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    Rheinland-PfalzStarkregen, Schlammlawinen und Sturm: Wen die Unwetter besonders treffen

    Regen, Gewitter, Hagel und wieder Regen. Seit Wochen hält sich ein Tief hartnäckig über Rheinland-Pfalz und es scheint kein Ende in Sicht. In unserem Tagesthema schauen bieten wir einen Überblick, wer mit den Folgen der Unwetter besonders zu kämpfen hat. Eine Expertin macht aber Hoffnung: Der Sommer könne noch kommen.

    Die Unwetter der letzten Wochen haben für große Schäden gesorgt. 
    Die Unwetter der letzten Wochen haben für große Schäden gesorgt. 
    Foto: dpa

    Katja Horneffer ist Meteorologin und Wetterexpertin beim ZDF. Im Interview verrät sie, warum kein Grund zur Sorge angesichts des Wetters besteht. Denn: Besserung ist in Sicht.

    Liebe Katja Horneffer, haben Sie so eine anhaltende Unwetterlage schon einmal erlebt?

    Es ist durchaus ungewöhnlich, dass eine Wetterlage so extrem lange anhält. Man muss aber trennen, denn wir haben es genau genommen mit zwei verschiedenen Wetterlagen zu tun. Wir hatten seit Ende Mai bis Anfang Juni ein kräftiges Tief, das sich quasi in Mitteleuropa verhakt und kräftige Unwetter gebracht hat. Dieses wurde jetzt aber durch eine andere Wetterlage abgelöst, die Tiefs aus Südwesten brachte. Die Kombination aus Feuchtigkeit, die entweder von der Nordsee oder vom Mittelmeer kommt, und der sehr warmen Luft, die entweder aus Osteuropa oder Südeuropa kommt, hat zur Folge, dass es immer wieder zu heftigen Unwettern mit Hagel, Starkregen, Sturmböen und Schlammlawinen kommt. Das ist in so einer Form lange nicht mehr da gewesen, betrifft aber ja nicht nur Rheinland-Pfalz, sondern ganz Deutschland.

    Zieht Rheinland-Pfalz Unwetter dennoch besonders an?

    In Rheinland-Pfalz gibt es sicherlich Gründe, warum die Auswirkungen so groß sind. Das hängt damit zusammen, dass sich in hügeligem Land Starkregen viel heftiger auswirkt als auf dem flachen Land. Denn kleine Bäche können dann innerhalb weniger Minuten zu reißenden Flüssen anschwellen. Wenn Hänge durch kräftige Regenfälle bereits durchweicht sind, können da einfach Bäume umstürzen, die wiederum, wenn sie den Hang runterrutschen, Abflüsse versperren. So kommt es zu großen Katastrophen. Wenn Wolken zudem durch Gebirge gezwungen sind aufzusteigen, begünstigt das Gewitter. Außerdem leben wir in Rheinland-Pfalz generell nicht in der trockensten Ecke Deutschlands - wir haben es häufiger mit Westwindwetterlagen zu tun.

    Inwiefern hat das alles mit dem Klimawandel zu tun?

    Eine dreiwöchige Unwetterperiode ist letztlich klimatologisch gesehen ein einzelnes Wetterereignis. Dieses können wir niemals mit dem Klimawandel in Verbindung bringen. Denn um den Klimawandel zu konstatieren, müssen wir mindestens 30 Jahre Beobachtungen anstellen. Gleichwohl hat der Klimawandel natürlich Auswirkungen. Dadurch, dass es wärmer in der Atmosphäre ist, ist mehr Energie vorhanden, die sich entladen muss. Das tut sie in schweren Gewittern, heftigen Stürmen und Starkregen. Was der Deutsche Wetterdienst im Zusammenhang mit dem Tief in Mitteleuropa feststellt, ist, dass diese Wetterlage häufiger auftritt. Es gibt Studien, die zeigen, dass dieses Tief im Vergleich zu den 1950er-Jahren etwa zu 15 bis 20 Prozent häufiger auftritt. Das könnte ein Hinweis dafür sein, dass in der Atmosphäre etwas im Gange ist.

    Also müssen wir nicht langfristig mit solchen Unwetterlagen rechnen?

    Nein, das kann man so wirklich nicht sagen. Wir dürfen aber auch nicht unsere Hände in den Schoß legen. Wir müssen uns fragen, wo wir selbst etwas falsch machen. Wo wir zum Beispiel bauen und wie wir bauen. Oder ob zum Beispiel die Blumenkästen richtig vertäut sind für den Fall, dass Sturm kommt.

    Wann wird es denn bei uns mal wieder richtig Sommer?

    Wenn man ganz kurzfristig eine Prognose abgibt, dann muss man sagen, dass das Gewitterrisiko am Samstag sehr hoch ist, aber dass es wohl nicht so heftige Unwetter gibt, die lange an Ort und Stelle bleiben. Sonntag und Montag werden recht schöne Tage ohne Gewitter. Ab Dienstag müssen wir uns zumindest wieder auf Regen, vielleicht sogar auf einzelne Gewitter einstellen. Erst zum Monatsende, in Richtung Siebenschläfer, deutet sich an, dass sich für längere Zeit die Sonne zeigt und sich ein Hoch bei uns etabliert. Das ist allerdings nur eine Prognose unter Vorbehalt.

    Und wo hat man Sonne satt?

    Im Augenblick kann man zum Sonnenbaden in den Norden Deutschlands fahren. Was Europa angeht, ist man derzeit am östlichen Mittelmeer gut aufgehoben, und eine sichere Bank sind auch der Atlantik oder das westliche Mittelmeer, also der Süden Portugals und Spaniens.

    Das Gespräch führte Melanie Schröder

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