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    BüchenbeurenVorbildliches Bildungsprojekt: Flüchtlinge machen Hauptschulabschluss

    Ein großes Bündnis unter der Regie der Volkshochschule (VHS) Hunsrück ermöglicht es 15 Asylsuchenden, in Büchenbeuren ihren Hauptschulabschluss zu machen. Vom Lernfortschritt der Schüler überzeugte sich jetzt der Integrationsbeauftragte der Landesregierung Miguel Vicente bei einem Besuch in den Unterrichtsräumen im Büchenbeurener Rathaus.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

    "Sie sehen ja, unser Unterrichtsraum ist provisorisch. Die Tafel haben wir von der Schule bekommen, ansonsten hangeln wir uns so durch", empfing die Leiterin der VHS Hunsrück, Ute Friedrich, die Gäste aus dem politischen Mainz. Karten der Herkunftsländer der Schüler, die aus Eritrea, Ägypten, der zentralafrikanischen Republik, aus Russland, dem Sudan, aus Äthiopien und Somalia in den Hunsrück gekommen sind, schmücken die Wände. "So können mir die Schüler zeigen, woher genau sie kommen", erklärt Ingo Noack, der die Flüchtlinge schwerpunktmäßig in Deutsch unterrichtet.

    Berufskunde steht mit auf dem Lehrplan

    Noack, der lange an der Paul-Schneider-Schule in Sohren unterrichtete und sich bereits in den 90er-Jahren um die Integration der Spätaussiedler verdient machte, navigiert die Kursteilnehmer mit großer Souveränität durch den Unterricht. Auf dem Lehrplan stehen Ausbildungsberufe und ihre Anforderungen. Die Schüler zählen auf, welche Fähigkeiten man für die Arbeit als Bäcker, Maurer, Dachdecker oder Straßenbauer mitbringen muss. "Das sind alles Berufe, die bei uns auf dem Hunsrück viel vorkommen", erklärt Noack. Seine Erfahrungen darin, Spätaussiedlern zu einem Schulabschluss zu verhelfen, ermöglichen es ihm heute, den Lehrplan auf die Asylsuchenden zuzuschneiden: "Wir bereiten die Leute gezielt auf eine Ausbildung vor."

    Vier der Kursteilnehmer haben bereits eine Praktikumsstelle, die sie im Sommer antreten werden, und an die sich möglicherweise eine Berufsausbildung anschließt. Harald Rosenbaum, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchberg, hofft, auf diese Art und Weise möglichst viele Flüchtlinge in der Region halten zu können: "Wir machen das nicht uneigennützig. Es wäre schlecht, wenn Menschen hierherkommen und dann nichts zu tun haben."

    Blick nach vorn trotz aller Widrigkeiten

    Die Kursteilnehmer sind durch die gezielte Förderung aufgeblüht, berichten die Flüchtlingshelfer aus den Gemeinden. Ein Eindruck, den der Landtagspräsident und Vorsitzende des VHS-Landesverbands, Joachim Mertes aus Buch, nach dem Besuch der Unterrichtsstunde teilt: "Ich habe das Gefühl, es geht allen gut. Man schaut nach vorne trotz aller Schwierigkeiten."

    Auch Integrationsbeauftragter Vicente zeigte sich von dem Büchenbeurener Projekt und insbesondere vom breiten Bündnis, das sich in Büchenbeuren für die berufliche Integration der Flüchtlinge engagiert, beeindruckt: "Wir brauchen Netzwerke, die zusammenwirken. Dann können wir viel bewegen." Den jungen Männern im Alter von 21 bis 35 Jahren, die in den kommenden Monaten in eine neue berufliche Zukunft starten wollen, sprach er Mut zu: "Machen Sie sich keine Sorgen. Ich war auch schon 35, als ich Ingenieur wurde."

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