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  • Im Interview: Die Ludolfs, das Leben, Musik und Gewicht

    Dernbach. Wir wollten die Ludolfs zu ihrer neuen Sängerkarriere befragen, fuhren am Schrottplatz vorbei und erwischten sie bei Dreharbeiten für Kabel 1. Glück gehabt, sind die Brüder doch mittlerweile nicht mehr allzu häufig in Dernbach anzutreffen.

    „Alle hier? Gibts ja nicht“, staunte jedenfalls auch der gleichzeitig vorbeischauende Postbote. Und dann entwickelte sich auf der Treppe vor der Tür trotz der Fernsehaufnahmen ein kurzes, lustiges und – wie nicht anders zu erwarten – chaotisches Gespräch mit wechselnden Protagonisten über Musik, Körpergewicht, Haare, Lebenseinstellungen, Alm und Dschungel.

    RZ-Reporter: Macht Ihr jetzt Gesangskarriere?

    Uwe: Profisänger sind wir nicht. Aber die Leute mögen uns, wie wir sind, woll? Wir haben schon viel auf Mallorca gesungen, Ballermann, Bierkönig und Oberbayern. Aber da sind wir schon wieder weg, machen wir nicht mehr. Wollense uns jetzt wieder haben, mal sehen. Sonst sind wir häufig in Großdiskotheken und auf Auto- und Traktortreffen mit vielen Tausend Menschen, auch in England und Belgien. Überall!

    RZ-Reporter: Und jetzt bald kommt ja auch Eure CD heraus.

    Uwe: Mit sechs eigenen Stücken – über Dernbach und die Ludolfs!

    RZ-Reporter: Wer hat die denn geschrieben?

    Uwe: Ein Manager von uns. Wir sind ja dauernd unterwegs. Nur Auftritte. Da hatten wir dafür keine Zeit. Aber die nächsten Stücke will ich selbst schreiben. Und ein Hollywoodmädchen will ein Liebeslied mit mir machen. Darf ich aber noch nicht, von der Frau her.

    Der Kabel 1-Aufnahmeleiter kommt hinzu: Ah, Rhein-Zeitung. Dann können Sie ihren Lesern verraten, dass wir mit den Ludolfs für „Mein Revier“ drehen.

    RZ-Reporter (stutzt): Aber das sind doch...

    Kabel1-Aufnahmeleiter: ...normalerweise Ordnungshüter, richtig. Aber wir finden, dass die Jungs hier auch ihr Revier haben. Das sind hier die Platzhirsche. Außerdem haben wir noch die Idee, eine eineinhalbstündige Einstiegssendung in der Primetime um 20.15 Uhr zum Thema „Schrott“ zu machen. Da könnten dann auch die Schrottladys und die Mülldetektive dabei sein. Ist aber noch nur eine Idee.

    Manni und Uwe Ludolf auf ihrem Schrottplatz.
    Manni und Uwe Ludolf auf ihrem Schrottplatz.
    Foto: Sascha Ditscher

    (Der Aufnahmeleiter verschwindet wieder ins Haus)

    
Uwe: Und auf DMax und Sport1 und fünf, sechs weiteren Sendern läuft demnächst unser Musikvideo: 3-3-300 PS. Als Einstiegslied. Das spielen die rauf und runter.

    (Die Tür geht auf, ein schlanker Mann mit zotteligem Bart und Wollmütze guckt nach draußen. Der RZ-Reporter stutzt wieder.)

    Dünner Mann: Erkennste mich nicht? Ich bin's doch, der Peter! U-u-u-u-u-u-w-e-e-e, Essen ist fertig.

    RZ-Reporter: Doch, die Stimme und diesen Ruf kenn ich. Aber...

    Peter: Ich hab schon wieder 8 Kilo zugenommen. Aber ja, ich bin dünn geworden. Aber ich bin nicht krank! Das fragen mich ja immer alle. Ich war 14 Tage im Krankenhaus und hier beim Doktor und bin kerngesund und happy.

    RZ-Reporter: Aber wie ist das passiert?

    Peter: Der Manni hat ja vor eineinhalb Jahren geheiratet. Da hab ich abends nicht mehr gekocht und nicht mehr so viel gegessen. Aus Versehen. Das Leben ist einfach schön. Ich bin ein Romantiker.

    RZ-Reporter: Wie viel Kilo hast Du denn abgenommen?

    Peter: 76.

    RZ-Reporter: Ufff.. (denkt beim Anblick aber, dass das sogar stimmen könnte)

    Peter: Aber 6 bis 8 sind wieder drauf.

    Uwe: Ich hab auch 38 Kilo abgenommen.

    RZ-Reporter: Echt? Fällt im Vergleich gar nicht auf.

    Uwe: Doch, ich hatte vorher eine ganz schöne Plauze. aber ich lauf ja auch jeden Tag 20 Kilometer.

    Peter: Ich kann viel besser gehen, das Leben ist leichter. Man muss es nur nicht übertreiben. Ich hab übertrieben.

    RZ-Reporter: Aber Manni hat dafür einem Bild nach zu urteilen, das ich vorhin bei Facebook gesehen habe, zugenommen, oder?

    Uwe: Manni hat zugenommen, watt wir abgenommen haben. (öffnet die Tür, ruft nach drinnen:) M-a-a-a-n-n-i!

