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    AhrweilerWo schrille Pop-Art-Kunst auf Hutenheilige trifft

    Unübersehbar war er, der riesige "Pop-Mops" des Künstlers Moritz Götze, der am Sonntag vor dem Weißen Turm in Ahrweiler viele Blicke auf sich zog. Und das mit gutem Grund, denn im Innern des Stadtmuseums feierte Galerist Marcus Diede die Vernissage seiner groß angelegten Ausstellung "Deutscher Pop".

    Bürgermeister Guido Orthen eröffnete am Sonntag die große Ausstellung "Deutscher Pop" im Weißen Turm in Ahrweilr.
    Bürgermeister Guido Orthen eröffnete am Sonntag die große Ausstellung "Deutscher Pop" im Weißen Turm in Ahrweilr.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

    Für diese Bilderschau hat Marcus Diede Arbeiten von Pop-Art-Veteranen ebenso wie von zeitgenössischen Vertretern dieser Kunstrichtung in der Kreisstadt versammelt. Schrill, bunt und teils ziemlich schlüpfrig ist die Kunst, die die drei Stockwerke des Weißen Turms quasi im Sturm erobert hat: An jeder Wand hängt oder lehnt deutsche Pop-Art - selbst in den Räumen der Malschule Roos. "Das hat irgendwie Ateliercharakter", findet Galerist Marcus Diede, der die Schau innerhalb von zwei Nächten höchst selbst gehängt hatte.

    Auch zwei Künstler aus dem Kreis Ahrweiler haben sich dabei mit ihren Arbeiten unter die Großen der deutschen Pop-Art gemischt. Zum einen der 2006 verstorbene Manfred Hammes aus Burgbrohl-Lützingen, dessen künstlerische Ausdrucksformen neben der Malerei Objekte und Skulpturen waren, die von der immer wieder variierten Form des menschlichen Kopfes geprägt sind - so etwa beim Wandobjekt "Sternengreifer", das Marcus Diede vis-à-vis eines Siebdrucks von Hermann Albert platziert hat.

    Zum anderen ist da Kolja Senteur, Leiter der Malschule Roos und damit Lokalmatador im Weißen Turm. "Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt Galerist Diede über Senteur, der ganz offensichtlich ein besonderes Faible für Pin-ups und Comics hat. Das zeigt sich in seiner aktuellen Werkreihe "Girls and Monsters", die er speziell für die Pop-Art-Ausstellung geschaffen hat. Bereits aus dem Jahr 1997 stammt dagegen seine Leindwandschöne "Romy", die er seinerzeit mit Acrylfarben auf Spanplatte malte. Sie hat es nun ins dritte Stockwerk zu den Hauptwerken der Pop-Ausstellung geschafft.

    Ausstellung geht noch bis Anfang Mai

    Einen Stock tiefer hängt seine "Emma": Kolja Senteurs Version von Serienheldin Emma Peel hat die Pistole gezückt - direkt neben der hochgewachsenen, schlanken Skulptur der Ahrweiler Hutenheiligen Katharina. Und überhaupt: Rotzfrech, wie die Pop-Art selbst ist, kombinierte Marcus Diede auch anderswo die poppigen Arbeiten seiner Ausstellung zu den vorhandenen Museumsexponaten der Ahrweiler Stadtgeschichte hinzu - zu all den Heiligen und lokal verehrten Altertümchen.

    Ins Auge fallen da besonders die großformatigen gemalten Collagen von Endy Hupperich. Ein Beispiel: In direkter Nachbarschaft zum Sockel, auf dem eben jene hölzerne Madonna thront, die früher einmal im Ahrtor zu finden war, hat der Galerist Hupperichs Comic-inspiriertes Ölgemälde "Groupshow" positioniert. Manch einem Museumsbesucher mag dieses gegensätzliche Zusammenspiel, das wohl aus der (Raum-)Not geboren ist, sauer aufstoßen. Für andere ist es vielleicht aber lediglich eine weitere ironische Brechung in Sinne der Pop Art.

    "Deutscher Pop" ist bis zum 1. Mai im Weißen Turm in Ahrweiler, Altenbaustraße 5, zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
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