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    OberweselOberweseler trauern um Johann Peter Josten

    Er hat die deutsche Nachkriegsgeschichte mitgeschrieben, die Anfänge von Rheinland-Pfalz mitgestaltet und seiner mittelrheinischen Heimat zu internationaler Reputation verholfen: Keine Frage, Johann Peter Josten hat seinen Platz in der Geschichte sicher. Der Oberweseler Ehrenbürger ist am Sonntag im Alter von 96 Jahren gestorben.

    Johann Peter Josten war 27 Jahre lang CDU-Bundestagsabgeordneter. Der Oberweseler Ehrenbürger ist am Sonntag im Alter von 96 Jahren gestorben.
    Johann Peter Josten war 27 Jahre lang CDU-Bundestagsabgeordneter. Der Oberweseler Ehrenbürger ist am Sonntag im Alter von 96 Jahren gestorben.
    Foto: rz-archiv

    Oberwesel - Er hat die deutsche Nachkriegsgeschichte mitgeschrieben, die Anfänge von Rheinland-Pfalz mitgestaltet und seiner mittelrheinischen Heimat zu internationaler Reputation verholfen: Keine Frage, Johann Peter Josten hat seinen Platz in der Geschichte sicher. Der Oberweseler Ehrenbürger ist am Sonntag im Alter von 96 Jahren gestorben.

    Als Deutschland noch in Trümmern lag, startete der Tischlermeister seine politische Laufbahn im rheinland-pfälzischen Landtag. Er war 1947 jüngster Abgeordneter bei der konstituierenden Sitzung in Koblenz. 1946 gehörte Josten zu den Gründungsmitgliedern der Oberweseler CDU. Noch im gleichen Jahr wurde er in den St. Goarer Kreistag gewählt. Von 1951 bis 1958 war er Landesvorsitzender der Jungen Union. Zudem engagierte er sich im Kolpingwerk und im Verband der Heimkehrer.

    Zum Abschluss seines politischen Wirkens wurde Josten Bürgermeister seiner Heimatstadt Oberwesel. Das war 1980. Der CDU-Politiker hatte gerade das Rentenalter erreicht und konnte auf 12 Jahre Kreistag, 6 Jahre Landtag, und 27 Jahre Bundestag zurückblicken. Neun Jahre lang, bis 1989, amtierte er als ehrenamtlicher Stadtchef.

    Dem Bekanntheitsgrad ihres Stadtbürgermeisters hatten es die Oberweseler zu verdanken, dass im Juni 1982 anlässlich des Nato-Gipfels in Bonn das Damenprogramm am Mittelrhein über die Bühne ging. Während ihre Männer über den Nato-Doppelbeschluss verhandelten, begrüßte Josten standesgemäß in Frack und Zylinder Nancy Reagan, Loki Schmidt und mehr als 50 weitere Frauen von Staatspräsidenten, Regierungschefs und ranghoher Nato-Vertreter in Oberwesel.

    Es war nicht das erste Mal, dass Josten Politprominenz in die Kleinstadt am Mittelrhein holte. Am 15. August 1953 kam Bundespräsident Theodor Heuss zur Einweihung der „Internationalen Jugendburg Kolpinghaus auf Schönburg“. Und 1962 war Bundeskanzler Konrad Adenauer zugegen, als der zweite Bauabschnitt eingeweiht wurde. Josten war 1951 als führendes Kolpingmitglied maßgeblich an der Gründung der internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oberwesel beteiligt.

    Zum Zeitpunkt des Heuss-Besuches gehörte Josten noch dem Landtag an. Zwei Monate später zog der Tischlermeister als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ahrweiler in den Bundestag ein. Sieben Wahlperioden lang, bis 1980, hatte er das Mandat inne.

    Als die Bonner Republik ihren parlamentarischen Höhepunkt erlebte, war Josten hautnah dabei. Beim konstruktiven Misstrauensvotum am 27. April 1972 gegen Bundeskanzler Willy Brandt, der durch Rainer Barzel ersetzt werden sollte, gehörte Josten dem Wahlausschuss an. Er sorgte an der Wahlurne dafür, dass während der namentlichen Abstimmung alles seine Ordnung hatte. Wolfgang Wendling

     

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