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    Pfaffen-Schwabenheim Pfaffen-Schwabenheim: Beim Klosterfest ging es zünftig zur Sache

    Wo Ritter und Mönche sich niederlassen, gibt es stets einen guten Tropfen. Das gilt in der rheinhessischen Weinbaugemeinde am Appelbach auch noch heute: Indiz dafür ist das Klosterfest, mit dem die Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler um ihren rührigen Vorsitzenden Norbert Theis alias Walfram von Sponheim an der Spitze zum 11. Mal die mittelalterliche Tradition in der Klostergemeinde am Wochenende wieder aufleben ließ.

    Der Dorfschultheiß und Ortsobere Hans-Peter Hass begrüßte die Gäste, flankiert von Schirmherrin Julia Klöckner und Walfram von Sponheim alias Cheforganisator Norbert Theis.  Foto: Albert Kossmann
    Der Dorfschultheiß und Ortsobere Hans-Peter Hass begrüßte die Gäste, flankiert von Schirmherrin Julia Klöckner und Walfram von Sponheim alias Cheforganisator Norbert Theis.
    Foto: Albert Kossmann

    Von unserem Mitarbeiter Albert Kossmann

    Ritter Alexandre de Bouf haute auf den "Roland", der die Eigenschaft hatte, auch zurückzuschlagen, so dass der edle Recke aufpassen musste, dass ihm nicht der Helm vom Kopf gefegt wurde.
    Ritter Alexandre de Bouf haute auf den "Roland", der die Eigenschaft hatte, auch zurückzuschlagen, so dass der edle Recke aufpassen musste, dass ihm nicht der Helm vom Kopf gefegt wurde.
    Foto: albert kossmann

     

    Mit dem Ritter- und Mönchspektakel läutete die Fördergemeinschaft auch die Feier zum 1250. Geburtstag des Dorfes ein. Wackere Ritter hoch zu Ross und Knappen aus aller Herren Länder waren gekommen. Haudegen zeigten, wie es früher zuging, als nicht lange gefackelt wurde, sondern Meinungsverschiedenheiten mit dem Schwert ausgefochten wurden. Es wimmelte auf dem Festplatz vor der Kulisse des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Klosters nur so von Geharnischten, Edeldamen, Marketenderinnen, Gauklern, Spielleuten und frommen Mönchen in ihren schwarz-weißen Ornaten, die klarmachten, dass das Mittelalter gar nicht so grau war, sondern bunt und voller Lebensfreude und schriller Klänge.

    Stellas Ritt auf dem Knappen

    CDU-Landeschefin Julia Klöckner, die die Schirmherrschaft über das Klosterfest übernommen hatte, erschien im "zivlen", sommerlichen Temperaturen angepassten Outfit. Sie gab den Tipp, dass wir nicht nur in der Zukunft und Gegenwart leben sollten, sondern auch in der Vergangenheit, um der nachfolgenden Generation die Eindrücke längst vergangener Zeiten zu erhalten. Johanna Becker-Strunk von der Mainzer Staatskanzlei lobte das Engagement der Verantwortlichen, die ein tolles Fest auf die Beine gestellt hatten. Bei hochsommerlichen, schweißtreibenden Temperaturen floss auch der eigens für das Klosterfest von Stromberger Urbräu gebraute schäumende Gerstensaft in Strömen. Es sei politisches Bier, weil viel Schaum drauf sei, sagte der bestens aufgelegte Herold Chnutz von Hopfen aus Altenbamberg.

    Da brutzelten auch nicht nur für Landwirte in der Bauernpfanne Leckereien, die mit ihrem Duft den vielen Besuchern des Klosterfestes das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.

    Beim ritterlichen Turnier konkurrierten die zwei edlen Recken Alexander de Bouf und Matthias von der Höh mit der kleinen Edeldame Stella, die statt von einem Pferd von einem Knappen getragen wurde. Schließlich gewann sie die Gunst des Volkes. Da wurde deutlich sichtbar, dass die Geharnischten entweder kein Zielwasser getrunken oder am Abend zuvor zu viel am Methörnchen genuckelt hatten. Indes agierte in der ehemaligen Klosterkirche die VHS-Theatergruppe aus Bad Kreuznach "art vor ort" in dem mittelalterlichen Stück "Der Rattenfänger von Hameln" unter der Leitung von Inge Roßbach. Der Flöten spielende Vagabund hatte mit seinem Instrument die Ratten aus der Stadt gelockt, um die Plage zu beseitigen. Als die Ratsherren ihm den verdienten Lohn versagten, entführte der Gaukler kurzerhand die Kinder auf nimmer Wiedersehen. Das Gotteshaus war auch Schauplatz des Chorale Augustiniense. Unter der Leitung von Pfarrer i. R. Martin Hinrich füllten gregorianische Gesänge zur Vesper das Kirchenschiff.

    Deftiges Rittermahl

    Schon am Freitagabend ging es beim Rittermal hoch her, als sich etwa 100 gut gelaunte Gäste den Magen vollschlugen. Krautsuppe und gefüllter Braten mit Bohnen sorgten für "gesunde Winde", verriet Herold Chnutz das Geheimnis des Menüs. Die Musikgruppe Heidenlärm machte ihrem Namen alle Ehre, dudelte, was das Zeug hielt. Bei Laune hielten die Gäste Gaukler, die mit Feuer um sich warfen, eine Bauchtänzerin und ein mittelalterlicher Reigentanz für alle Gäste, der mit tänzerischen Schwung für Verdauung nach dem derben mittelalterliche Gelage sorgte.

    Bad Kreuznach
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