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    LangenhahnInterview: „Costa Concordia“-Passagiere aus dem Westerwald haben die nächste Kreuzfahrt gebucht

    Ihre Kreuzfahrt endete in einer Katastrophe. Aber die Blesers, die die Havarie der „Costa Concordia“ im Mittelmeer überlebt haben, wollen trotzdem schon im April wieder die Koffer packen und in See stechen.

    Karte mit der Route der Costa-Concordia, Zeichnungen zu Unfallhergang und Bergung des Schiffes.
    Karte mit der Route der Costa-Concordia, Zeichnungen zu Unfallhergang und Bergung des Schiffes.
    Foto: DPA

    „Wenn man einen Unfall hatte, steigt man ja auch wieder in einen Wagen“, sagte der 71-jährige Erwin Bleser aus der Westerwald-Gemeinde Langenhahn im Interview.

     

    Vor einem Jahr kenterte die „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio mit 4200 Passagieren und Crewmitgliedern an Bord, 32 Menschen starben. Wie denken Sie heute an den Tag der Katastrophe zurück?

     

    Wir haben uns inzwischen ziemlich davon abgesetzt, aber es kommt natürlich ab und zu wieder hoch. Wenn wir im Ort gefragt werden oder wenn wir im Fernsehen Bilder des Wracks sehen. Aber dagegen muss man angehen. Deshalb haben wir für April wieder eine Fahrt mit dem Unternehmen ins Mittelmeer gebucht, es geht unter anderem nach Sizilien. Außerdem haben wir mit dem Fliegen schlechte Erfahrungen gemacht, eine Kreuzfahrt ist uns grundsätzlich lieber.

     

    Haben Sie denn da keine Angst?

     

    Ach, wir sind guten Mutes. Wenn man einen Unfall hatte, steigt man ja auch wieder in einen Wagen. Außerdem fährt ja nicht jeder wie unser damaliger Kapitän zu nah an die Küste ran.

     

    Führerschein, Ausweis, Kleidung – Sie mussten bei dem Unglück alles an Bord zurücklassen. Hat Ihnen die Reederei inzwischen den versprochenen Schadensersatz gezahlt?

     

    Ja, wir haben das Geld bekommen, die Reederei hat sich uns gegenüber in allen Belangen normal und entgegenkommend gezeigt.

     

    Nach der Havarie sind Sie auf der Heimreise auch noch an einem Mitarbeiter der Bahn gescheitert, der Sie ohne Tickets nicht nach Hause fahren ließ.

     

    Unser Sohn hat uns dann abgeholt am Frankfurter Fernbahnhof und nach Hause gebracht. Statt groß zu verhandeln, würde ich heute wohl einfach in den Zug steigen, sollte mir das noch mal passieren. Aber es hatte auch sein Gutes: Die Bahn hat sich spendabel gezeigt und uns Freikarten gegeben. Wir sind mit den Enkeln an die Nordsee gefahren, das war herrlich.

     

    Das Gespräch führte Martin Oversohl



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