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    MendigEx-Minister betont: Staatsamt lehnt man in einer Demokratie nicht ab

    Gernot Mittler (SPD, 72) war Vorstandsvorsitzender der Sparkasse in Mayen, als ihn der damalige Ministerpräsident Rudolf Scharping (SPD) 1993 fragte, ob er das Amt des rheinland-pfälzischen Finanzministers übernehmen und Nachfolger von Edgar Meister werden wolle, der zur Bundesbank wechselte.

    Sein Wechsel von der Sparkasse in die Politik war zumindest finanziell kein gutes Geschäft: Ex-Finanzminister Gernot Mittler.
    Sein Wechsel von der Sparkasse in die Politik war zumindest finanziell kein gutes Geschäft: Ex-Finanzminister Gernot Mittler.
    Foto: DPA

    Typisch Mittler: Er zögerte nur kurz, obwohl er – rein kaufmännisch betrachtet – damit auch ein Risiko einging.

    Als Chef der Eifel-Sparkasse verdiente er damals schon mehr als ein Minister, obwohl die rheinlandpfälzischen Vorstände damals im Bundesvergleich eher am Ende rangierten. Und: In diesem Amt war Mittler angesehen. Sicher war es auch. Ein Minister hingegen weiß nie, ob er nach der nächsten Wahl noch einem Kabinett angehört. Und das Risiko, dass ein Politiker beschimpft wird, besteht auch immer. Mittler entschied sich trotzdem für die Politik: „Weil man in einer Demokratie kein Staatsamt ablehnt. Außerdem geht man nicht in die Politik, um sich die Taschen voll zu machen“, wie er auch rückblickend meint.

    Deshalb hat Gernot Mittler seinen Entschluss auch nie bereut. Aber er war auch ein Mann, der sich von Jugend an für Politik interessierte und sich auch ehrenamtlich engagierte. Und ein „armer Mann“ ist er im Ministeramt (1993 bis 2006) ja auch nicht geworden, wie er trocken meint. Denn er musste auch nicht schnell wieder auf Arbeitssuche gehen.

    Als Finanzminister war er im Mainzer Kabinett nicht für die Sparkassenaufsicht zuständig, die auch den Vergütungen zustimmen muss. Die ist und war im Wirtschaftsressort angesiedelt. So kam Mittler bei Anhebungen nicht in die Nähe der Klientelpolitik. Darüber war er froh.

    Aber: Gernot Mittlers Beispiel zeigt in der Gehälterdebatte die zwei Seiten der Medaille: Auf der einen Seite erwartet der Bürger, dass Politiker ihr Ministergeschäft auch verstehen. Aber zu viel verdienen sollen sie möglichst auch nicht. Aber: Für gefragte Fachleute ist es (abseits der Altersbezüge nach langer Amtszeit) selten aus rein finanziellen Gründen interessant, sich – mit ungewisser Perspektive – in der Politik abzurackern und sich dabei noch beschimpfen zu lassen. 

    Ursula Samary

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