40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Rhein-Hunsrück-Zeitung
  • » Kirchberg ist 2016 im Investitionsrausch
  • Aus unserem Archiv

    KirchbergKirchberg ist 2016 im Investitionsrausch

    Die Stadt Kirchberg hat im laufenden Jahr zahlreiche Großprojekte zu stemmen. Deshalb wird sie 2016 mehr Geld ausgeben, als sie einnimmt. Sie wird auf ihre Rücklagen zugreifen müssen.

    Hohe Investitionen sind für die Sanierung der Stadthalle vorgesehen. Noch in diesem Sommer sollen die Arbeiten beginnen. Gut 1 Million Euro wird die Maßnahme verschlingen. Kirchberg gibt in diesem Jahr mehr aus, als es einnimmt. In den kommenden Jahren muss gespart werden.  Archivfoto: Werner Dupuis
    Hohe Investitionen sind für die Sanierung der Stadthalle vorgesehen. Noch in diesem Sommer sollen die Arbeiten beginnen. Gut 1 Million Euro wird die Maßnahme verschlingen. Kirchberg gibt in diesem Jahr mehr aus, als es einnimmt. In den kommenden Jahren muss gespart werden. Archiv
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Redakteur Markus Lorenz

    "Leider haben die meisten Zahlen in unserem Haushalt ein negatives Vorzeichen", bekannte Stadtbürgermeister Udo Kunz bei der Vorstellung des Etatentwurfs fürs laufende Jahr. "Der Ergebnishaushalt schließt mit einem Minus von 1,2 Millionen Euro, der Finanzhaushalt weist ein Defizit von 980 000 Euro auf. Es bleibt uns in diesem Jahr nicht viel Geld übrig." Kämmerer Alwin Reuter muss also in den städtischen Sparstrumpf greifen. Die Rücklage wird zum Jahresende von aktuell 2,85 Millionen Euro auf 710 000 Euro geschmolzen sein. "Wir werden in den nächsten Jahren etwas tun müssen, um unsere Rücklagen wieder aufzustocken", bereitete Kunz seinen Rat schon einmal auf einen kommenden Sparkurs vor.

    Der gilt allerdings 2016 noch nicht. Da hat die "Stadt auf dem Berge" nämlich noch stattliche Aufgaben vor der Brust. In erster Linie ist hier die umfangreiche Sanierung der Stadthalle zu nennen (wir berichteten). Kirchbergs gute Stube soll für mehr als 1 Million Euro wieder auf Vordermann gebracht werden. Noch in diesem Sommer sollen die Arbeiten beginnen. Auch die Sanierung des Heimathauses (280 000 Euro stehen dafür im Haushalt) bedeutet ein wichtiger Kostenfaktor. Weitere Investitionen verschlingt das Obertorzentrum sowie die Stadtsanierung.

    Auch wenn die Steuerquelle in diesem Jahr erneut munter sprudelt - fast 4 Millionen Euro vom Fiskus sind im Etat vorgesehen - die Stadt Kirchberg gibt in diesem Jahr deutlich mehr aus, als sie einnimmt. Da hilft auch die Erhöhung der Hundesteuer um 12 Euro pro Vierbeiner auf 48 Euro für den ersten Hund nicht wirklich weiter. Zumal von den üppigen Steuern nur wenig im Stadtsäckel verbleibt. Zwar bezeichnete Bürgermeister Kunz die Einnahmen von rund 1000 Euro je Kirchberger - vom Kleinkind bis zum Greis - als durchaus "respektabel", doch die Umlagen für Kreis und Verbandsgemeinde fressen den Löwenanteil wieder auf. Von den 4 Millionen bleiben ganze 18 Prozent oder 725 000 Euro in der Stadtkasse - der Rest fließt ins Kreishaus oder in die VG-Kasse. Der Stadtchef kritisierte jenen Verteilungsmechanismus als "Politik aus dem letzten Jahrhundert" - letztlich hat jede Kommune mit diesen Tatsachen zu kämpfen. Sowohl der Kreis (Musikschule) als auch die VG (vier Schwimmbäder) leisten sich nach Ansicht des Stadtchefs zu viel. Zudem entferne ein "ausufernder Bürokratiewahn" den Bürger immer mehr von der Politik.

    Ab 2017 ist in Kirchberg Schmalhans Küchenmeister. "Ein solch anspruchsvolles Programm wie in diesem Jahr können wir uns dann nicht mehr leisten", macht Kunz klar. "Weitere größere Maßnahmen werden dann nicht mehr möglich sein. Armut ist keine Schande. Aber wir müssen natürlich solide wirtschaften."

    Beim Stadtrat rannte der Bürgermeister offene Türen ein. Die Lage sei zwar ernst zu nehmen, der Haushaltsplan aber seriös und solide aufgestellt, unterstrich Jürgen Tappe für die CDU-Fraktion.

    "Wir haben zuletzt viel bewegt und wenig gespart", betonte SPD-Sprecher Gerd Roth. "Im nächsten Jahr muss die Wellenbewegung in die andere Richtung schwappen, wenn wir handlungsfähig bleiben wollen."

    Ins gleiche Horn stieß Udo Schreiber (FDP). Die Stadt müsse schauen, wo gespart werden könne, ohne dass dies auf Kosten der Vereine gehe. Rudolf Windolph (FWG) sieht nur sehr geringe Einsparpotenziale im städtischen Etat. "Dass die Sanierung der Stadthalle von 600 000 Euro auf jetzt mehr als 1 Million hochgeschossen ist, muss dennoch kritisch geprüft werden."

    VG-Bürgermeister Harald Rosenbaum hob hervor, dass die Stadt viel bewegt und auf den Weg gebracht habe. "Deshalb kann sich keiner wundern, wenn die Rücklage schrumpft." Kirchberg habe ein "Mordsprogramm" zu bewältigen. Der Trost des Verwaltungschefs: "Die Zinsen sind derzeit sowieso im Keller."

    Der Stadtrat verabschiedete einstimmig Haushaltsplan und Satzung. Auch wenn in diesem Jahr noch einmal der Rubel rollt, werden die Kirchberger ab 2017 kleinere Brötchen backen müssen.

    Boppard Simmern
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

    Chefin v. Dienst

     

    E-Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Freitag

    10°C - 20°C
    Samstag

    10°C - 17°C
    Sonntag

    11°C - 18°C
    Montag

    14°C - 20°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Jahresrückblick 2016 der RHZ
    Anzeige