-Hunsrück. Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist Spitzenreiter bei der Produktion von Ökostrom in Rheinland-Pfalz.

    Windkraftanlagen ermöglichen vielen Gemeinden mehr finanziellen Spielraum. In Mörsdorf (Foto) beispielsweise konnte durch die Einnahmen ein Projekt wie die Geierlay-Hängeseilbrücke realisiert werden.
    Windkraftanlagen ermöglichen vielen Gemeinden mehr finanziellen Spielraum. In Mörsdorf (Foto) beispielsweise konnte durch die Einnahmen ein Projekt wie die Geierlay-Hängeseilbrücke realisiert werden.
    Foto: Werner Dupuis

    Was die Menschen im Landkreis kaum überraschen dürfte, angesichts der Vielzahl von Windkraftanlagen, belegt der aktuelle Energieatlas, den die Energieagentur Rheinland-Pfalz veröffentlicht hat.

    Die Energiewende in Rheinland-Pfalz kommt voran, heißt es in dem Pressetext der Agentur, in dem aufgelistet ist, dass die Landkreise ihre Ökostromproduktion um 22 Prozent gesteigert haben. Dabei stechen einige mehr heraus, andere weniger, berichtet die Energieagentur.

    Der Kreis speiste demzufolge im Jahr 2015 rund 11.000 Kilowattstunden pro Kopf ein, das war mehr als fünfmal so viel Strom aus erneuerbaren Energien wie im rheinland-pfälzischen Durchschnitt. Auf dem zweiten und dritten Rang landen der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Landkreis Cochem-Zell.

    Dem Energieatlas zufolge wurden 2015 insgesamt rund 8526 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien in das Leitungsnetz von Rheinland-Pfalz eingespeist – 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht rund 2100 Kilowattstunden pro Kopf. Das Umweltministerium bezifferte die Stromerzeugung 2015 auf 8942 Gigawattstunden. Eine Gigawattstunde entspricht etwa der Menge an Strom, die 300 Zweipersonenhaushalte in einem Jahr durchschnittlich verbrauchen.

    Kreis setzt vor allem auf Wind

    Der Rhein-Hunsrück-Kreis setzt vor allem auf Wind, die Hauptquelle von Ökostrom in Rheinland-Pfalz. Mit mehr als 10.000 Kilowattstunden pro Kopf aus Windenergie liegt der Kreis deutlich vor den anderen Landkreisen.

    Landrat Marlon Bröhr kommentiert die dargestellten Zahlen auf Anfrage wie folgt: „Die Angaben bestätigen unsere eigenen Berechnungen, nach denen derzeit im Rhein-Hunsrück-Kreis rund dreimal so viel Ökostrom erzeugt wird, wie insgesamt Strom im Landkreis verbraucht wird. Ich freue mich, dass wir im Rhein-Hunsrück-Kreis damit einen gewichtigen Beitrag für die Energiewende in Deutschland leisten können. Das Ziel unseres Klimaschutzkonzeptes, bis 2020 bilanzieller Null-Emissions-Landkreis zu werden, können wir voraussichtlich schon 2017, spätestens aber 2018, erreichen, dies als erster Binnenlandkreis in Deutschland“, sagt Bröhr und ergänzt: „Darauf möchten wir uns allerdings nicht ausruhen, die Aktivitäten vor allem in den Sektoren Wärme und Mobilität müssen in den nächsten Jahren verstärkt werden.“

    Auch das Regionalbüro Mittelrhein der Energieagentur Rheinland-Pfalz, das in der Kreisverwaltung sein Büro hat, nimmt zu den Zahlen Stellung. Axel Bernatzki erklärt: „Der Rhein-Hunsrück-Kreis leistet einen enormen Beitrag bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Und das bringt nicht nur die Energiewende voran, das macht auch zahlreiche Zukunftsinvestitionen möglich, von denen die Bürgerinnen und Bürger konkret profitieren: von verbesserter Infrastruktur in den Dörfern bis hin zu Großprojekten wie etwa den Nahwärmenetzen in Kappel oder Neuerkirch-Külz. All das wäre ohne die regionale Wertschöpfung aus Windkraftanlagen nicht finanzierbar gewesen; das gilt übrigens auch für die Geierlay-Hängeseilbrücke.“

    Dächer bieten weiteres Potenzial

    Weiteres Potenzial sieht die Energieagentur im Rhein-Hunsrück-Kreis bei den Dächern. Hier lohne es sich – entgegen einem verbreiteten Vorurteil – nach wie vor, bei Privathäusern oder Werkshallen in Fotovoltaik-Anlagen mit Speichertechnik zum Eigenverbrauch des erzeugten Stroms zu investieren. Mit ihrem Solarkataster biete die Kreisverwaltung im Internet eine Entscheidungshilfe dazu an, und die Energieagentur unterstütze Interessenten im Rahmen ihrer Solarinitiative.

    „Die hervorragende Bilanz des Rhein-Hunsrück-Kreises bei der regenerativen Stromerzeugung hat gewiss auch dazu beigetragen, dass dem Kreis bei einem Entwicklungsprojekt der Bundesregierung eine zentrale Rolle zukommt – als eine der Vorzeigeregionen für die Energiewirtschaft der Zukunft“, so Bernatzki.

    Den meisten Strom pro Einwohner aus Fotovoltaik-Anlagen produziert übrigens zurzeit Kaiserslautern. Die pfälzische Stadt liegt auch bei der Stromproduktion mit Biomasse nur knapp hinter dem Spitzenreiter hierfür, dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Bei Wasserkraft erreicht der Kreis Cochem-Zell den ersten Platz im Ranking, beim Gas liegt der Kreis Bad Dürkheim vorn. Strom aus Geothermie erzeugt als einziger der Kreis Südliche Weinstraße. tor/dpa

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

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