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  • Gesetz: Grüne Ministerin will weniger Wald

    Rheinland-Pfalz -  Das rheinland-pfälzische Umweltministerium vollzieht einen ökologischen Paradigmenwechsel: Das uralte Prinzip des Walderhalts gilt nicht mehr.

    Ulrike Höfken
    Ulrike Höfken
    Foto: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Frank Giarra

    Werden Bäume gefällt, müssen nicht zwingend neue gepflanzt werden. Ministerin Ulrike Höfken (Grüne) hat bereits alle Forstämter in einem Rundschreiben aufgefordert, auf Ersatzaufforstungen in Wäldern zu verzichten." Das gilt auch für Windkraftanlagen in waldreichen Regionen. Nur noch im Einzelfall soll aufgeforstet werden. Für Höfken ist die neue Linie "politisch alternativlos".

    Nach Informationen des Trierischen Volksfreundes soll das Waldgesetz entsprechend angepasst werden. Ziel ist laut Umweltministerium, "das weitere Anwachsen des Waldes in waldreichen Gebieten des Landes zu vermeiden, da Aufforstungen oftmals zu Lasten ökologisch ebenfalls sehr wertvollen Grünlandes erfolgen". Rheinland-Pfalz ist mit einem Anteil von 42 Prozent Fläche das waldreichste Bundesland. Der Waldanteil ist laut Ministerium kontinuierlich gestiegen, so dass er inzwischen größer ist als die landwirtschaftliche Nutzfläche. In Zukunft solle "eine Zusatzbelastung des Offenlandes sowie der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen vermieden werden".

    Ausgleichsmaßnahmen für das Roden von Wäldern sollen laut Ministerium künftig vorrangig über eine Aufwertung vorhandener Waldflächen oder durch Ersatzgeldzahlungen erfolgen, die in nutzungsintegrierte Maßnahmen fließen. Der Schutz des Waldes wird nach Ansicht des Ministeriums weiterhin gewährleistet - durch den Umbau zu naturnahem Wald, den Schutz von Biotopbäumen sowie den geplanten Nationalpark im Hunsrück und Hochwald.

    "Damit wird gegen geltendes Recht verstoßen und nach Gutsherrenart verfahren", klagt Wolfgang Schuh, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbands Rheinland-Pfalz.

    Michael Billen, forstpolitischer Sprecher der CDU, sagt: Über Generationen hinweg seien die Wälder als wertvolle Öko-Systeme standortgerecht bewirtschaftet worden. Diese Nachhaltigkeit werde "aus ideologischen Gründen" zerstört. "Die Grünen verraten ihren Markenkern." Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) will die Pläne "im Interesse der Allgemeinheit und insbesondere der künftigen Generationen" verhindern.

    Naturschützer und Landwirte vertreten eine konträre Ansicht. "Wir begrüßen das ausdrücklich", sagt Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu). Seit Jahrzehnten nehme der Landschaftsverbrauch durch Städte, Straßen und Gewerbegebiete zu, und weil der Waldanteil bislang nie reduziert worden sei. "Das geht immer zulasten von Äckern, Wiesen und Weiden."

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