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    Flughafen HahnHahn: Oktoberfest startet ohne Probleme

    Mit einem verstärkten Aufgebot hat die Polizei am Freitag und Samstag den Auftakt des Oktoberfests auf dem Flughafen Hahn begleitet. Hintergrund des Einsatzes war, dass in unmittelbarer Nähe des bereits vor einigen Wochen errichteten Festzelts das Flüchtlingscamp liegt.

    Foto: wd

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Einen "normalen" Nachteinsatz im Flüchtlingscamp mit Einlasskontrollen sowie Sicherheits- und Organisationsaufgaben hatte das Team des DRK und des Sicherheitsdienstes GVO um Patrick Wilbert (3. von rechts).
    Einen "normalen" Nachteinsatz im Flüchtlingscamp mit Einlasskontrollen sowie Sicherheits- und Organisationsaufgaben hatte das Team des DRK und des Sicherheitsdienstes GVO um Patrick Wilbert (3. von rechts).
    Foto: wd

    Aus Sicherheitsgründen hatten sich die Behörden dazu entschlossen, allen Eventualitäten vorzubeugen. Im vergangenen Jahr hatten es einige Oktoberfestbesucher nach dem Ende einer alkoholreichen Nacht bei ihrem Abmarsch wohl übertrieben und in Lautzenhausen über das akzeptable Maß hinaus auf sich aufmerksam gemacht. Angesichts des Camps mit 649 Flüchtlingen auf dem Hahn und immer wieder kursierenden Sprüchen gegen Asyl suchende Menschen hatten die Verantwortlichen deshalb auf Prävention gesetzt. Sowohl das Personal zur Sicherung des Flüchtlingscamps als auch die Einsatzkräfte der Polizei wurden vorsorglich verstärkt, die Verbandsgemeinde Kirchberg war durch ihren Ersten Beigeordneten, Wolfgang Wagner, vor Ort, um sich ein Bild vom Ablauf zu machen.

    Am Ende des Wochenendes konnte ein durchweg positives, friedliches Fazit gezogen werden. Die Polizei hatte zwar mit einigen Personen zu tun, die zu tief ins Glas geschaut hatten oder auf etwas Provokation aus waren, jedoch kam es abgesehen von zwei Körperverletzungen unter den Festbesuchern zu keinen ernsteren Problemen. Rund 1000 Oktoberfestbesucher am Freitag und deutlich mehr als 1000 Gäste am Samstag feierten gemeinsam zwei schöne Abende und verließen das Gelände genauso friedfertig, wie sie gekommen waren. "Wir können eine sehr erfreuliche Bilanz ziehen", sagte Polizeihauptkommissar Bernd Linn von der Polizeiwache Hahn, der das Team der jeweils elf Beamten sowohl am Freitag als auch am Samstag als Einsatzleiter koordinierte. "Es war entspannt und friedlich, die polizeiliche Wahrnehmung der Veranstaltung war sehr positiv. Es war ein wirklich undramatischer Einsatz."

    Organisatorisches Miteinander

    Gründe zum Eingreifen hatte die Polizei kaum. Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Kirchberg sorgte in Absprache mit Oktoberfestveranstalter Rainer Scherer dafür, dass die Lautstärke im Zelt im Rahmen blieb, im Flüchtlingslager war die Partymusik dann auch kaum zu hören. Zudem kam es vor Ort nur zu wenig Kontakt zwischen Bewohnern des Camps und den Besuchern der ersten beiden von insgesamt zehn Veranstaltungsabenden des Oktoberfests.

    Zum einen wurden mehrere Flüchtlinge, die einen Blick ins Festzelt werfen und mit ihrem Taschengeld den dafür fälligen Eintritt entrichten wollten, wieder aus dem Zelt gebeten. Grund war wohl, dass sie offensichtlich keinen Ausweis vorlegen konnten. Dies wiederum war laut dem Veranstalter notwendig, um Besucher zu unterscheiden, die gemäß des Jugendschutzgesetzes dazu berechtigt sind, Alkohol zu trinken oder eben nicht. Zum anderen hatte es im Vorfeld des Oktoberfests Anzeigenschaltungen gegeben, die darauf hingewiesen hatten, dass das Oktoberfest einerseits stattfindet, es andererseits "weder freien Eintritt noch gratis Biermarken für Asylbewerber" geben würde. Offensichtlich waren zuletzt Gerüchte im Umlauf gewesen, dass das Oktoberfest wegen der Nähe zum Flüchtlingscamp komplett ausfallen würde. Laut dem Veranstalter hatte es zuletzt Absagen für das Fest gegeben, die letztlich wohl auch durch die Nähe der Veranstaltung zum Flüchtlingslager begründet gewesen seien.

    Parallelitäten des Lebens

    Als das Flüchtlingscamp vor einigen Wochen aufgebaut wurde, waren die Planungen für das Oktoberfest bereits in vollem Gange. Die Nähe zwischen den beiden so unterschiedlichen Zeltanlagen sorgte aber vor allem aus Sicherheitsfragen für große Bedenken. Nach dem ersten Wochenende lautete das Fazit, dass diese Sorgen wohl unberechtigt waren. Es blieb ruhig. Das Nebeneinander von Flüchtlingscamp und Oktoberfest mochte zwar verwirrend wirken, weil es extrem gegensätzliche Realitäten des Lebens darlegte. Aber das Auftaktwochenende zeigte am Hahn, dass diese Parallelitäten offensichtlich grundsätzlich möglich sind.

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