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  • Prämie floppt bisher: Noch keine Starthilfe für das E-Auto

    Die Anfang Juli eingeführte Kaufprämie für Elektroautos erweist sich bisher als Ladenhüter: Bisher haben gerade mal 3665 Käufer von batteriegetriebenen Elektroautos beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einen Antrag auf Bewilligung der Prämie von 4000 Euro gestellt. Von den insgesamt 600 Millionen Euro, die der Bund zur Förderung der E-Autos bis 2019 bereitstellt, sind demnach bislang erst 3,8 Millionen abgeflossen, sagte Bafa-Chef Arnold Wallraff gegenüber unserer Zeitung.

    Bald an jedem Neubau Pflicht? Ein Elektroauto steht an einer Ladesäule mit Ökostrom.
    Bald an jedem Neubau Pflicht? Ein Elektroauto steht an einer Ladesäule mit Ökostrom.
    Foto: dpa

    "Die Anträge für den E-Auto-Umweltbonus nehmen zu, aber auf sehr niedrigem Niveau", sagt er. "Wir haben gerade die Marke von 5000 Förderfällen für E-Autos und Hybride geknackt, haben aber Geld für rund 100.000 Auto-Förderfälle pro Jahr."

    "Die Anträge für den E-Auto-Umweltbonus nehmen zu, aber auf sehr niedrigem Niveau", sagt er. "Wir haben gerade die Marke von 5000 Förderfällen für E-Autos und Hybride geknackt, haben aber Geld für rund 100 000 Auto-Förderfälle pro Jahr."

    Nur 194 neue E-Autos im Land

    Auch die Zahl der Neuzulassungen steigt bisher kaum. Laut Kraftfahrtbundesamt sind zwischen Januar und September des laufenden Jahres bundesweit nur knapp 7700 reine E-Fahrzeuge neu angemeldet worden. Zum Jahreswechsel hatte das Bundesamt rund 25 000 Elektroautos registriert. Auch im Land hat die Zahl der Neuzulassungen mit der Prämie nicht angezogen. Von Januar bis August wurden nach Angaben des Statistischen Landesamts in Bad Ems 194 reine E-Autos neu zugelassen. 2015 waren es insgesamt 320 Neuzulassungen. Am 1. Januar 2016 waren im Land insgesamt 966 E-Autos auf den Straßen.

    Deutschland ist damit noch weit vom Ziel der Bundesregierung entfernt, die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen wenigstens auf eine halbe Million bis zum Jahr 2020 zu steigern. Ursprünglich hatte sie bis dahin sogar eine Million E-Fahrzeuge angestrebt. Die Schuld für die eher schleppende Nachfrage nach E-Fahrzeugen gibt Bafa-Chef Wallraff der deutschen Automobilindustrie, die nicht in der Lage sei, für ein wettbewerbsfähiges Angebot zu sorgen.

    "Die deutsche Industrie sieht E-Autos immer noch als Nischenmodelle. Sie hängt weiter dem Diesel-Traum an, dabei ist völlig klar, dass nicht der Diesel die Zukunft ist, sondern das E-Auto", sagte Wallraff. Die Autohersteller müssten deutlich höhere Rabatte bieten, damit die E-Autos preislich mithalten können. Die Kaufprämie von 4000 Euro, die sich Bund und Wirtschaft teilen, mache den Preisunterschied zwischen E-Autos und herkömmlichen Modellen bei Weitem nicht wett. Zudem hätten E-Autos nicht die nötige Reichweite, auch wenn einige erschwinglichere Modelle jetzt bereits auf 400 Kilometer Reichweite mit einer Batterieladung kämen.

    "Solange der Finanzminister Diesel mit 18 Cent pro Liter subventioniert, ist es vollkommen illusorisch, dass die Leute auf E-Autos umsteigen", sagte der Duisburger Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer: Wer den Diesel steuerlich massiv subventioniert, dürfe sich nicht wundern, wenn die Leute weiter Diesel- statt E-Fahrzeuge kaufen. "Anstatt Unsummen in die veraltete Diesel-Technik zu stecken, sollten wir viel stärker in eine moderne Mobilität investieren", sagte auch die Chefin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, vergangene Woche.

    China ist bei E-Technik Vorreiter

    Für mehr E-Autos fehlt die nötige flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen, beklagt Dudenhöffer. Außerdem sind die Menschen seiner Meinung zufolge mit der E-Auto-Technologie nicht vertraut. In China sei das längst geschehen, dort werden jedes Jahr 100.000 E-Autos zugelassen. "Bis 2025 werden in Chinas Großstädten keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr fahren, weil das aus Gesundheitsgründen verboten sein wird", prognostizierte Dudenhöffer. Die deutsche Auto-Industrie sei dabei, den Anschluss zu verlieren.

    Auch die EU treibt derweil den Abschied von herkömmlichen Diesel- oder Benzin-Fahrzeugen voran. In der EU sollen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" neue Gebäude künftig zwingend eine Auflademöglichkeit für Elektroautos haben. Demnach sollen Einfamilienhäuser und andere kleinere Gebäude in Zukunft mindestens über eine entsprechende Vorverkabelung verfügen. Das sieht ein Entwurf für eine Änderung des EU-Energieeffizienzpakets ab spätestens 2023 vor. Bei größeren Gebäuden müsse wenigstens einer von zehn Parkplätzen mit einer festen Ladestation ausgestattet werden. Die Kosten belaufen sich laut EU-Kommission auf bis zu 75.000 Euro pro Station. Betroffen wären Neubauten, aber auch Sanierungsobjekte.

    Birgit Marschall

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