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    SydneyZyklon Yasi bedroht Australien

    Für die Menschen im Nordosten Australiens kommt es Schlag auf Schlag: Erst schlimme Überflutungen, jetzt der schwerste Wirbelstürme seit Jahrzehnten. Ein schützender Platz ist nun das Wichtigste. Die Region ist wie ausgestorben.

    Riesig: Der Zyklon auf einem Nasa-Satellitenbild - mit den Umrissen Deutschlands zum Vergleich. Durch den Sturm werden enorme Schäden befürchtet.
    Riesig: Der Zyklon auf einem Nasa-Satellitenbild - mit den Umrissen Deutschlands zum Vergleich. Durch den Sturm werden enorme Schäden befürchtet.

    Für die Menschen im Nordosten Australiens kommt es Schlag auf Schlag: Erst schlimme Überflutungen, jetzt der schwerste Wirbelstürme seit Jahrzehnten. Ein schützender Platz ist nun das Wichtigste. Die Region ist wie ausgestorben.

    Sydney - Wer bis jetzt keinen Schutz gefunden hat, der findet auch keinen mehr. Die Nordostküste Australiens ist vor dem Monster-Zyklon "Yasi" am Mittwoch zur Geisterregion geworden. Krankenhäuser sind evakuiert, Städte abgesperrt, Straßen und Flughäfen geschlossen, Schiffe aus dem Wasser gezogen. "Keiner sollte sein Haus jetzt noch verlassen", warnt die Ministerpräsidentin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh. "Die Menschen sollten dort bleiben, wo sie gerade Unterschlupf gefunden haben."

    Die Region, die erst vor wenigen Wochen von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht wurde, erwartet den schlimmsten Wirbelsturm seit Jahrzehnten. Den Party-Ort Cairns direkt an der Küste vor dem berühmten Great Barrier Reef haben viele ausländische Touristen verlassen.

    Robert Thomas von der Greyhound-Gesellschaft sorgt sich um Rucksackreisenden, die keinen Sitzplatz in seinen Bussen mehr bekommen haben. "Gerade Backpacker sind verunsichert", sagt er. "Sie sollten unterkommen, wo auch immer sie können", mahnt er eindringlich.

    In Erwartung hoher Flutwellen hat der Deutsche Franz Konrath zwar noch rechtzeitig Cairns verlassen, aber dem Zyklon entkommt er wohl nicht - außer der Wirbelsturm ändert in letzter Sekunde seine Bahn.

    "Wir sind mitten im Geschehen, das Auge wird über uns hinwegziehen", sagt er der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Der Hobbytaucher war der Warnung des Kapitäns seines Tauchbootes gefolgt. "Der Sturm ist das größte Ding, das jemals auf Australien zugekommen ist", sagte der Kapitän laut Konrath. Angst habe er nicht, meint der 52-Jährige aus Gilching bei München, "aber schon ein mulmiges Gefühl".

    Zehntausende Menschen sind geflohen. Die 20 Notunterkünfte im nördlichen Queensland sind überfüllt. In der 122 000-Einwohner-Stadt Cairns und in Townsville weiter südlich machten selbst Krankenhäuser dicht. Zuvor waren Hunderte Patienten mit Militärmaschinen ausgeflogen worden.

    Der Katastrophenschutz-Koordinator von Queensland, Ian Stewart, weist die Menschen darauf hin, dass in den nächsten Stunden Anrufe bei der Polizei und anderen Notfallbehörden ins Leere gehen werden, "weil das Leben der Helfer genauso bedroht ist wie das der Anrufer".

    Bligh stimmt die rund 300 000 Einwohner der bedrohten Region darauf ein, dass sie nichts anderes tun können als auszuharren, bis der Wirbelsturm vorüber ist. Hausbesitzer wurden aufgefordert, Strom und Gas abzustellen und die Badewanne für den Notfall mit Wasser zu füllen.

    Bevor sich die Familien in ihren Häusern einigelten, deckten sie sich mit Gasflaschen, Notrationen, Lebensmittelkonserven und haltbarer Milch ein. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Dabei hatten viele Händler ihre Vorräte noch gar nicht wieder voll aufstocken können - viele Straßen sind noch von der Überflutungskatastrophe Anfang des Jahres zerstört.

    "Draußen faucht ein Wind mit einer Geschwindigkeit von 180 Stundenkilometern. Palmen biegen sich bis zur Erde, die Natur zeigt ihre ganze Kraft - dabei soll das Schlimmste erst kommen", berichtet Fußballtrainer Frantisek Straka in Townsville.

    "Wir haben die Fenster mit Spezialfolie abgeklebt, die Möbel festgebunden und Sandsäcke zum Wasser hin gelegt", sagt der 52-jährige Tscheche. "In den Straßen patrouillieren Soldaten. Wir haben unsere Tochter Tereza zu Freunden in eine Fliegerkaserne geschickt. Dort werden Zivilisten in einem Bunker untergebracht. Es ist unfassbar still, alle Vögel sind geflohen. Wie im Katastrophenfilm." dpa

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