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    KölnWade dadell du de da ? Alte Spiele rosten nicht

    Drei Stunden warten, um einen kurzen Einblick zu erhaschen: Viele Computerspielfans nehmen das gern in Kauf. Auf der Gamescom in Köln können sie testen, was im Weihnachtsgeschäft in die Läden kommt. Es dürfte voll werden – daran ändern auch zwei prominente Absagen nichts. In diesem Jahr wird auf Neuauflagen von Klassikern gesetzt.

    Bekannte Gesichter von links: Call of Duty, Pro Evoloution Soccer 2012, Tomb Raider, Crysis 3, Far Cry 3, Sonic & All-Stars Racing (Hintergrund)
    Bekannte Gesichter von links: Call of Duty, Pro Evoloution Soccer 2012, Tomb Raider, Crysis 3, Far Cry 3, Sonic & All-Stars Racing (Hintergrund)
    Foto: DPA

    Bereits jetzt steht fest: Lara Croft, die schlagkräftige Archäologin mit der ausladenden Oberweite, kehrt zurück. Die neuesten Abenteuer der „Tomb Raider“-Heldin dürften vor allem die vornehmlich männlichen Besucher verzücken. Es ist aber zugleich sinnbildlich für die Computerspielemesse: Fortsetzungen beliebter und bewährter Titel prägen in diesem Jahr das Bild, die ganz großen Innovationen sind nicht zu erwarten. Den Fans ist das egal, die Koelnmesse rechnet mit einem rekordverdächtigen Andrang bei der großen Spieleparty.

    An neuer Software mangelt es nicht. Mehr als 300 Titel sind erstmals in Deutschland anspielbar, darunter sollen spektakuläre Neuheiten sein, verspricht die Messe. Besucher können diverse Spiele mit Blockbuster-Potenzial testen, neben „Tomb Raider“ etwa eine Erweiterung für den Rollenspiel-Dauerbrenner „World of Warcraft“, dazu Fortsetzungen von Sportsimulationen wie „Pro Evolution Soccer“ und „Need for Speed“ oder von Ego-Shootern wie „Call of Duty“, „Far Cry“ und „Crysis“. Viele Fans nehmen Wartezeiten von mehr als drei Stunden in Kauf, um einen 10- oder 15-minütigen Einblick zu erhaschen.

    Doch große Wagnisse gehen die traditionell risikoscheuen Anbieter nicht ein. Auch auf neue Hardware, aus der die Softwareentwickler neue Konzepte kitzeln könnten, warten Spieler wohl vergeblich. Sony dürfte die neue Generation seiner Konsole erst 2013 vorstellen, auch eine schlankere und billigere Version der Playstation 3 wird vermutlich erst nach der Messe präsentiert. In den Lagern stehen noch zu viele Geräte der jetzigen Version, heißt es in der Branche.

    Der Xbox-360-Hersteller Microsoft spart sich nach dem ersten Quartalsverlust der Firmengeschichte gleich den Stand in Köln – anzukündigen hat der Konzern derzeit ohnehin nichts. Nintendo wiederum hat mit der Wii U den anstehenden Nachfolger der Wii im Köcher, schwänzt aber ebenfalls die Messe. Immerhin werden an den Ständen von Ubisoft und Warner Titel für die Konsole zu sehen sein, etwa der Horrorschocker „Zombie U“ und ein „Batman“-Abenteuer.

    Präsenter denn je sind dagegen mobile Spiele: Erstmals widmet ihnen die Messe einen Schwerpunkt. Ein Smartphone haben schließlich die meisten der mehrheitlich unter 25-jährigen Besucher in der Tasche. Weitere Testmöglichkeiten – auch auf den mobilen Konsolen – gibt es an den Ständen der großen Anbieter. Mehr Platz bekommen auch Online- und Browser-Spiele, ein Trendthema der vergangenen Jahre. Sie machen den klassischen Konsolentiteln immer mehr Konkurrenz.

    Trotz der Absagen – auch THQ und Sega fehlen – ist die Games-com mit einer Fläche von rund 140 000 Quadratmetern und mehr als 600 Ausstellern größer denn je. „Die thematische Breite erlaubt uns, weiter zu wachsen“, sagt Franko Fischer, Sprecher der Koelnmesse.

    Und es dürfte wieder brechend voll werden. Die Messe hofft, den Vorjahresrekord zu übertreffen. Damals strömten 275 000 Spielefans durch die aufgeheizten Hallen, am Samstag musste die Messe sogar zwischenzeitlich die Tore schließen. In diesem Jahr sind die Tickets für den besucherstärksten Tag begrenzt und nahezu ausverkauft.

     

    Von Christof Kerkmann

     

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