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    Bad EmsEine Medienschule in Bad Ems: Es kann losgehen

    Langfristig könnten diese beiden Projekte den Stadtteil Spieß von Grund auf verändern: die geplante Medienschule und die Sanierung der maroden Güterhalle am Bahnhof. Beides war Thema in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.

    Die alte Güterhalle soll an das Fotostudio von Robin Wink gehen, das hat der Stadtrat beschlossen. Auch jenseits des maroden Baus, der aus Sicherheitsgründen abgesperrt ist, kann sich bald etwas tun: Berny Abt hat die Pläne für seine Medienschule konkretisiert.
    Die alte Güterhalle soll an das Fotostudio von Robin Wink gehen, das hat der Stadtrat beschlossen. Auch jenseits des maroden Baus, der aus Sicherheitsgründen abgesperrt ist, kann sich bald etwas tun: Berny Abt hat die Pläne für seine Medienschule konkretisiert.
    Foto: Alexander Hoffmann

    Von unserem Redakteur Alexander Hoffmann

    Die Ergebnisse in Kürze: Stadtbürgermeister Berny Abt will zunächst im kleineren Rahmen starten und seine Medienschule später auf dem Spieß erweitern. Die Güterhalle soll an das Fotografenstudio von Robin Wink gehen. Für einen Einkaufsmarkt müsste also ein anderer Platz nahe des Hauptbahnhofs gefunden werden.

    Dass Abt in der Ratssitzung das Thema Medienschule ansprechen musste, lag an einem Antrag der CDU-Fraktion - denn Abt wollte das Thema nach eigener Auskunft eigentlich aus dem Wahlkampf heraushalten.

    Sein Konkurrent um das Bürgermeisteramt, Günter Wittler, wollte aber anhand einer detaillierten Liste wissen, wie konkret die Pläne des Unternehmers Abt sind. In Sachen Medienschule müssen die Bad Emser schließlich schon lange warten.

    Abt trug daher vor, die E.M.S. genannte Schule werde "bereits in wenigen Wochen mit den konkreten Vorbereitungen starten". Nachdem es zusehends aussichtsloser wurde, das Projekt in der alten Nachrichtenschule der Bundeswehr zu verwirklichen, wollte Abt nach eigener Auskunft andere Wege gehen. Die Bauvoranfrage für den Spieß sei abgeschlossen, teilte Abt mit. Nur wolle er gar nicht so lange warten, bis für die Medienschule ein eigenes Gebäude entstehen kann. Zunächst soll mit dem Unterricht in Räumen der Staatsbad GmbH begonnen werden.

    "Wir mieten drei Hörsäle im Obergeschoss des Kursaalgebäudes sowie den Blauen Salon über dem Spielkasino. Büro und Verwaltung ziehen vermutlich in das Postgebäude ein", teilte der Bürgermeister mit. Gegenüber der RLZ bestätigte Staatsbad-Geschäftsführer Thomas Wilhelmi die Pläne. "Wir stehen einer Vermietung offen gegenüber", sagte Wilhelmi, der sich grundsätzlich positiv dazu äußert, dass bald Studenten in das Kurviertel der Stadt kommen sollen.

    Weil sich nicht einfach eine Hochschule eröffnen lässt, geht es zunächst als Akademie los - ein Titel, den sich eine Schule leichter verleihen kann. "Im Frühjahr 2015 werden wir schon 50 Fortbildungs-Studienplätze anbieten. Themenschwerpunkte kommen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen, Internet, Medienrecht, Medienpsychologie, Medienkunde", erklärte Abt. Erst nach einem erfolgreichen Anlaufen der Schule soll die Zahl der Fortbildungsplätze kontinuierlich erhöht werden.

    Und vor diesem Hintergrund sei auch die Bauvoranfrage für den Spieß erfolgt. "Erst in der Endstufe werden wir einen Studiengang Journalismus anbieten", erklärte Abt den Zeitplan. Ihm liegt auch schon ein ausführlicher Businessplan vor - "alles ist notariell abgesichert", sagte Abt. Seine Firma namens Area 51 Entertainment wird die Schule betreiben. Er nannte auch schon ein paar Namen, die zum Team der Schule gehören sollen: Schulleiter wird der Fernsehmoderator Hans Meiser, sein Stellvertreter wird der Journalist Jürgen Pfeiffer.

    Abt soll Technischer Leiter der Schule werden, und Pressesprecher wird der Nieverner Jürgen Zanger. Gegenüber unserer Zeitung hat Zanger bestätigt, dass er im Team der künftigen Medienschule ist. Auch Meiser gibt sich zuversichtlich: "Ich möchte das gern machen, aber es gibt noch ein paar Dinge zu klären."

    Günter Wittler erklärte in der Stadtratssitzung, es sei ihm wichtig, dass Stadtrat und Bürger über dieses Projekt Bescheid wissen. Darum habe seine Fraktion Abt um eine Stellungnahme gebeten. Die Öffentlichkeit will Abt auch bei einem Tag der offenen Tür informieren, außerdem soll es zuvor eine Präsentation für geladene Gäste geben.

    Um die Güterhalle war in der Stadtpolitik ähnlich hart gerungen worden wie um die Medienschule. Laut einem Antrag der CDU sollten der Andernacher Bauunternehmer Yusuf Kocyigit und sein Emser Partner Frank Hochegger (CDU) das marode Gebäude bekommen. Ein kleiner Einkaufsmarkt sollte dort entstehen.

    Im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung hat sich das Gremium nach Informationen unserer Zeitung aber für die zweite Variante entschieden: Das Fotostudio von Robin Wink bekommt den Zuschlag - wenn es sich auf den per Gutachten festgesetzten Wert von 12 000 Euro einlässt. Geboten hatte Wink bislang nur einen Euro. Kocyigit, der unlängst 10 000 Euro geboten hatte, hatte laut RLZ-Informationen über ein zu Beginn der Ratssitzung von Frank Hochegger verteiltes Papier versucht, noch mehr Geld zu bieten.

    "Wir sind jedenfalls froh, dass der Stadtrat letztlich uns das Vertrauen geschenkt hat", erklärte Winks Partner Jochen Siepe nach der Sitzung. Jetzt gehe es darum, in die Gespräche mit der Stadt einzusteigen. Zu finanziellen Summen und zu genaueren Plänen könne er sich noch nicht äußern, sagte Siepe. "Aber wir werden das Gebäude auf jeden Fall nehmen."

    CDU-Kandidat Günter Wittler kündigt unterdessen an, dass seine Fraktion weiter daran interessiert sei, einen Nahversorger am Spieß zu ermöglichen. "Da gibt es verschiedene Möglichkeiten", erklärt Wittler. Der CDU-Kandidat weist aber auch darauf hin, dass sich seine Fraktion bewusst für einen Einkaufsmarkt in der Güterhalle starkgemacht habe, weil zu dem verkauften Areal Parkplätze gehören. "In der Bahnhofstraße gibt es zwar Leerstände, aber es fehlen dort Parkflächen für Kunden", sagt Wittler.

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