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    New YorkInterview: Die lebenslängliche Liebe zum Wort

    Das Kreuzworträtsel der „New York Times“ gilt als das beliebteste und anspruchsvollste der Welt. Mindestens fünfmal wird es vor dem Druck gecheckt. Will Shortz ist seit 20 Jahren Rätselchef der Zeitung. Korrektheit ist bei der Arbeit das oberste Gebot, sagt der 61-Jährige.

    Will Shortz glaubt fest an die Zukunft des Kreuzworträtsels
    Will Shortz glaubt fest an die Zukunft des Kreuzworträtsels
    Foto: dpa

    Das Gespräch führte Christina Horsten

    Das Kreuzworträtsel der „New York Times“ gilt für Fans als Maß aller Dinge. Warum ist das so?

    Das liegt natürlich erstmal am Ruf der Zeitung. Die „New York Times“ wird als beste Zeitung angesehen, zumindest in den USA. Dann liegt es auch an den früheren Herausgebern, zum Beispiel der ersten, Margaret Farrar. Sie gilt als „Grande Dame des amerikanischen Kreuzworträtsels“, hat von 1942 bis 1969 als Herausgeberin bei der „New York Times“ gearbeitet und Maßstäbe gesetzt. Und dann liegt es natürlich an der Qualität der Kreuzworträtsel.

    Wie kommen sie in die Zeitung?

    Sie kommen von Zulieferern. Pro Jahr veröffentliche ich Rätsel von mehr als 140 verschiedenen Zulieferern aus den USA und Kanada. Pro Woche bekomme ich 75 bis 100 Rätsel zugeschickt, die schaue ich mir dann alle an. Die Rätsel, die ich akzeptiere, überarbeite ich dann noch, meistens ändere ich so die Hälfte der Fragen.

    Was sind Ihre Kriterien bei der Auswahl?

    Das wichtigste ist, dass alles korrekt ist. Es spielt keine Rolle, wie interessant oder gut die Verschlüsselungen sind, wenn sie Fehler haben. Das muss alles gecheckt werden. Außerdem überarbeite ich die Rätsel, um ein bestimmtes Maß an Schwierigkeit zu bekommen:

    Montags haben wir bei uns das einfachste Rätsel, um entspannt in die Woche starten zu können, und bis zum Wochenende wird es dann immer schwerer. Danach schicke ich die Rätsel an drei Testlöser, die mir dann alle ihre Anmerkungen durchgeben. Dann gehen sie an die Redaktion der „Times“, wo sie auch noch mal jemand checkt.

    Sie arbeiten schon Ihr ganzes Leben mit Rätseln – was fasziniert Sie daran immer noch?

    Ich liebe Wörter und Sprache, und durch die Recherche für die Rätsel lerne ich immer was. Außerdem komme ich so mit sehr spannenden Menschen in Kontakt, sowohl mit den Rätsellösern als auch mit den Rätselmachern. Ich bekomme wahnsinnig viele Reaktionen – es gibt allein mindestens fünf tägliche Blogs im Internet nur über unsere Kreuzworträtsel.

    Was ist Ihr liebstes Kreuzworträtsel?

    Das ist das vom Wahltag 1996, als Bob Dole und Bill Clinton gegeneinander um das Amt des Präsidenten der USA angetreten sind. Das Rätsel damals hat vorgegeben, den Wahlausgang vorhersagen zu können. Der Hinweis auf das Lösungswort war „Schlagzeile der morgigen Zeitung“ und das Ergebnis konnte dann entweder „Clinton gewählt“ oder „Bob Dole gewählt“ sein und beides hat gestimmt.

    Viele Menschen haben angerufen und sich beschwert, dass wir Partei ergriffen haben – und waren dann sehr überrascht, dass beide Antworten richtig sind.

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