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  • Oberweseler Kolpingfamilie lädt zu Diskussionrunde ein: Jeder einzelne muss die Schöpfung bewahren

    Oberwesel. Das hatte sich die Kolpingfamilie etwas anders vorgestellt: Julia Klöckner sollte in der Reihe "Oberweseler Gespräche" mit dem Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Monsignore Ottmar Dillenburg, in der Liebfrauenkirche über das Thema "Bewahrung der Schöpfung" diskutieren. Doch die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende saß wegen eines ausgefallenen Flugs im südafrikanischen Namibia fest.

    Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Markus Brandl (links), und der Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Monsignore Ottmar Dilllenburg (rechts), diskutierten mit dem Journalisten Markus Appelmann vor eindrucksvoller Kulisse.
    Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Markus Brandl (links), und der Generalpräses des Internationalen Kolpingwerks, Monsignore Ottmar Dilllenburg (rechts), diskutierten mit dem Journalisten Markus Appelmann vor eindrucksvoller Kulisse.
    Foto: Martina Koch

    Dort hatte sie zuvor ein Aids-Waisenhaus eingeweiht. Als Vertretung kam der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Martin Brandl, nach Oberwesel, um das Thema des Abends aus Sicht eines Politikers zu bewerten.

    Kirche und Politik eint die Sorge um die Zukunft unseres Planeten und der ihn bewohnenden Menschen - das wurde in den Impulsvorträgen von Brandl und Dillenburg deutlich. Sie verleihen dieser Sorge allerdings mit recht unterschiedlichen Begrifflichkeiten Ausdruck: Brandl spricht von Nachhaltigkeit, wobei es sich keineswegs nur um ein Thema der Grünen im Sinne von Umweltpolitik handele und auch nicht um ein sogenanntes weiches Thema: "Es geht um das Überleben der Menschheit."

    Bogen von Adolph Kolping zu Papst Franziskus

    Monsignore Dillenburg meidet den - hier und da bereits etwas überstrapazierten - Nachhaltigkeitsbegriff. Er spricht von Bewahrung der Schöpfung und schlägt einen Bogen von der sozialen Frage, die schon Adolph Kolping beschäftigte, zur Enzyklika von Papst Franziskus Laudato si', die zu einem verantwortungsbewussten Umgang des Menschen mit der ihn umgebenden Umwelt aufruft. "Wir leben auf Kosten der Ärmsten der Armen und auf Kosten unserer Kinder", umreißt Dillenburg die vom Menschen gemachte Krise.

    In der Diskussion, die der Moderator und SAT.1-Journalist Markus Appelmann mit gezielten Fragen anstößt, geht es vor allem darum, wie die Bewahrung der Schöpfung gelingen kann. Der Mensch sei sich sehr wohl dessen bewusst, dass er mit seinem Konsumverhalten den Planeten zerstört. Die Herausforderung liege darin, ihn zu einer Änderung der Umwelt schadender Gewohnheiten zu bewegen - darin waren sich Brandl und Dillenburg einig.

    Aus seinen Erfahrungen als Politiker wisse er, wie schwierig es ist, im Großen etwas zu bewirken, erklärte etwa Brandl: "Ich will ja nicht als Pessimist rüberkommen, man kann Menschen schon für bestimmte Ziele begeistern. Aber um eine Gesellschaft zum Wandel zu bewegen, muss die Mehrheit überzeugt sein, dass sie davon profitiert."

    Politik und Kirche haben kein Patentrezept

    Auch Monsignore Dillenburg schlug auf die Frage, ob es überhaupt noch gelingen kann, die Schöpfung zu bewahren, zurückhaltende Töne an: "In einigen Bereichen ist es bereits fünf nach zwölf." Im Kleinen fallen ihm allerdings einige Beispiele für gelungene Projekte zugunsten des Umweltschutzes ein, an denen die Kolpingfamilie weltweit beteiligt war. Auch wenn diese nicht mehr als Tropfen auf dem heißen Stein seien: "Ich lasse mir meinen Optimismus nicht nehmen!", bekräftigt Dillenburg.

    Ein Patentrezept gegen die Krise hat weder die Kirche noch die Politik, stattdessen muss sich jeder Einzelne auf den Weg zu einem achtsameren Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen machen - das wurde an dem Abend in der Liebfrauenkirche wieder einmal deutlich. Dies vermittelten die Gesprächspartner ihren Zuhörern auch in ihren Abschlussworten: "Nehmen Sie dieses Thema mit nach Hause und diskutieren Sie darüber! Um zu wissen, dass man etwas tun muss, braucht es Bewusstsein!", gab Dillenburg den Oberweselern auf mit auf den Weg. "Jeder sollte sich eine Kleinigkeit aussuchen und ändern", rief Brandl zu einem schrittweisen Wandel hin zu einer ökologisch verträglicheren Lebensweise auf.

    Martina Koch

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

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