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  • Sitzung Knappe Mehrheit sagt Nein und spricht sich stattdessen für Wohnbebauung aus

    Folgt der Stadtrat? Sinzigs Ortsbeirat ist gegen das Einkaufszentrum

    Sinzig. „Nein Danke“ sagt der Sinziger Ortsbeirat mehrheitlich zum geplanten Nahversorgungszentrum (NVZ) am Dreifaltigkeitsweg. Mit fünf Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung stimmte das Gremium am Dienstag für den Antrag von Ingo Terschanski (SPD), auf dem Gelände die Weichen für Wohnbebauung und touristische Freizeitangebote zu stellen.

    Nach einer lebhaften Diskussion hat die Mehrheit des Sinziger Ortsbeirats gegen den Bau des Nahversorgungszentrums gestimmt.
    Nach einer lebhaften Diskussion hat die Mehrheit des Sinziger Ortsbeirats gegen den Bau des Nahversorgungszentrums gestimmt.
    Foto: ith

    Läge die Entscheidung also bei Ortsvorsteher Gunter Windheuser und dem Ortsbeirat, würde das NVZ auf dem ehemaligen Rick-Gelände nicht gebaut. Aber: Bekanntlich entscheidet der Sinziger Stadtrat, der diesen Donnerstag die Weichen für das NVZ stellen könnte. Jedenfalls scheint es im Gremium eine Mehrheit für den Bau zu geben (wir berichteten).

    Unter großem Beifall von Sinziger Bürgern, unter denen sich auch Bürgermeister-Kandidat Manfred Ruch (unabhängig), SPD-Fraktionsvorsitzender Hartmut Tann sowie Franz Hermann Deres (CDU) befanden, forderte der Ortsbeirat den Stadtrat auf, die Planungen zum Nahversorgungszentrum nicht weiter zu verfolgen.

    Windheuser: „Ich fühle mich verantwortlich für die Sinziger Kernstadt und werde am Donnerstag eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Ich bin gegen das Nahversorgungszentrum, da Edeka an seinem jetzigen Standort erweitern kann.“ Das jetzige Edeka-Gelände sei ein „1A-Standort“, der um eine erhebliche Verkaufsfläche erweitert werden könnte und so auch Verkehr in die Innenstadt bringen würde.

    Zudem seien die Gutachten für die Planungen des NVZ von der Stadt beauftragt worden. Windheuser: „Es hat zwar geheißen, der Investor bezahlt, aber gibt es darüber einen Vertrag?“ Terschanski hierzu: „Wer bestellt, bezahlt – soll ich noch sagen, so fallen die Gutachten dann auch aus?“

    Für Heinrich Ax (FWG) ist nicht absehbar, wie sich die Verkehrsbelastung auf der Kölner Straße mit der Ahrbrücke im Fall des NVZ-Baus entwickeln würde. Außerdem meinte er: „Wir sollten den Geschäftsleuten der Innenstadt nicht als Totengräber zum Handlanger werden.“ Terschanski führte aus, dass im Rahmen des beantragten Städtebau-Förderprogramms Aktive Stadtzentren festzulegen gilt, wohin sich Sinzig entwickelt. Die Stadt habe die Planungshoheit, aber sie müsse sie auch nutzen. Stattdessen habe die Verwaltung unnötigerweise Geld für Gutachten in die Hand genommen. Graf Roderich von Spee (FDP) meinte hierzu: „Wir können einem Eigentümer nicht vorschreiben, was er dorthin baut – was genehmigungsfähig ist, wird auch genehmigt.“

    Herbert Holstein (CDU) sah das ähnlich: „Wir sollten für das Vorhaben endlich grünes Licht geben. Bevor Penny, Rewe und Kaufland gebaut wurden, waren auch viele dagegen, und jetzt sind alle froh damit.“ Es sei arrogant, Edeka, Aldi und Rossmann im Gegensatz zu den genannten Discountern keine Erlaubnis zu geben, sich zu erweitern.

    Wie Ortsvorsteher Windheuser haben will, gibt es derzeit Unstimmigkeiten bei einem städtischen Grundstücks, was nicht näher benannt wurde. Demnach gibt es einen Kaufinteressenten, der jedoch eine von Bürgermeister Wolfgang Kroeger unterzeichnete Antwort bekommen habe, in der dieser behauptet, dass die Ausschüsse sich mit der Frage über die Weiterentwicklung des besagten Grundstücks befasst hätten und Kroeger davon ausgeht, dass dieses Grundstück für produzierendes Gewerbe veräußert werden soll. Windheuser: „Es hat sich aber kein städtisches Gremium mit dieser Frage befasst. Wie können wir dagegen vorgehen?“

    Der Antrag der rüstigen Rentner, pünktlich zur 750-Jahr-Feier Sinzigs, 60 Straßenschilder mit Erläuterungen zu den Straßennamen zu ergänzen, wurde angenommen. Allerdings unter der Bedingung, dass die von Kunsthistoriker Stephan Pauly vorgenommenen Korrekturen berücksichtigt werden.

    Im Vorfeld der Sitzung kam während der Bürgersprechstunde die Frage nach der Weiterentwicklung der Jahnwiese auf. Hier bezog Bürgermeisterkandidat Ruch Position: „Man sollte die Jahnwiese nicht isoliert verplanen, sondern erst Ideen zur Gesamtentwicklung der Stadt auch im Rahmen des Förderprogramms aktiven Stadtzentren abwarten.“

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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