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  • Stärkt eine Buga das Wir-Gefühl im Rheintal?

    Mittelrhein. Das sagenumwobene Tal der Loreley als Teil einer Bundesgartenschau 2031? Darauf hofft der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Im politischen Mainz löst das ein geteiltes Echo aus. Dort wirft die oppositionelle CDU in Gestalt ihres Generalsekretärs Patrick Schnieder Lewentz geradezu naturgemäß "Träumerei" vor. 

    Von unseren Reportern

    Ein Tal – eine Bundesgartenschau 2031: Die Idee des Innenministers Roger Lewentz, die Buga 2031 ins Mittelrheintal zu holen, hat dort viele positive Reaktionen ausgelöst. Doch es gibt auch skeptische Stimmen: Bringt eine Blumenschau das erhoffte Gemeinschaftsgefühl ins Tal?
    Ein Tal – eine Bundesgartenschau 2031: Die Idee des Innenministers Roger Lewentz, die Buga 2031 ins Mittelrheintal zu holen, hat dort viele positive Reaktionen ausgelöst. Doch es gibt auch skeptische Stimmen: Bringt eine Blumenschau das erhoffte Gemeinschaftsgefühl ins Tal?
    Foto: Branko Srot

    "Statt heute Verantwortung zu übernehmen, träumt Herr Lewentz lieber von einem Projekt in 16 Jahren", sagt Schnieder. Und überhaupt: Wichtiger sei es für die Region, das Projekt einer Rheinquerung auf den Weg zu bringen.

    Beistand erhält Lewentz dagegen von Kabinettskollegin, Wirtschaftsministerin Eveline Lemke - und von Touristikern und Politikern aus der Region. So ist Lothar Weinand, Gastronom in Kamp-Bornhofen und Vizepräsident im Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz, "ganz begeistert von der Idee". Und der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hoffmann-Göttig (SPD) sagt: "Eine Mittelrhein-Buga 2031 ist für mich eine sehr positive Vision." Er sei bereits voller Vorfreude: "Als ich von der Idee hörte, habe ich gleich ausgerechnet, wie alt ich dann wohl bin. Und ich bin mir sicher, dass ich dann mit 80 zwar ohne offizielle Funktion aber als eifriger Nutzer von der Buga profitieren würde."

    Im Gespräch mit unserer Zeitung kündigte Hofmann-Göttig an, sofort aktiv zu werden: Er will den Zweckverband Oberes Mittelrheintal, der derzeit vom Rhein-Lahn-Landrat Frank Puchtler (SPD) angeführt wird, mit der Idee befassen. Nach seiner Vorstellung sollten möglichst bald alle politischen Entscheidungsträger zusammenkommen, verstärkt um den damaligen Geschäftsführer der Buga Koblenz, Hanspeter Faas, als Berater, um eine Grundsatzentscheidung zu fällen. Sollte diese positiv ausfallen, sollten ebenso schnell alle Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften über das Thema sprechen - sodass die Vergabegremien der Bundesgartenschauen auch rasch Kenntnis vom mittelrheinischen Willen erlangen können, eine Buga im Jahr 2031 auszurichten. "Ich hoffe, dass es in dieser Frage eine Einigkeit im Zweckverband gibt", sagte Hofmann-Göttig.

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    Wird Bundesgartenschau 2031 das Mittelrheintal erblühen lassen?

    Beete und Blütenpracht: Innenminister Roger Lewentz kann sich im Jahr 2031 eine Bundesgartenschau (Buga) rund um die Loreley vorstellen. Er will so die Entwicklung des Mittelrheintales voranbringen.

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    Etwas zaghafter äußert sich dessen Vorsitzender Puchtler. "Die Buga 2031 ist ein großes Ziel. Und ein großes Ziel muss auf gesunden Füßen stehen", sagt er und möchte erst einmal herausfinden, welche Kriterien für eine Buga erfüllt werden müssen. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Anmeldung als Buga sei dann, die Themen des Mittelrheintals in eine Gesamtkonzeption einfließen zu lassen. In diesem Zusammenhang kommt auch Puchtler wie CDU-Mann Schnieder auf die geplante Rheinbrücke zwischen St. Goarshausen und St. Goar zu sprechen, "denn die Buga findet auf beiden Seiten des Rheines statt".

    Dass städtebauliche Konzepte erarbeitet und aufeinander abgestimmt werden müssen, sieht auch der Koblenzer OB Hoffmann-Göttig so. Auch, um frühzeitig die Kosten zu ermitteln und bei zwei zuständigen Landesregierungen Fördermöglichkeiten zu erfragen.

    Die Buga-Stadt Koblenz sieht er in einer gewichtigen Rolle bei einer Buga-Bewerbung und -Ausrichtung, eben wegen der durchweg positiven Erfahrungen aus dem Jahr 2011, aus der Zeit davor und vor allem danach: "In Koblenz haben wir gesehen, dass das städtebauliche Konzept einer Buga vor allem auf die Zeit danach ausgerichtet sein muss, damit es erfolgreich ist." Nachhaltigkeit ist der Begriff, der nun fällt.

    Darauf, so Hofmann-Göttig, könne eine Mittelrhein-Buga aufbauen, wobei eine solche Gartenschau keine Wiederholung von Koblenz sein könne, sondern etwas völlig Neues - mit Koblenz, aber eben auch ganz anders, auf 65 Stromkilometern, insofern eher mit der aktuellen Buga in der Havelregion vergleichbar.

    Dem Mittelrheintal könnte eine gemeinsame Buga "einen immensen Schub nach vorn bringen und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken", so Hofmann-Göttig, der vor seiner Zeit als Oberbürgermeister als Staatssekretär und Welterbe-Beauftragter der Landesregierung hautnah die Region zwischen Koblenz und Bingen erlebt hat. Hofmann-Göttig steuerte damals unter anderem den Bewerbungsprozess zum Unesco-Weltkulturerbe - und spürte das Erwachen eines gewissen Zusammengehörigkeitsgefühls. Ist es inzwischen verloren gegangen? "Ich habe schon den Eindruck, dass dieses Gefühl in der Zeit, in der wir auf die Anerkennung hingearbeitet haben, stärker war als jetzt. Ich bin jetzt davon überzeugt, dass ein solch langfristiges Gemeinschaftsprojekt wie die Bewerbung auf eine Bundesgartenschau das Gemeinschaftsgefühl stärken kann."

    Auf diesem Weg soll Koblenz - wie auch die Landesgartenschau-Stadt Bingen - Erfahrungen in den Prozess einbringen. Zudem gebe es mit dem Verein "Freunde der Bundesgartenschau" einen mächtigen Bündnispartner, eine Bürgerbewegung, die sich längst als Regionalist sieht, so Hofmann-Göttig. Denn eine Buga könne erst zum Erfolg werden, wenn die Bürger als Gastgeber sich für sie begeistern, so wie es 2011 in Koblenz geschah.

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