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  • Denkmal Skulptur der Künstlerin Jutta Reiss schmückt den freien Platz am Bootshaus - Endgültiger Standort am Rheinbalkon

    Denkmal steht vorübergehend am Bootshaus: St. Goar bringt den Lotsen in Stellung

    St. Goar. Er sollte eigentlich den Lotsenplatz am St. Goarer Rheinufer künstlerisch aufwerten: Konzentriert hat der von Jutta Reiss geschaffene Lotse am mannshohen Steuerrad den Rhein im Blick und erinnert an eine der ehemals wichtigsten Berufsgruppen im Tal.

    Freuen sich über die Enthüllung des St. Goarer Lotsendenkmals: Stadtbürgermeister Horst Vogt (von links), Künstlerin Jutta Reiß und Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Bungert.
    Freuen sich über die Enthüllung des St. Goarer Lotsendenkmals: Stadtbürgermeister Horst Vogt (von links), Künstlerin Jutta Reiß und Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Bungert.
    Foto: Martina Koch

    Da sich die Fertigstellung des Rheinbalkons bis in die Sommermonate hinein verzögert, hat sich die Stadt St. Goar jetzt entschieden, die Skulptur der Dörnbacher Künstlerin pünktlich zu Beginn der touristischen Saison vorübergehend an einem alternativen Standort aufzustellen. In einer kleinen Feierstunde wurde der Lotse jetzt am Ruderhaus in unmittelbarer Nähe des Fähranlegers in Stellung gebracht.

    Dort bietet das Lotsendenkmal Besuchern der Stadt ein ansprechendes Fotomotiv vor dem Hintergrund des Rheins und der in St. Goarshausen gelegenen Burg Katz und lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Berufsstand, der noch vor wenigen Jahrzehnten das Ortsbild der Gemeinden an der Loreley prägte. „Ein Tag, an dem wir die Lotsen ehren, ist ein besonderer Tag“, sagte denn auch Stadtbürgermeister Horst Vogt anlässlich der Enthüllung des Denkmals.

    Lotsen manövrierten durch gefährlichen Flussabschnitt

    Der Vorsitzende des Fördervereins Wahrschauer- und Lotsenmuseum St. Goar, Friedjo Goedert, nutzte die Gelegenheit, um auf die Geschichte der Lotsen am Mittelrhein und die Umstände, die zum Verschwinden des Berufsbilds führten, einzugehen: „Die Lotsen machten es erst möglich, den Rhein als Handelsstrom zu erschließen.“ Nur die ortskundigen Steuerleute wussten, die gefährlichen Engstellen des Rheins auf der Gebirgsstrecke zwischen St. Goar und Bingen sicher zu passieren. Sie ruderten mit ihren kleinen Booten zu den Schiffen, die sie zuvor angefordert hatten, und navigierten diese sicher durch den gefährlichen Flussabschnitt.

    Der Ausbau der Fahrrinne sowie der technische Fortschritt in der Binnenschifffahrt hatten zur Folge, dass der Beruf der Lotsen aufgegeben wurde: „In Hochzeiten gingen in St. Goar 50 Lotsen ihrer Tätigkeit nach. Durch den Strukturwandel gingen hier viele Arbeitsplätze verloren“, erläuterte Friedjo Goedert.

    Dank an Jutta Reiss für "identischen Steuermann"

    Damit die Lotsen und ihre Verdienste um die Rheinschifffahrt nicht in Vergessenheit geraten, hatte die Stadt St. Goar die Künstlerin Jutta Reiss mit der Gestaltung eines lebensgroßen Denkmals beauftragt. „Sie hat einen sehr identischen Steuermann geformt“, freute sich Goedert über die Skulptur mit der charakteristischen Schiffermütze.

    Die Stadt St. Goar konnte sich über großzügige Zuschüsse und Spenden zur Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von 42.000 Euro freuen: Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Mittelrhein unter dem Vorsitz von Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Bungert bewilligte 11.300 Euro an Fördermitteln, die Kreissparkasse Rhein-Hunsrück unterstützte das Projekt mit 8000 Euro und der Förderverein Wahrschauer- und Lotsenmuseum hatte aus vielen Einzelspenden 10.000 Euro zugunsten des Lotsendenkmals gesammelt. Die übrig bleibenden Kosten übernahm die Stadt St. Goar.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch
     

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