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    OberweselLaunige Sprüche: 171 Gäste trinken im Oberweseler Ratskeller dicht an dicht

    "Toll, wie voll hier der Keller ist": eindeutig-zweideutig, was Mittelrheinweinkönigin Sarah Hulten sagte. Dabei standen doch da gerade mal die ersten Flaschen der langen festlichen Weinprobe in Oberwesel auf dem Tisch. Es sollte noch etwas nachkommen - Wein und Witzeleien auch vom Ehrengast Klaus Töpfer.

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

    Acht Weinpaare warteten in diesem Jahr beim Höhepunkt des Oberweseler Weinmarkts darauf, verkostet zu werden. Die festliche Weinprobe verzeichnete in diesem Jahr Rekordbesuch: 171 Gäste gingen im Ratskeller auf Tuchfühlung. Mittelrhein-Weinkönigin Sarah Hulten gefiel das: „Es ist toll, wie voll hier der Keller ist.“

    Da die Majestät dieses Zitat bereits beim ersten Probenpaar zum Besten gab, konnte gar keine Diskussion darüber aufkommen, ob sie das nun zweideutig gemeint hatte. Allerdings erkannte die Gebietsweinkönigin, was sie da gesagt hatte, und in Kenntnis sowohl der Länge der noch abzuarbeitenden Weinliste und als auch der Gepflogenheiten im Ratskeller schob sie vorausschauend hinterher: „Ich werde das wahrscheinlich am Ende nochmal wiederholen.“

    Für Sarah Hulten schloss sich ein Kreis in Oberwesel, hatte sie doch offiziell ihren letzten öffentlichen Termin im Ratskeller, bevor sie demnächst um die Krone der Deutschen Weinkönigin kämpfen wird. Schon ihren ersten Auftritt hatte die Gebietsweinkönigin bei just dieser traditionsreichen Probe, als sie seinerzeit zur Mittelrhein-Weinkönigin gewählt worden war.

    65 Jahre ist es her, dass der Mittelrhein eine Deutsche Weinkönigin stellte. Und seit rund 65 Jahren hat der Mittelrhein auch keine Brücke mehr, warf Stadtbürgermeister Jürgen Port ein. Die Bemerkung machte Port angesichts der beiden Rheinschwimmer, die den Beginn der Weinprobe mit ihren Ausführungen unterhalten hatten. Bürgermeister Thomas Bungert begrüßte seinen diesjährigen Stargast Klaus Töpfer mit den Worten, er habe etwas mit dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gemeinsam – beide haben schon schwimmend den Rhein durchquert.

    Töpfer konterte, nachdem Bungert erklärt hatte, Töpfer sei im Neoprenanzug, mit Schwimmflossen und (als CDU-Politiker) mit roter Badekappe in die Fluten gestiegen, er (Bungert) aber ohne Hilfsmittel: „Ich gehe davon aus“, so Töpfers Erwiderung, „dass Sie aber etwas anhatten, eine Badekappe brauchen Sie ja nicht.“ Da war die Stimmung im Ratskeller schon mal nach oben gegangen, noch bevor der Alkoholpegel aufgrund der fortgeschrittenen Probe gestiegen war.

    Im Übrigen erwies sich Töpfer als profunder Kenner der deutschen Trinkszene. Deutschland sei in vier Trinkregionen unterteilt: Im Norden und Osten trinke man eher Produkte, die unter der Erde wachsen, also vorzugsweise Schnaps, weiter südlich, inklusive Ruhrgebiet, spreche man eher dem Bier zu, und „noch weiter runter beginnen dann die Weinregionen“, führte Klaus Töpfer aus.

    Dass dies erst drei Regionen waren, hatte Marlon Bröhr noch mitbekommen, man befand sich ja noch beim zweiten von acht Probepaaren: „Ich habe ihn gefragt, welche denn die vierte Trinkregion sei“, erklärte Bröhr, „und als er Bayern sagte, dachte ich eben an die Weißbierregion. Aber Herr Töpfer korrigierte mich: Nein, da saufen sie alles“, berichtete der Landrat. Derart heiter kämpfte sich das Publikum tapfer durch Spätburgunder, einen Sauvignon Blanc und die Vielfalt der Rieslinge, von denen eine Spätlese und eine Auslese, den glanzvollen Schlusspunkt setzten. Serviert wurden diese, wie immer unter erschwerten Bedingungen aufgrund der Enge, von den Frauen der Verbandsgemeindeverwaltung. Kein kostbarer Tropfen ging daneben.

    Daneben lagen dafür 102 von 144 Teilnehmern, die den Quizwein diesmal falsch erraten hatten. Es war Nummer 6, eine Riesling Spätlese vom Weingut Albert Lambrich.

    Musikalisch umrahmten Bariton Falko Hönisch und Gitarrist Volker Höh die festliche Weinprobe. Wie alle Musikanten im Ratskeller mussten auch sie am Schluss gegen den Geräuschpegel ankämpfen, aber da muss man bei der festlichen Weinprobe eben durch.

    Thomas Torkler zur Oberweseler Weinprobe: Mit dem Quizwein ist das so ne Sache
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