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    MittelrheinFreiwillige aus aller Welt im Einsatz: Weinkultur im Welterbe braucht besondere Pflege

    Über die Initiative "World Heritage Volunteers" setzen sich in diesem Jahr Freiwillige zwischen 20 und 30 Jahren aus aller Welt ehrenamtlich für das Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal ein (wir berichteten). Unterstützt wird dieses Projekt unter anderem von der Mittelrhein Riesling Charta. Ziel ist es, den Erhalt und die Pflege des Oberen Mittelrheintals sicherzustellen.

    Die verbuschte Brache unterhalb der St. Martinskirche, des Welterbegartens und des Pfarrhauses wurde durch Freiwillige in einen Weinberg verwandelt.Unweit des Ochsenturmes sollen im kommenden Frühjahr junge Reben gepflanzt werden. Ein zehn Ar großer Weinberg wird sich in den kommenden Jahren prächtig entwickeln. Bis zur Lese des Jungfernweins dauert es noch ein paar Jahre.  Foto: Suzanne Breitbach
    Die verbuschte Brache unterhalb der St. Martinskirche, des Welterbegartens und des Pfarrhauses wurde durch Freiwillige in einen Weinberg verwandelt.Unweit des Ochsenturmes sollen im kommenden Frühjahr junge Reben gepflanzt werden. Ein zehn Ar großer Weinberg wird sich in den kommenden Jahren prächtig entwickeln. Bis zur Lese des Jungfernweins dauert es noch ein paar Jahre.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Die freiwilligen Helfer sind seit dem 4. September im Mittelrheintal unterwegs und unterstützen Projekte in verschiedenen Orten entlang des Rheins. Ein Projekt der Freiwilligen wird in enger Zusammenarbeit mit der Mittelrhein Riesling Charta realisiert: An der St. Martinskirche in Oberwesel wird ein neuer Weinberg angelegt.

    Dieser Weinberg dient zum einen der Verschönerung der Stadt Oberwesel und er fördert zudem den nachhaltigen Anbau von Wein. Die Kosten für die Neuanlage des Weinbergs übernimmt die Mittelrhein Riesling Charta. Eigentümer der zehn Ar großen Fläche ist die Kirchengemeinde, die die verbuschte Brache unterhalb des Pfarrhauses und des Welterbegartens zur Verfügung stellt.

    Beim letzten Work-Camp haben Freiwillige erstmals dort mit Freischneidern kräftig Hand angelegt und aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Über den Namen des neuen Weinbergs ist noch nicht entschieden. Querterrassiert wird der neue Weinberg im kommenden Frühjahr mit jungen Rieslingreben bepflanzt. Die Pflege und den Ausbau der Trauben übernimmt Charta-Vorstandsmitglied Peter Stahl aus Oberwesel-Dellhofen. Teile des Drahtrahmens wurden jetzt mit den notwendigen Verankerungen im sehr trockenen Boden befestigt.

    Die Helfer kommen aus zehn Ländern an den Mittelrhein

    Des Weiteren wurde der neue Weinberg wiederholt vom beginnenden Wildwuchs freigestellt. Freiwillige aus Portugal, Italien, Großbritannien, Serbien, Frankreich, Montenegro, Japan, Deutschland, Türkei und Mexiko haben fleißig gearbeitet, bei hochsommerlichen Temperaturen das Mittelrheintal kennen gelernt und kräftig geschwitzt.

    "Bei dem Projekt geht es auch darum, den jungen Helfern unsere Region und die Kultur näherzubringen", so Bernhard Praß, Vorsitzender der Mittelrhein Riesling Charta. Aus diesem Grund laden die Winzer der Riesling Charta alle Freiwilligen, die im Mittelrheintal geholfen haben, zu einem gemeinsamen Abschluss-Abendessen ein. "Dieser Abend soll ein Dankeschön an alle Helfer sein, er dient aber auch dazu, den Zusammenhalt zu stärken und Erlebnisse auszutauschen", erläutert Praß.

    Eine weitere Unterstützung erfährt die Initiative der Unesco durch den Charta Fonds. Eines der Ziele der Riesling Charta ist der Schutz des Oberen Mittelrheintals. Die Einrichtung des Charta Fonds soll diese Ziele voranbringen. Alle teilnehmenden Winzer der Riesling Charta verpflichten sich, einen festen Betrag pro verkaufter Flasche Charta-Wein in den Fonds einzuzahlen. Dieses Geld kommt dann dem Erhalt des Welterbes zugute und es werden unter anderem Projekte wie die "World Heritage Volunteers" unterstützt. Darunter fällt auch die Neuanlage des Weinbergs unterhalb der St. Martinskirche, dessen Neuanlage rund 6000 Euro kostet. Bereits seit 2008 gibt es das von der Unesco organisierte Projekt "World Heritage Volunteers".

    Mit viel Enthusiasmus für Belange des Welterbes sensibilisieren

    Internationale Freiwillige tragen in verschiedenen Projekten auf der ganzen Welt dem Schutz des Welterbes bei. Ziel ist die Sensibilisierung für den Erhalt des Welterbes und der Austausch der Kulturen. Eine der Helferinnen vor Ort ist die 22 Jahre alte Theodora aus Serbien. Sie hat ihr Bachelorstudium "Internationale Beziehungen" in Belgrad abgeschlossen und hat in den vergangenen Jahren drei andere Projekte in Sachen "European Heritage Volunteers" in Weimar und in Portugal unterstützt. "Bei der körperlichen Anstrengung in den vergangenen Tagen habe ich mehr und mehr entdeckt, wie wir das Kultur- und Naturerbe erhalten können. Bislang habe ich keine Erfahrungen in Sachen Weinbau sammeln können. Jetzt habe ich deutlich mehr Einblick", sagt die junge Frau. Ähnlich ergeht es Stefanny (29 Jahre) aus Mexiko. Die junge Architektin, deren Interesse den großen Welterbestätten gilt, schreibt an ihrer Doktorarbeit und nutzt die Zeit im Welterbe Oberes Mittelrheintal, um ihre beruflichen Interessen zu vertiefen und eine Auszeit von der grauen Theorie zu nehmen. sub

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