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  • SimmernSimmern: VG-Rat wirbt für Fusion mit Rheinböllen

    Liebespfeile in Richtung Rheinböllen schießt jetzt der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Simmern.

    Der Sitz des Rathauses soll im Falle einer Fusion von Simmern und Rheinböllen in der Kreisstadt bleiben.
    Der Sitz des Rathauses soll im Falle einer Fusion von Simmern und Rheinböllen in der Kreisstadt bleiben.
    Foto: Werner Dupuis

    In einer nichtöffentlichen Sitzung am Donnerstagabend haben der Verbandsgemeinderat wie auch die Bürgermeister der Ortsgemeinden der VG Simmern einstimmig für weitere Fusionsgespräche mit der VG Rheinböllen votiert. Simmerns VG-Bürgermeister Michael Boos wurde aufgefordert, sich erneut mit Vertretern aus dem Rheinböllener Land zusammenzusetzen, um die Verhandlungen über eine Verschmelzung der beiden Verbandsgemeinden weiterzuführen. „Diese Geschlossenheit sowohl im Rat als auch bei den Ortsbürgermeistern hat mich überrascht“, gibt sich Boos ob des einstimmigen Ergebnisses erfreut. „Eigentlich wollte ich die Ratsmitglieder wie auch die Bürgermeister nur über den Stand der Gespräche informieren. Die Sache hat dann eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Uns verbindet mit der VG Rheinböllen viel mehr, als uns trennt. Das haben Rat und Bürgermeister unisono und über alle Parteigerenzen hinweg so gesehen“, berichtet Boos.

    Die VG Rheinböllen ist zurzeit auf der Suche nach einem Fusionspartner, weil sie die vom Land gestellten Bedingungen für eine Selbstständigkeit nicht erfüllt. Deshalb wurden von Rheinböllener Seite aus bereits jeweils zwei Gesprächsrunden mit den Nachbarn Stromberg, St. Goar-Oberwesel und Simmern geführt. „Von unserer Seite gibt es keine unüberwindlichen Hindernisse“, führt der Verwaltungschef aus. „Es waren immer Verhandlungen auf Augenhöhe und das wird auch in Zukunft so sein. Rat und Bürgermeister wollen mit dem jetzt gefassten Beschluss dem Eindruck entgegenwirken, wir würden uns einer Fusion verweigern. Das Gegenteil ist der Fall. Sowohl geografisch wie auch historisch würde eine gemeinsame Verbandsgemeinde mit Rheinböllen Sinn machen.“

    Boos verweist dabei auf die bereits existierende enge Zusammenarbeit in Sachen Wasser und Abwasser, Schulen oder Kindergärten. „Da arbeiten wir auch Hand in Hand, warum soll das in anderen Bereichen nicht möglich sein? Eine gemeinsame Verbandsgemeinde mit Rheinböllen bietet enormes Entwicklungspotenzial – man muss sich nur die B 50 anschauen und an den Hochmoselübergang denken“, sagt der Simmerner VG-Bürgermeister. „Eine solche VG wäre auch wirtschaftlich sehr stark und hätte politisch ein enormes Gewicht.“

    Ob Wasserpreis, Flächennutzungspläne, Trägerschaft von Kindergärten, Solidarpakt oder Förderprogramme – alles sei verhandelbar, erklärt Boos. „Und zwar fair und offen“, wie er betont. „Von einer Eingemeindung kann überhaupt keine Rede sein. Beide Verbandsgemeinden sind natürlich unterschiedlich groß, auch wirtschaftlich. Aber durch eine Fusion entsteht etwas neues, da sollte man unter Demokraten doch vernünftig miteinander reden und faire Lösungen finden können“, ist er überzeugt und streckt den Rheinböllenern die offene Hand entgegen.

    Einzig der Verwaltungssitz in Simmern als Kreisstadt sei nicht verhandelbar. „Aber selbstverständlich würde es in Rheinböllen ein Bürgerbüro geben und wahrscheinlich würden auch einzelne Abteilungen dort untergebracht werden. Auch darüber gilt es auf Augenhöhe zu sprechen.“

    Vor einer „Mega-VG“ mit 44 Ortsgemeinden hat Boos keine Angst. „Ich glaube, unsere 32 Ortsgemeinden fühlen sich gut bei uns aufgehoben und gut betreut. Wir werden für 44 Gemeinden genauso Dienstleister sein wie bisher.“ Wichtig ist dem Verwaltungschef, dabei die Bürger zu beteiligen. „Natürlich müssen wir bei solchen Entwicklungen die Menschen fragen“, unterstreicht er.

    Die VG Rheinböllen sei wirtschaftlich gut aufgestellt, viele Gemeinsamkeiten vorhanden. „Ich denke, wir passen sehr gut zusammen, Gemeinsamkeit macht stark. Wir stehen einer Fusion offen gegenüber. Es liegt einzig an den Nachbarn, ob sie weitere Gespräche mit uns führen wollen. Wir sind dazu bereit und offen.“

    Von unserem Redakteur Markus Lorenz

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