40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Stallpflicht am Rhein: Geflügelhalter schützen sich vor Vogelgrippe
  • Aus unserem Archiv

    Rhein-HunsrückStallpflicht am Rhein: Geflügelhalter schützen sich vor Vogelgrippe

    Die Vogelgrippe bei Wildvögeln ist im Rhein-Hunsrück-Kreis angekommen. Nach der Risikoabschätzung des Veterinäramtes ist die Rheinschiene gefährdet. Daher wurde eine Stallpflicht für den Bereich zwischen der Autobahn A 61 und dem Rhein bis zum 31. März verfügt.

    Daniel Böhmer und seine Frau Sonja haben mit ihren Helfern hohen Aufwand betrieben, um die Freigehege ihrer Legehennen in Holzfeld vor Wildvögeln zu schützen. Die Auflagen der Behörde sind alle erfüllt.  Foto: Suzanne Breitbach
    Daniel Böhmer und seine Frau Sonja haben mit ihren Helfern hohen Aufwand betrieben, um die Freigehege ihrer Legehennen in Holzfeld vor Wildvögeln zu schützen. Die Auflagen der Behörde sind alle erfüllt.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) hat den Erreger der Vogelgrippe bei einem toten Schwan aus Boppard nachgewiesen (wir berichteten). Durch das sogenannte Aufstallungsgebot soll verhindert werden, dass die Vogelgrippe auf Hausgeflügel überspringt.

    103 gemeldete Geflügelhalter sind im Bereich zwischen Autobahn und Rhein von der Stallpflicht betroffen. Zu den größten Geflügelhaltern gehören die Eheleute Sonja und Daniel Böhmer aus Boppard-Holzfeld. Artgerechte und gentechnikfreie Freilandhaltung bevorzugen sie für ihre Legehennen. Viel Aufwand mussten die Eheleute Böhmer in den vergangenen Tagen betreiben, um ihren Tieren weiterhin Auslauf nach verschärfter Vorschrift zu gewähren.

    Mit Trapezblechen haben sie die Auslauffläche der Tiere abgedeckt. Zwei Tage haben sie mit zwei Helfern die Freifläche vor den mobilen Ställen hergerichtet. „So sind unsere Tiere vor dem Kot der Wildvögel geschützt“, sagt Daniel Böhmer. Von oben geschlossen und seitlich mit einem Netz gesichert ist das Gehege, in dem die Legehennen weiterhin den Freigang genießen.

    Erheblichen Mehraufwand betreiben die Eheleute Böhmer für ihre knapp 1000 Legehennen in Sachen Futter und Hygiene. Futterrüben, Weizenkörner und Luzerne bieten sie ihren Hühnern als Material, damit die Hühner scharren und sich weiterhin frei bewegen können.

    Auch in Sachen Hygiene haben die Produzenten des Holzfelder Frei-Land-Eis aufgerüstet: Extraschuhe für den Stallbereich, eine Desinfektionsmatte am Türeintritt, Einmalschutzanzüge für den Stall und viele andere Kleinigkeiten sollen den Tierbestand schützen. Damit erfüllen die Geflügelhalter aus dem südlichen Bopparder Stadtteil alle Anforderungen des Veterinäramtes und dem Kontrollverband KAT.

    Von den Wildvögeln sind vor allem Wassergeflügel und Aas fressende Vögel betroffen. Wildvögel stellen das natürliche Reservoir für die Geflügelpest dar. Eine Verbreitung der Erreger erfolgt über die Ausscheidungen bereits infizierter Tiere.

    Aber auch Aas fressende Wildsäugetiere (Fuchs, Marder etc.) können durch die Verschleppung von erregerhaltigem Material hierzu beitragen, sodass durchaus Regionen mit geringem Vorkommen von Wassergeflügel kontaminiert sein können. „Dieses Geschehen ist bei den starken Minustemperaturen bei Wildvögeln nichts Außergewöhnliches“, teilt das Veterinäramt des Rhein-Hunsrück-Kreises in seiner Pressemitteilung mit.

    Es sind einfach umzusetzende, aber hochwirksame Hygienemaßnahmen (Biosicherheitsmaßnahmen) notwendig, um den Eintrag von Geflügelpesterregern in die Hausgeflügelbestände zu verhindern.

    Die Kreisverwaltung weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass Geflügelhaltungen grundsätzlich anzeigenpflichtig sind. Bei Haltungen, die bisher nicht gemeldet sind, sollte dies schnellstens nachgeholt werden. red/sub

    Das sind die Maßnahmen für Geflügelhalter:

    Geflügel darf nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommt, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Auf Grünfutter von Äckern, Wiesen und Gärten sollte unbedingt verzichtet werden. Personen- und Besucherverkehr ist im eigenen Geflügelbestand auf das unvermeidbare Minimum beschränken. Weitere Vorgaben: Nach der Ausstallung des Bestandes sind Stall, Einrichtung und Gegenstände zu reinigen und mit handelsüblichem Desinfektionsmittel desinfizieren. Schadnager (Ratten, Mäuse usw.) müssen bekämpft werden. Gerätschaften, Hände und Schuhwerk sind vor und nach dem Betreten der Stallungen und Volieren gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Geflügelkadaver müssen sicher und vor Wildtieren geschützt gelagert werden.

    Infos zur Geflügelpest: www.fli.de; www.mueef.rlp.de. Auffälligkeiten und vermehrte Todesfälle im Bestand müssen sofort dem Veterinäramt bei der Kreisverwaltung gemeldet werden, Tel. 06761/820.

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    15°C - 23°C
    Donnerstag

    16°C - 24°C
    Freitag

    10°C - 20°C
    Samstag

    10°C - 17°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige