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  • Rhein-Hunsrücker Bürger wählen gegen Windkraft und Asyl

    Rhein-Hunsrück. Die Wahlen des neuen Landtags haben im Land und im Kreis für teils dramatische politische Umwälzungen gesorgt. Insbesondere die Ergebnisse der Grünen und der AfD im Kreis fallen besonders auf.

    Pünktlich um 18 Uhr öffnete Ortsbürgermeister Bernd Ries in Külz die Wahlurne. Die Wahlhelfer begannen mit der Auszählung. Foto: Werner Dupuis
    Pünktlich um 18 Uhr öffnete Ortsbürgermeister Bernd Ries in Külz die Wahlurne. Die Wahlhelfer begannen mit der Auszählung.
    Foto: Werner Dupuis - Werner Dupuis

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Die Grünen erreichten im Wahlkreis 16 am Sonntag nur 3,7 Prozent und verloren damit 10,8 Prozent. Ebenso stürzten sie im Wahlkreis 23 auf 3,7 Prozent ab und büßten hier 9,2 Prozent ein. Unterdessen schoss die AfD aus dem Nichts in ungeahnte Höhen. 9,9 Prozent gab es im Wahlkreis 16, gar 10,4 im Wahlkreis 23.

    Wahlergebnisse sind die schärfste Form politischer Signale seitens der Bürger. Viele Beobachter sprechen daher in Rheinland-Pfalz von einem "Wutbürger-Votum". Bei einem genaueren Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis fällt auf, dass sich das Signal auf zwei Botschaften des Wählers an die Politik konzentrieren könnte: Der Bürger will keine Flüchtlinge und keine Windräder.

    Erfolg der Grünen in Windkraftgemeinden ist Geschichte

    Das Ergebnis der Grünen im Kreis: Die Energiewende war eines der zentralen Themen der Landespartei in den vergangenen fünf Jahren. In einigen Gemeinden im Kreis kam die Partei 2011 auf deutlich über 20 Prozent, so in Dichtelbach (21,5), Ellern (22,1), Herschwiesen (23,7), Klosterkumbd (27,4), Neuerkirch (22,5), Niedert (24,4), Ober Kostenz (26,2), Rheinbay (25,5) und Spesenroth (20,6). Unter anderem hatten die Grünen in den sogenannten Windkraftgemeinden Erfolg.

    Am Sonntag sah das Ergebnis ganz anders aus: Nur in ganz wenigen Orten blieben die Resultate einigermaßen stabil für die Grünen, so unter anderem in Budenbach. Dort gab es vor fünf Jahren 7,3 Prozent, heute sind es 6,2 Prozent. In anderen Orten gab es deutliche Abstürze in der Wählergunst. In Ober Kostenz fielen die Grünen um mehr als 20 Prozent auf nun 6,1 Prozent, in Ellern um 17,8 Prozent auf jetzt 4,3. In Spesenroth sank der Zuspruch um 19,6 Prozent auf nun 1 Prozent ab - gerade einmal eine Zweitstimme wurde hier für die Grünen abgegeben. In Bergenhausen fielen die Grünen von 17,0 Prozent vor fünf Jahren auf heute 0 Prozent. Es ist augenscheinlich, dass die Ergebnisse für die Grünen im Kreis gerade in den Gemeinden mit Windkraft beziehungsweise in jenen Kommunen, die von dem Großthema in irgendeiner Weise direkt betroffen sind, deutlich sanken.

    AfD punktet vorallem auf den Hunsrückhöhen

    Das Ergebnis der AfD im Kreis: Auch wenn die AfD im Kreis ein weniger gutes Ergebnis als im Land erzielt hat, zeigen sich im Wahlverhalten große Unterschiede. Es gibt Wahlergebnisse zahlreicher Orte, die unter 5 Prozent liegen. Die prozentual betrachtet wenigsten Stimmen für AfD gab es in Keidelheim, mit 2,4 Prozent, dicht gefolgt von Bubach (2,5) und Roth (2,9). Auffällig ist aber, dass es keinen Ort im Kreis gab, in dem die AfD keine Stimme bekommen hat. Zudem ist signifikant, dass der Zuspruch in den Mittelrhein-Gemeinden vergleichsweise geringer lag als auf den Hunsrückhöhen.

    Besonders deutlich fallen die Ergebnisse zugunsten der AfD in einigen Dörfern aus, die einen verhältnismäßig hohen Anteil an Flüchtlingen haben. Beobachter sprechen allerdings auch davon, dass die Resultate in den Kommunen besonders positiv für die AfD ausfallen, in denen viele Aussiedler leben. Die kreisweit besten Ergebnisse erzielte in AfD in Bickenbach (15,1), Gondershausen (15,1), Niederweiler (15,4), Sohren (15,5), Steinbach (15,6), Schnorbach (15,8), Nieder Kostenz (16,5), Erbach (16,6), Ohlweiler (16,7), Tiefenbach (16,7), Mühlpfad (17,0), Bärenbach (17,7), Dillendorf (18,5), Büchenbeuren (21,4), Mutterschied (21,4). Den höchsten Wert erreicht die AfD in Würrich (21,5). In Büchenbeuren und Würrich vereinigt die Partei damit mehr Stimmen auf sich als die CDU. In Buch, in dem die Integration von Flüchtlingen seit geraumer Zeit mit Leben erfüllt wird, kommt die AfD auf 8,2 Prozent.

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