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    Rhein-HunsrückInklusion in Regelschulen vorantreiben

    Der Kreisausschuss hat dem Kreistag empfohlen, in der Kreistagssitzung am 12. Dezember die Einrichtung eines Förder- und Beratungszentrums (FBZ) fürs kommende Schuljahr zu beschließen.

    An der Hunsrückschule in Simmern mit dem Förderschwerpunkt Lernen und sozial-emotionale Entwicklung soll das Förder- und Beratungszentrum installiert werden. Unser Foto zeigt den Unterricht in einer 9. Klasse.
    An der Hunsrückschule in Simmern mit dem Förderschwerpunkt Lernen und sozial-emotionale Entwicklung soll das Förder- und Beratungszentrum installiert werden. Unser Foto zeigt den Unterricht in einer 9. Klasse.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

    Die Abstimmung im Kreisausschuss erfolgte einstimmig, nachdem Birgit Klaßen, Leiterin der Hunsrückschule in Simmern, das Konzept vorgestellt hatte, dass Vertreter der drei im Landkreis bestehenden Förderschulen, der Simmerner Hunsrückschule, der Helene-Pagés-Schule in Boppard-Buchenau sowie der Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun, entwickelt haben.

    Es sieht vor, das FBZ an der Hunsrückschule in Simmern zu installieren. Hier sollen alle Regelschulen, vorschulische Einrichtungen, Eltern und Institutionen in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung beraten und unterstützt werden.

    Als sogenannte Stammschulen fungieren die Helene-Pagés-Schule in Boppard-Buchenau sowie die Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun. Die Bopparder Schule ist Anlaufstelle für den Altkreis St. Goar, während die Hunsrückschule in Simmern die obigen Aufgaben für den Altkreis Simmern wahrnimmt. Für den gesamten Landkreis übernimmt die Theodor-Heuss-Schule die Beratung für die Förderschwerpunkte ganzheitliche und motorische Entwicklung.

    Keine zusätzlichen Kosten

    Birgit Klaßen betonte in der Kreisausschusssitzung, dass durch die Einrichtung des kreisweiten Förder- und Beratungszentrums keine zusätzlichen Kosten auf den Kreis zukommen. Regierungsschuldirektor Rolf Brüdern von der ADD ergänzte, dass außer in Bad Neuenahr/Ahrweiler und Rhein-Hunsrück bereits Förder- und Beratungszentren in Rheinland-Pfalz vorhanden seien. Zentraler Bestandteil des von den drei Förderschulen im Kreis erstellten Konzepts ist die Inklusion. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Kinder in den Regelschulen zu behalten, bevor man Förderschulen einschaltet", sagte Birgit Klaßen.

    Bei der Umsetzung des inklusiven Unterrichts soll das FBZ die Regelschulen unterstützen. Es baut Kooperationsstrukturen in der Region auf und verbessert somit die Voraussetzungen dafür, dass Eltern und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zwischen inklusivem Unterricht und Unterricht in der Förderschule wählen können.

    Eine Kernaufgabe des FBZ besteht auch darin, fachkompetente Betreuung und Beratung aller mit Erziehung und Bildung beauftragten Personen, Schulen und Institutionen zu gewährleisten sowie die Verwirklichung des inklusiven Unterrichts im Regelschulbereich voranzutreiben. Mehr Schüler sollen den Regelunterricht besuchen. Dazu ist aktive und systematische Unterstützung des inklusiven Unterrichts durch das FBZ notwendig, wodurch der Entstehung sonderpädagogischen Förderbedarfs entgegengewirkt werden soll.

    Im Schulgesetz definiert

    Mit der Empfehlung an den Kreistag folgt der Kreisausschuss dem Landesschulgesetz, das den gemeinsamen und individuell fördernden Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf (Inklusion) als eine allgemeinpädagogische Aufgabe aller Schulen definiert.

    Aktuell werden im Rhein-Hunsrück-Kreis 478 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf beschult. 309 dieser Schüler besuchen eine der drei Förderschulen im Kreis. Die übrigen 169 Schüler werden bereits jetzt im Rahmen der Inklusion an insgesamt zehn Schwerpunktschulen im Kreisgebiet unterrichtet. Es gibt fünf Schwerpunktschulen für die Klassenstufen 1 bis 4 im Kreis, die von 73 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht werden. Die übrigen 96 Schüler besuchen die Klassenstufen 5 bis 10. Daraus ergibt sich für den Rhein-Hunsrück-Kreis eine Inklusionsquote von 35,4 Prozent.

    Die drei Förderschulen im Kreis

    Im Rhein-Hunsrück-Kreis gibt es drei Förderschulen. In der Hunsrückschule in Simmern mit dem Förderschwerpunkt Lernen und sozial-emotionale Entwicklung werden 165 Schüler in den Klassenstufen eins bis zehn unterrichtet. Im zehnten Schuljahr erlangen die Jugendlichen die Berufsreife. Die Helene-Pagés-Schule in Boppard-Buchenau mit dem Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet rund 55 Schüler in fünf Lerngruppen mit jeweils zehn bis zwölf Schülern. Die dritte Förderschule im Kreis ist die Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung. Rund 90 Schüler mit kognitiven, körperlichen und mehrfachen Beeinträchtigungen besuchen die Schule zwölf Jahre lang und können somit ihre gesamte Schulzeit inklusive ihrer Berufsschulzeit in Kastellaun verbringen.

    Boppard Simmern
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