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  • Simmerner Gerbereiareal: Pläne liegen bald im Rathaus

    Simmern. Die Stadt Simmern will bei der Umgestaltung des sogenannten Gerbereiareals Nachbarn und die Bürgerschaft frühzeitig mit ins Boot nehmen. Deshalb hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Beschlüsse vom Juli über die Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren (wir berichteten) aufgehoben.

    In naher Zukunft wird sich das Gesicht der Kreisstadt entscheidend ändern: Das ehemalige Gebäude Herbstreuter (links) wird einem Hausarztzentrum, das Haus Böhmer (rechts vor dem Schwarzen Adler) einem Hotelneubau weichen.
    In naher Zukunft wird sich das Gesicht der Kreisstadt entscheidend ändern: Das ehemalige Gebäude Herbstreuter (links) wird einem Hausarztzentrum, das Haus Böhmer (rechts vor dem Schwarzen Adler) einem Hotelneubau weichen.
    Foto: Werner Dupuis

    "In dem ursprünglich gefassten Aufstellungsbeschluss hatten wir die frühzeitige Beteiligung der Bürger außer Acht gelassen", erläuterte Sebastian Roller, Fachbereichsleiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung.

    "Wenn wir jetzt die frühzeitige Beteiligung beschließen, können die Bürger ihre Bedenken und Anregungen bereits in einem frühen Stadium einbringen. Da wir nach deren Berücksichtigung erneut in die Offenlage gehen, können sich Betroffene und Anlieger sogar zweimal an dem Vorhaben beteiligen." Dem Vernehmen nach hat dies bereits die Kreisverwaltung als Untere Wasserbehörde getan und Fragen zum Hochwasser- und Umweltschutz gestellt. Roller berichtete dem Rat, dass es mehrere Eingaben gibt. "Es treten dabei aber keine unüberwindbaren Hindernisse auf."

    Konkret geht es um eines der größten anstehenden Projekte der Kreisstadt: Die Umgestaltung eines rund 7000 Quadratmeter großen Areals entlang der Simmerbachaue in den Bereichen Gerbereistraße und Hunsgasse. Im Rahmen des Städtebauprogramms "Aktive Stadtzentren" wird unter anderem der Abriss des Haus' Ziegelmayer, der ehemaligen Druckerei Böhmer sowie gegenüberliegend des Gebäudes Herbstreuter großzügig von Bund und Land gefördert. Zwei historische Bauten hat die Stadt dabei besonders im Blick: das alte Gerbereihäuschen, das vor Kurzem erst nach endlosen Diskussionen im Stadtrat umfassend saniert wurde und das Zeugnis von Simmern als wichtigem Standort dieses alten Handwerks ablegt. Entlang des Simmerbachs war die Lederverarbeitung noch bis ins vergangene Jahrhundert ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, prägten Gerberhäuser und Trockenschuppen das Stadtbild. Letzter Zeuge dieser Zeit ist das Gerberhäuschen mit seinen Lüftungsklappen im Dachgeschoss. Bei den Sanierungsarbeiten wurde sogar noch ein alter Lohbottich gefunden, in dem einst das Leder mit gerbsäurehaltiger Rinde hergestellt wurde.

    Lage bringt auch Gefahren mit sich

    Auch der Schwarze Adler soll mehr in den Mittelpunkt gerückt werden - handelt es sich doch um eines der ältesten Häuser der Stadt, das den verheerenden Pfälzer Erbfolgekrieg überstand, als die Stadt 1689 von französischen Truppen in Schutt und Asche gelegt wurde.

    Die Pläne zur Umgestaltung hat der Simmerner Architekt von Danwitz erstellt. Neben Wohnbebauung stehen ein Hausarztzentrum und ein Hotel im Blickpunkt. Die Lage in der City mit dem nahen Simmerbach ist verlockend - bringt aber auch die Gefahr von Hochwasser mit sich. Entsprechende Planungen mit Stelzen und "flutbaren" Tiefgaragen sollen das Risiko minimieren, großzügige Grünflächen dem Gewässer im Falle eins Falles als Ausdehnungsfläche dienen. Die Stadt selbst tritt nicht als Bauherr auf, Investoren haben sich aber bereits die Klinke in die Hand gegeben.

    Anregungen und Bedenken zu den städtischen Planungen können die Bürger nun vorbringen, sie werden von den Stadtmüttern und -vätern im Verfahren besprochen. Die Pläne dazu sollen "zeitnah" - so die Verwaltung - im Rathaus offen gelegt werden. Anlieger und interessierte Bürger können sich dort informieren und mögliche Einwände vorbringen.

    "Wir möchten die Simmerner Bürgerschaft mitnehmen und ihr Gelegenheit geben, sich schon in einem frühen Stadium zu informieren und zu beteiligen", unterstreicht Stadtbürgermeister Andreas Nikolay. Der Rat hat das Verfahren bei einer Gegenstimme abgesegnet.

    Markus Lorenz

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

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