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  • Stürmische Ostsee: Stärkste Sturmflut seit mehr als zehn Jahren

    Straßen überschwemmt, Autos unter Wasser, Dämme überspült: Die stärkste Ostsee-Sturmflut seit mehr als zehn Jahren hat an der deutschen Küste deutliche Spuren hinterlassen. Während im Norden die Wellen peitschten, herrschten anderenorts Schnee- und Eisglätte. Ein Überblick.

    1 Städte unter Wasser: In Lübeck und Flensburg wurden zahlreiche Autos aus den Fluten gezogen. Mehrere Keller in Lübeck und Neustadt in Holstein liefen voll. In Kiel mussten mehrere Straßen für den Verkehr gesperrt werden. Zugänge zur Lübecker Altstadt waren für Fußgänger nicht mehr passierbar. Das Wahrzeichen der Stadt, das Holstentor, blieb von dem Wassereinbruch gerade noch einmal verschont.

    2 Strände und Ufer abgetragen: Auf Usedom verursachte die Sturmflut vor allem zwischen Zempin und Koserow größere Steilküstenabbrüche und Dünenabtragungen. "Wir haben vier bis fünf Meter Düne verloren", sagte der Koserower Bürgermeister René König. Schäden gab es auch an der Seebrücke Ahlbeck, wie Bürgermeister Lars Petersen sagte. Dennoch kamen die Kaiserbäder (Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin) relativ glimpflich davon. Seit dem Unwetter ist die Gaststätte von Petra Hofmann im Ferienort Zempin nur noch eine Ruine. Die Terrasse und das halbe Gebäude sind Beute der Naturgewalten geworden, nur die Küchenzeile und ein Herd stehen noch am Abgrund. Petra Hofmann ist fassungslos. "Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll", sagte sie. "Meine Existenz ist weg." Sie erhob Vorwürfe gegen das Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern: "Die Küste ist hier nicht geschützt."

    Auch in Heiligenhafen (Schleswig-Holstein) wurde viel Sand weggespült. Dagegen kamen die Ostsee-Städte von Flensburg über Lübeck, Wismar und Rostock bis Stralsund trotz sehr hoher Wasserstände von bis zu 1,83 Meter über Normal vergleichsweise glimpflich davon. Keller liefen voll, überflutete Straßen waren gesperrt, einige geparkte Autos soffen ab. Menschen kamen offensichtlich nicht zu Schaden.

    3 Pegel extrem hoch: An der Ostsee lagen vielerorts die Pegelstände am späten Mittwochabend zwischen 150 und 170 Zentimeter höher als üblich - in Lübeck wurden sogar 1,79 Meter und in Wismar 1,83 Meter mehr als gewöhnlich gemessen, wie auf "Pegel Online" registriert wurde. Am frühen Donnerstagmorgen war ein Teil des Wassers wieder abgelaufen.

    4 So schlimm wie zuletzt 2006: "Es war die stärkste Sturmflut seit 2006", sagte Jürgen Holfert, Leiter des Wasserstanddienstes Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). "Die Gefahren der Sturmflut sind aber gebannt."

    5 Flut an der Küste, Glätte im Binnenland: Während die Einsatzkräfte an der Küste gegen die Sturmflut kämpften, machten Schnee- und Eisglätte im Binnenland den Autofahrern zu schaffen. Es kam am Abend und in der Nacht zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Bei einem Zusammenstoß eines Lastwagens, eines Autos und eines Kleintransporters auf der Autobahn 4 bei Erfurt wurden neun Menschen schwer verletzt, darunter ein Baby.

    6 Wo die Kälte herkommt: Bevor die Eiseskälte aus dem Norden nach Deutschland gezogen ist, hat sie Lappland in der Nacht zum Donnerstag Temperaturen von etwa minus 40 Grad beschert. Am heftigsten traf es den finnischen Ort Muonio nahe der schwedischen Grenze: Hier zeigt das Thermometer 41,7 Grad unter null an. Nur wenig wärmer haben es die Menschen mit minus 41,3 Grad im nordschwedischen Nikkaluokta.

    7 Die weiteren Aussichten: Tief "Axel" sollte von Skandinavien in der Nacht quer über die Ostsee weiter nach Weißrussland ziehen. Vor allem im Osten und Süden Deutschlands wurden kräftige Schnee- und Graupelschauer sowie Wintergewitter erwartet - sowie bis zu minus 20 Grad im Bergland. Heute ist in ganz Deutschland tagsüber gemäßigter Frost bis minus 7 Grad zu erwarten, sagen die Experten.

    8 Die Hilfe: Nach der Sturmflut hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Soforthilfen in Aussicht gestellt. Das Ausmaß der Schäden lässt sich noch nicht beziffern, sagte Backhaus in Zempin auf Usedom. Das sei erst möglich, wenn sich das Wasser vollständig zurückgezogen habe. Für Schäden an den Küstenschutzanlagen des Landes will sein Ressort Soforthilfen zur Verfügung stellen, sagte Backhaus. Darüber hinaus ist er mit dem Finanzministerium im Gespräch, um den Kommunen bei der Bewältigung der Sturmflutschäden finanziell unter die Arme zu greifen.

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