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    Flughafen HahnDie Unterkünfte am Hahn sind da: Flüchtlinge erhalten festes Dach überm Kopf

    Für knapp 200 Flüchtlinge auf dem Flughafen Hahn wird die Wohnsituation ab 18. Dezember entscheidend verbessert. Sie werden in die erste feste Holzunterkunft einziehen, die unweit der Büros der Flughafengesellschaft errichtet wird.

    Auf dem Hahn entsteht eine Unterkunft für Flüchtlinge aus vorgefertigten Holzmodulen. 200 Menschen können in dem Gebäude ab Mitte Dezember unterkommen. Das Projekt hat Modellcharakter für ganz Rheinland-Pfalz.
    Auf dem Hahn entsteht eine Unterkunft für Flüchtlinge aus vorgefertigten Holzmodulen. 200 Menschen können in dem Gebäude ab Mitte Dezember unterkommen. Das Projekt hat Modellcharakter für ganz Rheinland-Pfalz.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Torkler

    Nachdem das Fundament fertig war, ist mit der Montage der vorgefertigten Bauteile begonnen worden. Die Zeit drängt, denn die ersten Nachtfröste haben auch die Zeltunterkünfte erreicht. Obwohl diese stark beheizt werden, müssen sie winterfest gemacht werden, durch andere Böden und eine zusätzliche Dachschicht, die verhindern soll, dass Schnee auf den Zelten liegen bleiben kann.

    Die neue Holzunterkunft entwickelt hat die Firma Holzbau Kappler aus Gackenbach im Westerwald. Holger Kappler, Planer und Architekt, spricht von einer Rekordzeit, in der der Bau entsteht. Ende kommender Woche soll bereits der Rohbau stehen. Von der Planung über die Baugenehmigung bis zur Fertigstellung geht gewöhnlich ein gutes halbes Jahr ins Land, während die Winterunterkunft für die Asylsuchenden auf dem Hahn nur acht Wochen in Anspruch nimmt. Trotz Holzbauweise sind die Gebäude brandsicher und entsprechen den gültigen Verordnungen.

    Die Gruppenunterkunft wird Zimmer mit jeweils zwei Doppelstockbetten für insgesamt vier Personen haben. Jeweils acht Zimmer erhalten eine gemeinsame Sanitäreinheit mit Dusche, WC und kleiner Teeküche. Das auf dem Flughafengelände entstehende Gebäude ist dreigeschossig und umfasst bis zu 192 Betten. Sind die Flüchtlinge in ihre neue Unterkunft eingezogen, werden sie auch weiterhin von den DRK-Kräften der Zeltstadt betreut.

    Die Konstruktion ist ein Holzrahmenbau mit vorgefertigten wärmegedämmten Wandelementen in Tafelbauweise. Das Fundament ist aus Beton, die Decken sind sogenannte Rippendecken in Holztafelbauweise. Das Dach besteht aus Brettsperrholz. Die Wandoberflächen aus Sperrholz können zu Renovierungszwecken gestrichen, tapeziert oder mit Gipskarton verkleidet werden. Beheizt wird das Pilothaus elektrisch, auch das Warmwasser wird so aufbereitet. Grundsätzlich kann das aber bei anderen Projekten der örtlichen Versorgungsmöglichkeit angepasst werden.

    "Wir sind im Zeitplan, es läuft", sagt Holger Kappler. Mit dem Einzug der Asylbewerber ist die Maßnahme aber nicht abgeschlossen. "Wir sind bereits mit der Folgeplanung beschäftigt", sagt Kappler. Die Bauweise soll weiterentwickelt werden, unter Berücksichtigung möglicher Folgenutzungen sowie der Veränderbarkeit der Wohneinheiten für alternative Zwecke.

    "Neben dem ersten Gebäude am Hahn ist geplant, auf dieser Basis noch zwei weitere Holzgebäude in unmittelbarer Umgebung zum ersten Haus zu errichten. Die Fertigstellung dieser beiden nachfolgenden Gebäude ist für März 2016 anvisiert" sagt Michael Maurer, Sprecher des Führungsstabes Flüchtlingshilfe der Landesregierung. Andere Kommunen in Rheinland-Pfalz könnten die Vorteile der Holzunterkünfte nutzen. Die Baupläne stehen den Kommunen kostenfrei zur Verfügung. "Der heimischen Wirtschaft wollen wir auf diese Weise die notwenigen Informationen geben, damit sich möglichst viele Holzbaufirmen und Schreinereien an dem Projekt beteiligen könnten. Das Land bekommt so mehr Unterkünfte und das heimische Handwerk profitiert", erklärt Maurer.

    Mit verschiedenen Handwerkskammern haben bereits Treffen stattgefunden. Es gab Gespräche mit dem Landesbaugewerbeverband Zimmerer und Holzbaugewerbe, mittelständischen Holzbauunternehmen, dem Holzbaucluster Rheinland-Pfalz und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz.

    Der Holzbau sei für modulare Vorfertigung und kurze Bauzeiten gut geeignet, sagt Maurer. "Im Gegensatz zu Mietcontainern lassen sich die Gebäude als dauerhafte Wohngebäude nutzen und sind nachhaltig. Sollten die Holzbauten einmal nicht mehr als Flüchtlingsunterkünfte gebraucht werden, können die Gebäude auch anderweitig genutzt werden - im Zusammenhang mit dem Flughafen Hahn etwa eventuell als Büros", erklärt Maurer. Die Planung könne für kleinere Unterkunfts- und Wohnanforderungen zudem flexibel und einfach verändert werden, wie beispielsweise für eine Folgenutzung als Studentenwohnheim.

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