40.000
  • Startseite
  • » Angelhaken in Hundeködern: Abscheu und Wut in sozialen Netzen
  • Angelhaken in Hundeködern: Abscheu und Wut in sozialen Netzen

    Koblenz. Der Fall löste nicht nur unter aktiven Tierschützern Abscheu und Wut aus: Ein Unbekannter hat Ende November in Metternich und Güls Fleischköder an Spazierwegen ausgelegt, die mit scharfkantigen Angelhaken gespickt waren - zwei Hunde fraßen die Köder und mussten notoperiert werden.

    Das Röntgenbild zeigt: Sechs Angelhaken hatte Hund Sammy im Bauch.
    Das Röntgenbild zeigt: Sechs Angelhaken hatte Hund Sammy im Bauch.

    Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

    Noch immer fahndet die Polizei nach dem Tierquäler, der die Köder ausgelegt hat - konkrete Verdachtsmomente gegen bestimmte Personen hat sie nicht. Das berichtet das Polizeipräsidium auf Anfrage der RZ. Seit drei Wochen läuft die Ermittlung der Kripo wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nun also - bislang ohne zwingendes Ergebnis.

    Immerhin: „Der Polizei in Koblenz wurden keine weiteren Köderfunde gemeldet, ebenso sind keine Vorfälle bekannt, bei denen Tiere durch ausgelegte Köder verletzt oder getötet wurden“, erklärt eine Polizeisprecherin.

    Auch Hinweise aus der Bevölkerung auf mögliche Täter blieben weitgehend aus. Ein wachsamer Bürger gab zwar einen Hinweis auf eine Person in Güls, „aber die Überprüfung durch Beamte der Polizeiinspektion 2 ergab keine verifizierbaren Fakten darauf, dass hier ein Zusammenhang mit den ausgelegten Ködern besteht“, so die Sprecherin weiter.

    Border Collie Sammy war einer der beiden Hunde, die rund um den Rohrerpfad in Metternich von den gefährlichen Fleischklumpen gefressen hatten. Nach dem entsprechenden Hinweis einer Nachbarin raste Frauchen Annette Sahin mit Sammy zum Tierarzt - auf dem Röntgenbild entdeckte dieser sechs Angelhaken im Bauch des Tieres. Die Not-OP rettete Sammy das Leben. Auch Nachbarshündin Lucy hatte wahnsinniges Glück: Ihr wurden zwei Angelhaken entfernt.

    "Moseltour" an beliebten Gassiwegen

    Kurz nach den Köderfunden in Metternich schlug ein Spaziergänger in Güls Alarm: Auch dort wurde ein gespicktes Fleischstück entdeckt. Die Polizei stellte es sicher und registrierte, dass es dieselbe Art Köder war wie in Metternich. Die Vermutung liegt also nahe, dass der Täter eine Art „Moseltour“ unternommen hat und dabei die Köder auf beliebten Gassiwegen ausgelegt hat. Aber warum?

    Diese Frage beschäftigt auch viele Tierfreunde, die von der ungeheuerlichen Tat lasen und hörten. In den sozialen Netzwerken im Internet wurde das Thema eifrig, verständnislos, mitunter richtig wütend diskutiert. Die Warnung vor den Ködern wurde bei Facebook hundertfach geteilt, auch deshalb und wegen der Berichterstattung in den Medien hält die Polizei die Bevölkerung derzeit für ausreichend informiert und sensibilisiert, was die Gefahr möglicher weiterer Köderfunde angeht.

    Wie es mit den Ermittlungen nun weitergeht, dazu hüllt sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen in Schweigen. Sie kommentiert auch nicht, dass die Tierrechtsorganisation Peta eine Belohnung ausgesetzt hat - 500 Euro soll erhalten, wer Hinweise an Peta oder die Polizei gibt, die zur Erfassung des Tierquälers führen.

    Die Organisation fordert zudem ein zentrales Melderegister für Anschläge dieser Art: „Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere somit besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Hunde Opfer von Delikten werden“, heißt es in einer Mitteilung von Peta Deutschland, in der die Tierschützer außerdem informieren: „Tierquälerei ist eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.“

    • Sachdienliche Hinweise an die Kriminalinspektion Koblenz, Telefon 0261/1030
    Zwei Labradore fressen Gift und sterben - Familie in Fachbach trauertTierquälerei: Rasierklinge im Erbrochenen gefundenHund zusammengebrochen - Giftköder in Lahnstein?Giftköder auf der Horchheimer Höhe? Es gibt noch nichts Neues Neuer Wurstköder auf Horchheimer Höhe gefunden - diesmal mit Gift?weitere Links