40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Simmern zeigt Umspannwerken Rote Karte
  • Aus unserem Archiv

    SimmernSimmern zeigt Umspannwerken Rote Karte

    Die Stadt Simmern ist wohl wie keine andere Kommune im Land von Windkraftanlagen umzingelt, obwohl sie sich selbst gegen die Verspargelung stemmt. Auf städtischem Gelände dreht sich bislang kein Windrad, dennoch hat der Stadtrat dem geplanten Solidarpakt in der Verbandsgemeinde zugestimmt.

    Der Simmerner Stadtrat wollte weiteren Umspannwerken eine Abfuhr erteilen – jetzt wurde ihm eine Anlage auf Altweidelbacher Gemarkung direkt vor die Nase gesetzt. Ähnliches gilt auch für das Kondbachtal – auch dort soll vor den Toren Simmerns ein Umspannwerk entstehen.
    Der Simmerner Stadtrat wollte weiteren Umspannwerken eine Abfuhr erteilen – jetzt wurde ihm eine Anlage auf Altweidelbacher Gemarkung direkt vor die Nase gesetzt. Ähnliches gilt auch für das Kondbachtal – auch dort soll vor den Toren Simmerns ein Umspannwerk entstehen.
    Foto: Werner Dupuis

    Simmern - Die Stadt Simmern ist wohl wie keine andere Kommune im Land von Windkraftanlagen umzingelt, obwohl sie sich selbst gegen die Verspargelung stemmt. Auf städtischem Gelände dreht sich bislang kein Windrad, dennoch hat der Stadtrat dem geplanten Solidarpakt in der Verbandsgemeinde zugestimmt.

    Dass rund um die Kreisstadt Windkraftanlagen wie die Pilze aus dem Boden schießen, ärgert viele Simmerner Ratsmitglieder mittlerweile nicht nur aus optischen Gründen. Damit der Strom ins Netz gelangt, müssen immer mehr Umspannwerke gebaut werden. Neben der großen Einspeisestation des RWE an der Altweidelbacher Straße, die mittlerweile ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat, wurden von den Windradbetreibern drei weitere Umspannwerke in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet. Weiteren Projekten dieser Art erteilte der Stadtrat mittlerweile eine Absage – mit dem Erfolg, dass die Windanlagenbetreiber ihre Umspannwerke kurz vor der Simmerner Gemarkung auf Privatgelände bauen.

    Bürgermeister Andreas Nikolay ärgert vor allem die völlig unkoordinierte Planung und dass jeder Betreiber sein eigenes Süppchen kocht. „Simmern ist mittlerweile schon mehrfach umgepflügt worden. Keiner weiß mehr, wie viele Kabel hier verlegt wurden.“ Deshalb bat der Stadtchef auch die großen Betreiber Juwi, Abo-Wind und Futura zum Gespräch an einen Tisch. Erfolg hatte Nikolay damit jedoch nicht. „Jeder achtet nur auf seine Interessen, will seine Windkraftanlagen möglichst schnell ans Netz bringen. Alles andere ist denen egal“, ist der Bürgermeister sauer. „Manchmal denke ich, da ist Taktik dahinter, oder die glauben, mit uns Bauern können sie es ja machen.“

    Auch monetär hat Nikolay eine „schreiende Ungerechtigkeit“ ausgemacht: „Während die Ortsgemeinden mit Windenergie jährlich dicke Pachterträge einfahren, sollen wir Simmerner mit einem einmaligen Kaufpreis für das Gelände des Umspannwerks abgefunden werden. Damit die umliegenden Orte ihr Geld verdienen, sollen wir unsere Landschaft verschandeln lassen. Das ist nur einer von vielen Fehlern in einem System, das schon lange nicht mehr funktioniert.“

    Deshalb habe die Mehrheit des Simmerner Stadtrates Anträgen für weitere Umspannwerke eine Abfuhr erteilt. „Diese Anlagen stehen eben nicht in Külz oder Klosterkumbd, sondern hier, weil in Simmern entsprechend dimensionierte Leitungen liegen.“

    Neben den vier bestehenden Umspannwerken in oder bei Simmern soll in Kürze ein fünftes gebaut werden – das die Kreisstädter abgelehnt hatten. Im idyllischen Kondbachtal zwischen Simmern und Kümbdchen lässt nun ein Windkraftbetreiber auf Kümbdcher Gemarkung vor den Toren Simmerns die Anlage bauen. Für Andreas Nikolay das „i-Tüpfelchen auf der Landschaftsverschandelung“. Der Bürgermeister verweist darauf, dass gerade dieses Tal bei Spaziergängern und Joggern gleichermaßen sehr beliebt sei.

    Ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist, bezweifelt Nikolay: „Wie viele dieser Anlagen noch gebaut werden müssen, kann derzeit wohl niemand wirklich sagen.“ mal

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Freitag

    10°C - 20°C
    Samstag

    10°C - 17°C
    Sonntag

    11°C - 18°C
    Montag

    14°C - 20°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige