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    RZ-Kommentar: Bei der Integration behinderter Kinder gilt vor allem Behutsamkeit

    Keine Frage, behinderte Menschen gehören mitten in die Gesellschaft. Jede Form von Ausgrenzung ist zutiefst inhuman. Das gilt auch und besonders für Kinder.

    Dietmar Brück
    Dietmar Brück

    Dietmar Brück kommentiert

    Keine Frage, behinderte Menschen gehören mitten in die Gesellschaft. Jede Form von Ausgrenzung ist zutiefst inhuman. Das gilt auch und besonders für Kinder. Die Integration beeinträchtigter Schüler ins allgemeine Bildungssystem ist der beste Weg, das Prinzip der Inklusion im ganz alltäglichen Leben zu verankern. Denn wenn Kinder ganz selbstverständlich lernen, mit Gleichaltrigen, die anders, die beinträchtig sind, umzugehen, verlernen sie das auch später nie mehr. Es ist für sie normal - und damit wird es irgendwann für alle normal. Nichts anderes wollen die Befürworter inklusiver Konzepte. Eine Welt, in der alle Menschen an allem teilhaben können. Ganz gleich, wie die Laune der Nature sie ausgestattet hat.

    Von daher wählt Rheinland-Pfalz den richtigen Ansatz, die freie Schulwahl für Eltern behinderter Kinder zu verankern, um die UN-Konvention umzusetzen. Wer sein Kind auf eine allgemeine Schule, also keine Förderschule, schicken möchte, soll dies tun können. Im Gesetz wird ohnehin die gängige Praxis festgeschrieben. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) ist für ihr vorsichtiges, abwartendes Vorgehen bekannt. Vom Charakter her ist sie eher eine nüchterne Analytikerin als eine schwärmerische Missionarin des Gutmenschentums. Was nicht heißt, dass sie nicht auch an Grenzen stößt. Und die werden im Moment durch die Haushaltslage des Landes gesetzt.

    Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land plant eine Revolution im Bildungsbereich - und hat kaum Geld. Es höhlt - zwangsläufig - eine gut funktionierende Struktur, die Förderschulen, aus. Ohne zu wissen, ob die Integration beeinträchtigter Schüler in jede Schule (das langfristige Ziel) bei dieser Kassenlage gelingen kann. Für das Bildungsministerium spricht, dass es sich in diesem heiklen Terrain nur vortastet.

    Aber die SPD regiert in einer Koalition. Vor allem für die Grünen (und die linken Sozialdemokraten) ist die Inklusion ein Herzensthema. Sie wollen den unumkehrbaren Umbau der Gesellschaft. Doch hilft es beeinträchtigen Kindern, wenn sie in Schulen kommen, die dafür nicht gerüstet sind - personell, räumlich, psychologisch? Der inklusive Pädagoge muss Spitzenleistung und Beeinträchtigung gleichermaßen bedienen können. Das ist viel verlangt. Und die inklusive Schule muss flexibler denn je sein. Das kostet Zeit und Geld. Beides ist knapp. Daher gilt: In der Inklusion muss unbedingt Gründlichkeit vor Schnelligkeit kommen.

    E-Mail: Dietmar.Brueck@rhein-zeitung.net

    Inklusion: Eltern behinderter Kinder dürfen Schule frei wählen
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