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    Derzeit fehlen fast 2000 Fachkräfte: Rheinland-Pfalz droht der Pflegenotstand

    Rheinland-Pfalz. Dem alternden Rheinland-Pfalz droht ein massiver Notstand bei Pflegekräften. 2015 fehlten im Land mehr als 1900 Fachkräfte in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege.

    Verschärft die generalistische Ausbildungsreform den Fachkräftenotstand bei den Altenpflegern? Das befürchtet der pflegepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Erwin Rüddel (CDU).  Foto: dpa
    Verschärft die generalistische Ausbildungsreform den Fachkräftenotstand bei den Altenpflegern? Das befürchtet der pflegepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Erwin Rüddel (CDU).
    Foto: dpa

    Das sind 4 Prozent der 43.960 Pflegekräfte, heißt es in der Antwort des Sozialministeriums auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion, die unserer Zeitung vorliegt. 2025 werden demnach bereits mehr als 4300, im Jahr 2030 sogar nahezu 5000 Pflegekräfte fehlen, wenn nicht gegengesteuert wird. Bis dahin geht jeder dritte Mitarbeiter in Rente.

    Gesucht werden Mitarbeiter in allen Bereichen: Ende 2015 blieben in der Altenpflege 912 Stellen unbesetzt, in der Krankenpflege 1142, in der Kinderkrankenpflege 196. Einen Überschuss gab es indes bei den geringer qualifizierten Helfern in der Altenpflege (+279) und Krankenpflege (+59). Bis 2030 wird sich die Lücke in der Altenpflege auf 2333 Mitarbeiter erhöhen, in der Krankenpflege auf 2173, in der Kinderkrankenpflege auf 473. Die zu wenigen Pflegefachkräfte müssen sich gleichzeitig um immer mehr Pflegebedürftige kümmern: Laut Statistischem Landesamt gab es 2015 bereits 132.000 Pflegebedürftige – das waren 32 Prozent mehr als 2005.

    Das Mainzer Gesundheitsministerium sieht trotzdem nicht schwarz: Die aktuelle Fachkräftelücke sei deutlich geringer als prognostiziert. Tatsächlich sei für 2015 ein Defizit von 5367 Pflegekräften erwartet worden. Dieses sei aber durch verschiedene Maßnahmen auf 1912 fehlende Mitarbeiter reduziert worden. Erreicht wurde dies laut Ministerium durch eine Weiterbildung von Pflegehelfern, die Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen, die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte sowie auch durch die Steigerung der Ausbildungszahlen.

    So sei es gelungen, die Zahl der Azubis in der Altenpflege zwischen 2012 und 2015 um 31 Prozent zu steigern, in der Krankenpflege um 17 Prozent und in der Kinderkrankenpflege um 13 Prozent. Bei den Altenpflegehelfern betrug der Zuwachs 16 Prozent, bei den Krankenpflegehelfern 36 Prozent. Allerdings hatte sich das Ministerium im Jahr 2011 ehrgeizigere Ziele gesetzt: Bis 2015 sollten eigentlich in allen drei Pflegebereichen 30 Prozent mehr Azubis eingestellt werden. Hierzu gab es 2013 auch eine Vereinbarung mit den Arbeitgebern. Dass die Ziele verfehlt wurden, erklären die Ausbildungsstätten laut Ministerium damit, dass es zu wenige Bewerber gab, deren Qualität zudem immer mehr zu wünschen übrig lasse.

    Was tun gegen den Fachkräftemangel? Das Ministerium räumt ein, dass es so zu einer „Arbeitsverdichtung“ kommt, die aber über eine bessere Arbeitsorganisation abgefedert werden könne. So sollten Tätigkeiten, die nicht zu den Kernaufgaben von Fachkräften gehören, an Alten- und Krankenpflegehelfer delegiert werden. Die CDU kritisiert: „Damit macht es sich die Landesregierung zu leicht.“

    Gegensteuern will Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) auch durch die Integration ausländischer Pflegekräfte und vor allem eine attraktivere Gestaltung der Arbeitsbedingungen, von den Arbeitszeiten bis zum Lohn, sagte sie bei einem Pflegegipfel in Mainz. „Wenn es uns da gelingt, eine spürbare Verbesserung hinzubekommen, dann werden genügend Menschen für diesen Beruf überzeugt werden, sodass wir die Lücke bei den Fachkräften in der Pflege auch schließen werden.“ Daran will sie bei vier Konferenzen arbeiten.

    Der CDU reicht dies nicht. Sie verlangt nach einer „gezielten Strategie, um die Zukunft der Pflege zu sichern“. Deshalb will die Partei am 8. März einen eigenen Pflegegipfel veranstalten. Zugleich setzt sich die CDU im Land für eine zeitnahe Umsetzung der Ausbildungsreform ein, die eine Zusammenlegung der Ausbildungen (Generalistik) vorsieht. Doch ausgerechnet hier gibt es Gegenwind aus der eigenen Partei: Der pflegepolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, der Neuwieder CDU-Abgeordnete Erwin Rüddel, bekräftigt im Interview mit unserer Zeitung seine Kritik an der geplanten Ausbildungsreform.

    Von unserem Redakteur Christian Kunst

    Kommt Bewegung in den Streit über die Ausbildungsreform?Erwin Rüddel: Reform verschärft Not der Altenpflege
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