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    RZ-KOMMENTAR: Es braucht mehr Schultern, um die Energiewende zu stemmen

    Nicole Mieding zu steigenden StromkostenIns Atomzeitalter sehnt sich wohl kaum einer zurück – dennoch verliert die Energiewende für Verbraucher stark an Sympathiewerten, wenn sie derart spürbar auf den eigenen Geldbeutel durchschlägt.

    Nicole Mieding
    Nicole Mieding

    Doch zum Umstieg auf erneuerbare Energien, den viele schon als „dritte industrielle Revolution“ bezeichnen, gibt es keine Alternative: Innerhalb der vergangenen 100 Jahre haben die Menschen den größten Teil ihrer Ölvorräte verbraucht. Das Erschließen neuer Rohstoffquellen wird immer riskanter und teurer, der Nachschub an fossilen Brennstoffen droht zu versiegen. Nun bekommt jeder von uns das oft prophezeite Ende des fossilen Energiezeitalters am eigenen Leib zu spüren. Doch so weh es auch tut, wir müssen uns wohl von einer lieb gewonnenen Gewohnheit verabschieden: der, dass Energie billig zu haben ist.

     

    Das ist sie übrigens in keiner Form – auch als Öl oder Atomstrom nicht: Durch die steigende Knappheit fossiler Brennstoffe hat sich der Ölpreis in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht, was Autofahrer mit jeder Tankfüllung trifft. Steinkohle und Heizöl kosten mehr als doppelt so viel, Gas ist im Preis um mehr als 50 Prozent gestiegen. Es wird also immer wichtiger, in erneuerbare Energien zu investieren. Wer angesichts steigender Stromkosten nun dazu neigt, die Energiewende lauthals zu verteufeln, der sollte besser nicht ihre Sinnhaftigkeit, sondern vielmehr ihre Umsetzung hinterfragen. Denn der Umstieg auf erneuerbare Energien ist notwendig, um den Fortschritt und Wohlstand unserer Gesellschaft langfristig zu sichern.

     

    Allerdings können ihn nicht länger nur die Bürger und kleineren Unternehmen finanzieren. Gerade die Industrie muss mehr als bisher mitinvestieren, weil ihr Fortbestand auf der Verfügbarkeit von Energie basiert. Denn angesichts von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten ist Otto Normalverbraucher nicht zu vermitteln, warum ihn die Energieumlage künftig 50 Prozent mehr kostet, während die Politik mehr als 600 energieintensive Unternehmen in Deutschland fast komplett von der Umlage befreit. Begründet wird das stets durch den weltweiten Wettbewerbsdruck, der auf den Unternehmen lastet. Doch was in Pionierzeiten vielleicht noch als Nachteil daherkommt, wird mittel- und langfristig ein entscheidender Vorteil sein. Der Aufbruch in ein neues Energiezeitalter ist ein gewaltiger Kraftakt – und zurzeit noch auf zu wenige Schultern verteilt.

     

    E-Mail: nicole.mieding@rhein-zeitung.net

     

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