    Peter: Viele machen sich Sorgen, weil ich ein ganz anderer Menschen bin. Aber ich liebe das Leben. Es ist wunderbar, sowas von schön. Die sollen mich alle so lieb haben, wie ich aussehe.

    Uwe: Wir machen schon viel Blödsinn. Weil wir Lust am Leben haben.

    Peter: Vierzehneinhalb Jahre drehen wir jetzt Filme und sind primitiv geblieben. Ganz normale Schrottis.

    (Manni kommt dazu)

    Uwe: Manni wächst nicht mehr so viel. Seine Frau verwöhnt ihn.

    Manni: Das stimmt. Meine Frau wollte, dass ich Normalgewicht habe.

    Peter: Ich hab ihnen versprochen, 30 Kilo wieder zuzunehmen.

    Manni: Ich laufe trotzdem jeden Tag 25 Kilometer.

    Uwe: Wo läufst Du denn 25 Kilometer? Glaubt Dir doch kein Mensch.

    Uwe Ludolf.
    Uwe Ludolf.
    Foto: Sascha Ditscher

    RZ-Reporter: Themenwechsel: Ich hab gehört, Ihr macht wieder einen Tag der offenen Tür.

    Uwe: Ja, stimmt. Am 9. Mai kommt die CD heraus. 15 Lieder, sechs eigene und der Rest Cover. Am 10. und 11. Mai machen wir dann Tag der offenen Tür hier auf dem Schrottplatz.

    Peter: Wir freuen uns über jeden, der kommt, und wenn es nur ein oder zwei sind. Das sind alles unsere Freunde. Das Leben ist schön (Er geht wieder nach drinnen).

    RZ-Reporter: Beim letzten Mal 2007 gab es ja ein ganz schönes Verkehrschaos (Anmerkung der Redaktion: Mehr als 10 000 Fans sorgten dafür, dass selbst auf der A3 mehrere Kilometer Stau entstanden.)

    Manni: Das soll nicht passieren. Es ist alles abgesichert mit Polizei und Feuerwehr. Mit der Kreisverwaltung und der Gemeinde ist alles geklärt, das ganze Dorf wird abgesperrt. Dass da irgendwas kaputt getrampelt wird, wird nicht passieren. Das wird dies Mal alles ordnungsgemäß ablaufen. Niemand darf etwas abbekommen.

    Uwe: Wir nehmen zur Sicherheit dieses Mal auch Eintritt. Die ganze Organisation muss ja auch bezahlt werden, allein die 40 Bodyguards. Dieses Mal ist alles abgesichert. (Und in Richtung Postbote:) Da kommst selbst Du nicht so einfach durch.

    Postbote: Gelb hat Vorfahrt. Aber das ist doch bestimmt am Wochenende?

    Uwe: Muttertag. Da kommen viele heiße Mütter vorbei.

    Manni: Ja, aber für mich ist das nichts. Ich bin altmodern. Eine reicht mir, ich bin glücklich verheiratet.

    Uwe: Ich bin 36 Jahre glücklich verheiratet, aber...

    Manni: Auch auf der Alm wollten sie mich schon verkuppeln. Aber nicht mit mir. (Anmerkung der Redaktion: Manni nahm 2011 an der Pro7-Show „Die Alm“ teil und gewann.) Als amtierender Almkönig hab ich mir übrigens den Wunsch erfüllt und im Garten eine Almhütte gebaut. Die hab ich gerade am Wochenende gestrichen.

    Manni Ludolf.
    Manni Ludolf.
    Foto: Sascha Ditscher

    RZ-Reporter: Wenn Deine Frau Normalgewicht wollte, ist sie dann auch für Deine längeren Haare verantwortlich?

    Manni: Nee, meine Frau schimpft schon. Ich will sie mir aber noch ein wenig stehen lassen. Ich hab auch bei Stefan Raabs Stock-Car-Challange nach dem Ausfall von Joey Kelly schon gesagt, dass ich sein Double bin. Aber irgendwann kommt sie auch wieder ab, die Haarpracht.

    Kabel1-Aufnahmeleiter (ruft vom Hof aus hoch): Kommt, Jungs, wir müssen weiterarbeiten.

    Manni: Ja, wir kommen. (ganz kurze Pause) Ich bin ja immer noch Almkönig. Da geht's erst 2018 weiter. Aber nicht mehr für mich. Dschungel könnte ich mir vorstellen.

    Uwe: Da geh ich dann hin. Ich ess das auch alles. Schmeckt doch bestimmt gut.

    Manni: Damit hätt ich auch keine Probleme. Ich hab ja auf der Alm schon einiges gegessen.

    RZ-Reporter: Ok, vielen Dank. Dann will ich Euch nicht weiter aufhalten. Gebt Ihr mir zum Abschluss noch eine spontane Kostprobe Eurer Lieder?

    Manni, Uwe, Fan Lukas Müller, der am Morgen aus Fürfeld bei Bad Kreuznach hergefahren war, weil er etwas für seinen Opel Corsa C brauchte, den Brüdern dabei einen Kuchen mitgebracht und beim Interview zugehört hatte, sowie wenig später auch Peter: Klar, gerne! Weine nicht, wenn der Regen fällt. Damm, Damm, Damm, Damm...


    Das Interview führte, in der bei den Ludolfs quasi verpflichtenden Du-Form, Ulf Steffenfauseweh.

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