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    Mainz Symptome: Bis zur Diagnose vergeht zu viel Zeit

    Mainz . Materieller Wohlstand und medizinischer Fortschritt haben dazu geführt, dass wir immer älter werden und dabei auch deutlich gesünder sind als wir es noch vor 50 Jahren waren.

    Diplom-Psychologin Gisela Borgmann-Schäfer
    Diplom-Psychologin Gisela Borgmann-Schäfer

    Das Gespräch führte Nicole Mieding

    Doch es gibt auch die andere Seite des Alterns: Die Mobilität ist eingeschränkt, Wehwehchen nehmen zu, geliebte Menschen und gewohnte Strukturen verschwinden aus dem Umfeld. Und plötzlich tut sich ein schwarzes Loch auf. Gisela Borgmann- Schäfer, Vorsitzende der Landespsychotherapeutenkammer, erläutert das zunehmende Phänomen der Altersdepression.

    Wie lässt sich eine mögliche Altersdepression erkennen?

    Anzeichen können starke Rückzugstendenzen der Menschen sein. Auch Mut- und Antriebslosigkeit, Gewichtsverlust oder Schlafstörungen und die Unfähigkeit, Freude oder Gefühle zu empfinden, weisen auf eine seelische Erkrankung hin.

    Was kann ich tun, wenn ich Symptome an mir oder einem Angehörigen wahrnehme?

    Der Betroffene sollte entweder direkt einen Psychotherapeuten aufsuchen oder sich zuerst mit seinem Hausarzt besprechen. Sind die Symptome so stark, dass man von einer Depression ausgeht, wird der Psychotherapeut dem Betroffenen in Einzelgesprächen helfen, angemessene Bewältigungsstrategien für den Umgang mit den privaten, gesundheitlichen und beruflichen Veränderungen zu entwickeln. Generell gilt: Ein unstrukturierter Tag macht immer eine Tür auf für die Depression.

    Was macht das Erkennen einer Altersdepression so schwierig?

    Die Hälfte aller depressiven Patienten in höherem Lebensalter klagen beim Hausarzt nicht über ihre schlechte Stimmung, sondern geben körperliche Symptome an. Das führt dazu, dass bei ihnen noch sehr viel mehr Zeit vergeht, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

    Wo setzt denn die Behandlung einer Altersdepression an?

    In der Psychotherapie würde man erst einmal versuchen, die Lebenssituation einzuordnen. Also zu schauen: Wo stehe ich denn jetzt? Was ist in meinem Leben gelungen? Und was macht heute einen gelungenen Tag aus? Mit wem will ich Kontakt haben? Was will ich erleben oder essen? Möchte ich in die Sonne gehen oder mit meiner Cousine telefonieren? Es können ganz kleine Schritte sein, die nach und nach zum Ausweg werden.

    Wie kann das Umfeld oder auch die Gesellschaft auf dieses Problem reagieren?

    Soziale Kontakte sind der Schlüssel: aktiv am Leben teilnehmen. Man kann doch mal bei der älteren Nachbarin klingeln, ein paar Pflaumen vom Markt vorbeibringen ... Wir müssen wieder mehr auf unser Umfeld achten, ältere Menschen im Blick behalten und erkennen, dass sie schon eine große Lebensleistung hinter sich haben. Die haben eine Menge zu erzählen, das ist spannend! Man muss nur ein kleines bisschen mehr Zeit mitbringen.

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