40.000
  • Startseite
  • » Panorama
  • » Mit Messer auf Ehemann eingestochen: Frau aus Weinähr bricht ihr Schweigen
  • Aus unserem Archiv

    Weinähr/KoblenzMit Messer auf Ehemann eingestochen: Frau aus Weinähr bricht ihr Schweigen

    Geständnis im Prozess um das Ehedrama von Weinähr: Die wegen versuchten heimtückischen Mordes angeklagte Ehefrau (37) hat am vierten Verhandlungstag am Landgericht Koblenz ihr Schweigen gebrochen - und gestanden, siebenmal mit einem Messer auf ihren Mann (38) eingestochen zu haben. Sie erhob zugleich Vorwürfe gegen ihren Mann.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Die Angeklagte beteuerte: "Es war Notwehr!" Sie habe am Tattag zugestochen, da ihr Mann sie geschlagen, gewürgt und mit dem Tod ("Ich bringe dich um!") bedroht habe. Der Mann wies die Vorwürfe vehement zurück.

    Das Ehedrama am 5. Oktober 2014. Es war ein Sonntagmorgen, als das Paar in der Küche beim Frühstückmachen in Streit geriet - und der Mann wenig später blutüberströmt am Badzimmerfenster stand und um Hilfe schrie. Was in den Minuten vor und nach dem Hilfeschrei passierte, muss das Gericht aufklären. Die Anklage wirft der Frau vor, ihrem Mann erst Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und sechsmal auf ihn eingestochen zu haben. Dann, nach dem Hilfeschrei, als ihr Vater (63) ihrem Mann zu Hilfe kam, soll sie noch einmal zugestochen haben.

    Als der Prozess am 24. März begann, verweigerte die Frau die Aussage. Jetzt schilderte sie, wie es aus ihrer Sicht zu dem Drama kam: Sie war mit ihrem Mann seit dem Gymnasium liiert, seit 1998 verheiratet - aber 2013 geriet ihre Ehe in eine Krise, da sie eine Affäre mit ihrem türkischen Chef hatte und monatelang ein Doppelleben führte. Sie beendete die Affäre, ihr Mann verzieh ihr aber nicht. Er kontrollierte ihre Gespräche auf Facebook und WhatsApp. Und er beschimpfte sie immer wieder als türkische Schlampe. Beide wollten die Scheidung. Sie gab ihm sogar Tipps, als er sich mit einer anderen Frau traf und ihr Pralinen mitbringen wollte.

    Kurz vor dem Tattag kontaktierte sie ihren Ex-Liebhaber. Der aber schimpfte und drohte: "Lass mich in Ruhe! Du bist hässlich! Ich bringe dich um!" Sie bekam Angst und kaufte sich ein Pfefferspray. Am Tag vor der Tat lieh sie sich zudem ein Klappmesser von ihrem Sohn, um mit ihrer Tochter basteln zu können.

    In der Nacht vor der Tat stritt sie mit ihrem Mann, weil er ihr vorwarf, die Kinder zu vernachlässigen. Am Morgen wollte sie - laut ihrer Aussage - in der Küche Eier für die Familie machen, als ihr Mann plötzlich schimpfte: "Du Schlampe! Von dir will ich nichts!" Der Streit eskalierte. Ihr Mann schlug, bedrohte und verfolgte sie durch die Wohnung. "Ich hatte Todesangst!", sagte sie im Prozess. "Ich zitterte am ganzen Körper!" Da sprühte sie mit dem Pfefferspray, stach mit dem Klappmesser zu - und wählte den Notruf.

    Dann als ihr Mann von ihrem Vater versorgt wurde, ging sie nach eigener Aussage zu ihm, stach aber nicht mehr zu, sondern entschuldigte sich. Ganz anders ihr Mann. Er sagte im Prozess, dass sie ihm noch mal das Messer in die Brust stach und rief: "Dich kriegt keine andere!" 

    Drama von Weinähr: Zehn Jahre Haft für Ehefrau Familiendrama in Weinähr: Frau schweigt vor Gericht zu Messerattacke [Update]Messerattacke in Weinähr: Frau schweigt bei Prozessbeginn zu Vorwürfen37-Jährige soll Ehemann mit Messer attackiert haben: ProzessauftaktMesserattacke in Weinähr: 36-Jährige wegen versuchten Mordes in Haftweitere Links
    Panorama
    Meistgelesene Artikel