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    Rhein-HunsrückKampf gegen Geisterfahrer auf der B50 beginnt

    Der Rhein-Hunsrück-Kreis, die Polizeiinspektion Simmern und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) wollen gezielt gegen Falschfahrer auf der B 50 vorgehen. Um entsprechende Erfahrungen auszutauschen und sich Gedanken über eine höhere Verkehrssicherheit vor allem an den Auffahrten zur Bundesstraße zu machen, trafen sich jetzt Vertreter der drei Behörden in der Simmerner Inspektion.

    Dass das Thema den drei Behörden zurzeit besonders auf den Nägeln brennt, liegt auch an aktuellen Ereignissen. So hielt am 16. September ein 92-jähriger Autofahrer die Polizei in Atem, der als sogenannter Geisterfahrer auf der B 50 unterwegs war.

    Während dieser Vorfall noch glimpflich von statten ging, endete die Falschfahrt eines 72-Jährigen am 15. Oktober zwischen Simmern und Kirchberg mit vier Verletzten und 200.000 Euro Sachschaden.

    Insgesamt 41 „Geisterfahrer“ hat die Simmerner Polizei in den vergangenen zweieinhalb Jahren registriert. „Und dabei handelt es sich nur um die Fälle, die wir auch gemeldet bekommen haben“, unterstreicht Bernd Hoffmann von der Polizei Simmern, „die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.“ Klaus Fünders von der Kreisverwaltung ergänzt: „In drei Fällen kam es zu besonders schweren Unfällen. Wir wollen deshalb alle Präventivmaßnahmen treffen, die möglich sind.“

    In einem ersten Gedankenaustausch gingen nun LBM, Polizei und Kreisverwaltung alle Anschlussstellen der B 50 noch einmal durch. Es wurden Statistiken ausgewertet, gegenseitige Erfahrungen ausgetauscht und Bilder – teilweise auch aus der Luft – begutachtet. „Wir wollen prüfen, was rechtlich und baulich möglich ist, um solche Falschfahrten möglichst zu minimieren“, erläutert Fünders, „hundertprozentig verhindern werden wir sie aber auch danach nicht können.“

    Gerd Behm von der Simmerner Polizei erläuterte die Hauptgründe für sogenannte Geisterfahrten: Widrige Witterungsverhältnisse, unübersichtliche Beschilderung, Alkohol und Drogen, eine Überforderung des Fahrers mit der Verkehrssituation sowie Suizid oder Mutpropen.

    „Wir werden in den kommenden Monaten alle Anschlussstellen unter die Lupe nehmen und sie einer genauen Betrachtung unterziehen“, führte Friedbert Lohner (LBM) aus, „dann werden wir feststellen, was verändert oder verbessert werden kann. Wir wollen den Verkehrsteilnehmern Hilfen an die Hand geben, damit es gar nicht erst soweit kommt.“

    Dazu beließen es die Behördenvertreter nicht nur beim „Brainstorming“ am Schreibtisch, sondern machten sich auch vor Ort ein Bild. Die Anschlussstellen Büchenbeuren, Nieder Kostenz, Simmern und Rheinböllen wurden persönlich begutachtet. „Jeder Anschlusspunkt bedarf einer individuellen Betrachtung“, betonte Lohner. „Erst dann wissen wir, ob bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen oder ob vielleicht schon eine bessere Beschilderung, eine andere Fahrbahnmarkierung, ein Pfeil oder sogenannte Leitfahnen ausreichend sind.“

    Dass damit das Thema „Geisterfahrer“ auf der B 50 ein für allemal vom Tisch ist, glaubt keiner der Behördenvertreter. „Jemand, der in diese Situation kommt, hat zuvor schon durchgezogene Linien und Verbotsschilder überfahren“, so Klaus Fünders, „wir treffen diese Maßnahmen, um vielleicht noch dem ein oder anderen eine Hilfestellung zu geben. Ein gewisses Restrisiko besteht aber immer – ob auf der B 50 oder anderswo auf deutschen Straßen.“ mal

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