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    Bad SalzigLeonorenquelle sprudelt wieder aus der Tiefe

    Die Sanierung war von Erfolg gekrönt: Die Leonorenquelle in Bad Salzig sprudelt wieder so ergiebig wie einst im Mai, als die Kurgäste das Heilwasser gegen Magen-, Darm-, Leber-, Gallen- und Stoffwechselkrankheiten tranken. Diese Nachricht lässt bei der Bevölkerung des Bopparder Stadtteiles Freude aufkommen.

    Das Wasser der Leonorenquelle in Bad Salzig ist ein staatlich anerkanntes „Heilmittel des Bodens“. Aus diesem Grund darf Bad Salzig das Prädikat „Bad“ vor seinem Ortsnamen tragen. Die Trinkwasserqualität des Heilwassers wurde jetzt, nach der Quellensanierung, amtlich bestätigt.
    Das Wasser der Leonorenquelle in Bad Salzig ist ein staatlich anerkanntes „Heilmittel des Bodens“. Aus diesem Grund darf Bad Salzig das Prädikat „Bad“ vor seinem Ortsnamen tragen. Die Trinkwasserqualität des Heilwassers wurde jetzt, nach der Quellensanierung, amtlich bestätigt.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Als Theodor Hoffmann 1907 die Salziger Badherrlichkeit begründete, förderte die Leonorenquelle aus 446 Metern Tiefe das gesundheitsfördernde Wasser an die Oberfläche. Die zeitgleich erbohrte Barbaraquelle war 280 Meter tief. Sie ist seit längerer Zeit versandet und wird nicht mehr zum Leben erweckt.

    Die Leonorenquelle durfte aber auf keinen Fall ihren Dienst einstellen. Sonst drohte die Gefahr, dass die Anerkennung als Mineralheilbad flöten ginge. Darüber herrschte am Ende kommunalpolitischer Konsens.

    Da die Quelle über Jahrzehnte verstopft war, konnte sie auch nicht mehr die volle Leistung bringen. Deshalb bestand Handlungsbedarf. Die Deutsche Rentenversicherung als Eigentümerin der Quelle nahm in Absprache mit der Stadt Boppard die Quellensanierung in die Hand, nachdem Experten festgestellt hatten, dass eine übermäßig teure Bohrung nicht nötig sein werde. Und tatsächlich: Eine Spezialfirma aus Hessisch-Lichtenau hatte es geschafft, die Quelle wieder flott zu machen (wir berichteten). In 244 Metern Tiefe stießen die Brunnenbauer auf den Verschluss. Es gelang ihnen, die Kupferrohre von der Verstopfung zu befreien.

    Zu diesem Zeitpunkt konnten die Experten aber nicht ausschließen, dass weiter unten ein weiterer Verschluss auftritt. Nach einer Untersuchung mithilfe einer Kamera konnte das Unternehmen schließlich Entwarnung geben und die gute Nachricht verkünden, dass die Leonorenquelle wieder so gut in Schuss ist wie vor 100 Jahren.

    Nachdem die Pumpe eingebaut war, folgte der Beweis auf den Fuß: Die Quelle sprudelt, was das Zeug hält: 3000 Liter in der Stunde treten zutage. Zuvor waren es gerade mal 400 Liter. Die Wassertemperatur beträgt an der Oberfläche knapp unter 20 Grad. Die Trinkwasserqualität der sanierten Quelle hat das Gesundheitsamt bereits festgestellt. Die genaue Wasseranalyse steht allerdings noch aus.

    Und was wird nun aus der Quelle? Dem aus ihr sprudelnden Heilwasser hat Bad Salzig schließlich sein „Bad“ zu verdanken. Rüdiger Dinies von der Deutschen Rentenversicherung macht gegenüber unserer Zeitung nochmals deutlich, dass die Mittelrheinklinik die Quelle für ihre Zwecke nicht benötigt. Noch nicht mal das Bewegungsbad in der Rehabilitationsfachklinik für Innere Medizin und Psychosomatik wird mit dem Wasser der Leonorenquelle gespeist.

    Auch wenn das „Kurmittel des Bodens“ seinen eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllt, ist und bleibt Bad Salzig das einzige Mineralheilbad im Welterbe Oberes Mittelrheintal und im Rhein-Hunsrück-Kreis. Mit diesem Pfund lässt sich trefflich wuchern. Ortsvorsteher Wolfgang Spitz ist über jeden Vorschlag, wie man das Quellwasser touristisch verwerten kann, dankbar.

    Viele Bad Salziger schwören auf ihr Wasser und trinken es regelmäßig. Die Entnahmestelle an der Gabelung Salzbornstraße/Römerstraße am Theodor-Hoffmann-Platz steht den Bürgern erst wieder im Frühjahr zur Verfügung. Aber niemand braucht auf das Bad Salziger Heilwasser zu verzichten. Das Brunnenhaus am Kurpark ist das ganze Jahr hindurch geöffnet.  ww

    Leonorenquelle: Das Heilwasser sprudelt bald kräftiger denn je
    Boppard Simmern
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