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    BerlinChronologie: Die Atomkatastrophe von Tschernobyl und die Folgen

    Am frühen Morgen des 26. April 1986 kommt es im Reaktor 4 des ukrainischen Atomkraftwerkes Tschernobyl zu einer Explosion, der Reaktorkern schmilzt. Wolken tragen Radioaktivität nach Westeuropa. Mehr als 30 Menschen kommen unmittelbar nach dem Unglück ums Leben, insgesamt sterben je nach Sichtweise zwischen 10 000 und mehr als 100.000. Die Katastrophe und ihre Folgen:

    Reparaturarbeiten am explodierten ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl (Aufnahme vom 1. Oktober 1986). Foto: epa/tass/dpa
    Reparaturarbeiten am explodierten ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl (Aufnahme vom 1. Oktober 1986).
    Foto: epa/tass/dpa

    28. April 1986: In Polen und Skandinavien wird enorm hohe Radioaktivität gemessen, die später in geringerem Ausmaß in Teilen Deutschlands und anderen Ländern Europas auftritt. Die sowjetische Nachrichtenagentur Tass gibt am Abend bekannt, dass sich im Atomkraftwerk Tschernobyl ein Unglück ereignet hatte.

    29. April 1986: Die Stadt Prypjat mit 50.000 Einwohnern unmittelbar am AKW-Gelände wird geräumt. Bis heute ist sie eine Geisterstadt.

    4. Mai 1986: Behörden beginnen mit der Räumung aller Orte in einer 30-Kilometer-Sperrzone. Insgesamt müssen 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen.

    6. Mai 1986: Das Moskauer Parteiorgan «Prawda» nennt erste Einzelheiten zum Unglück. Zugleich kritisiert das Blatt die Reaktion westlicher Staaten. In Deutschland verbieten mehrere Bundesländer den Verkauf von Freilandgemüse und untersagen die Benutzung von Sportplätzen.

    14. Mai 1986: Kremlchef Michail Gorbatschow informiert mit einer Fernsehansprache zu Tschernobyl die Öffentlichkeit.

    29. September 1986: In Tschernobyl geht Reaktorblock 1 wieder in Betrieb, die Blöcke 2 und 3 folgen im November.

    15. November 1986: Nach fünf Monaten Bauzeit ist der Betonsarkophag als Schutzmantel um den Unglücksreaktor fertig. Regen, Frost und Sturm setzen dem 65 Meter hohen Provisorium zu. Später bilden sich mehr als 100 Risse, tragende Wände drohen einzustürzen.

    15. Dezember 2000: Als letzter Reaktorblock geht Nummer 3 vom Netz. Für die Stilllegung von Tschernobyl bekommt die ukrainische Regierung 3,1 Milliarden DM (knapp 1,6 Milliarden Euro) von der EU.

    26. April 2012: Der Bau einer Stahlhülle über dem mehrfach notdürftig sanierten Sarkophag beginnt. Die Kosten werden auf gut 2,1 Milliarden Euro geschätzt. Die 108 Meter hohe Hülle soll im November 2017 fertig sein und die Umgebung 100 Jahre lang vor Strahlung schützen.

    dpa

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